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11.12.2017

Christiane Funken – Sheconomy. Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist
Sharon Adler

Die Professorin der Medien- und Geschlechtersoziologie am Institut für Soziologie an der TU Berlin analysierte anhand von Interviews mit Managerinnen im Alter von 35 sowie 50 plus Chancen und Hindernisse für Frauen in der Wirtschaft...



... vor dem Hintergrund der "schönen neuen Arbeitswelt".

Zu keiner Zeit waren Frauen so gut ausgebildet wie heute. Doch was sagt die Berufswahl über Karrierechancen von Frauen aus? Vor allem in den Studienfächern Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft finden sich auffallend viele weibliche Studierende, während ihr Anteil im Bauingenieur_inwesen und in der Informatik verschwindend gering ist.

Und warum scheitern sie trotz guter bis sehr guter Abschlüsse immer wieder beim beruflichen Aufstieg? Sind in der mittleren Führungsebene noch verhältnismäßig viele Frauen anzutreffen, nimmt ihre Anzahl in den oberen Etagen rapide ab.
Dass der Frauenanteil in Spitzengremien großer Unternehmen kaum steigt, belegt auch der Managerinnen-Barometer 2016 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin): In den Vorständen der 200 umsatzstärksten Unternehmen lag der Frauenanteil Ende des Jahres 2015 bei nur sechs Prozent – ein Anstieg von weniger als einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr.

Dabei bestätigen Frauen in der Praxis das Bild der multitaskingfähigen Managerin, neben den fachlichen Kompetenzen sind sie meist auch gute Teamplayer mit psychologischem Gespür, Phantasie und Flexibilität, die zudem Freude daran haben, andere zu integrieren und zu fördern– kurz: sie haben alle Fähigkeiten, die in der vernetzten Arbeitswelt von heute unabdingbar sind.

Wandel der Arbeitswelt(en)

Durch Digitalisierung und Globalisierung verlieren Arbeitsort, -aufgabe oder -zeiten immer mehr an Bedeutung. Mitarbeiter_innen und Führungskräfte sollen vor allem flexibel und ständig einsatzbereit sein - in immer neuen Projekten mit immer anderen Kolleg_innen an häufig wechselnden Orten.

Das eröffnet sowohl Chancen, birgt aber auch Probleme gerade für Frauen mit Kindern. Unter anderem durch Vergleiche zu den 1960er Jahren zu der Arbeitswelt von Heute hinterfragt die Autorin, Sozialwissenschaftlerin und Expertin auf dem Gebiet der Genderforschung, wie sich dies für das Berufsleben von Frauen auswirkt. Können sie unter solch flexiblen Arbeitsbedingungen überhaupt (noch) Karriere machen? Was bedeutet es für ihre Lebens- und Familienplanung, wenn Zukunft immer unkalkulierbarer und zunehmend fremdbestimmt wird?

Das Buch von Christiane Funken will vor allem informieren und sowohl auf Missstände, als auch auf Chancen hinweisen, damit Frauen erkennen können, was sie behindert oder voranbringt. Männer arbeiten schon seit der griechischen Antike im Verbund, die "Old-Boys-Networks" ermöglichen Seilschaften, die auch jungen Männern den Weg in eine immer komplexer werdende Arbeitswelt ebnen. Die Autorin ruft Frauen vor allem auch dazu auf, Netzwerke zu bilden und Mentoring als Chance zu nutzen.

"Managerinnen 50plus – Karrierekorrekturen beruflich erfolgreicher Frauen in der Lebensmitte" so der Titel der im Auftrag des "European Women´s Management Development International Network" (EWMD) Deutschland e. V. durchgeführten Studie von Christiane Funken: Dazu befragte sie zwölf Managerinnen im Alter von 45 bis 60 Jahren, deren Fazit einhellig lautete: "No return on investment."

In ihrer Studie "Generation 35plus - Aufstieg oder Ausstieg? Hochqualifizierte und Führungskräfte in Wirtschaft und Wissenschaft" analysiert und belegt die Soziologin und Geschlechterforscherin, dass Frauen und Männer mittlerweile gleichermaßen stark karriereorientiert seien, Frauen mit Kinderwunsch und Kindern sich jedoch im Unternehmen nach wie vor in ihrer Karriereentwicklung nicht unterstützt sehen.

Christiane Funken macht in ihren Publikationen und der nun vorliegenden Buchveröffentlichung Sheconomy, die auf den erhobenen Daten der Studien beruht, vor allem eines deutlich: Sowohl weibliche Führungskräfte als auch junge Berufseinsteigerinnen können nur erfolgreich aufsteigen und sich behaupten, sowie von dem Wandel der sich verändernden Wirtschaftswelt nur dann profitieren, wenn sie dazu bereit sind, diese offensiv mitzugestalten und auch vor Macht keine Angst haben.

AVIVA-Tipp Indem Professorin Christiane Funken in "Sheconomy – Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist" mit überholten Mythen und Klischees aufräumt, liefert sie einen wertvollen Wegweiser für Frauen in der sich rasant und stetig wandelnden Arbeitswelt. Ein Glossar, Register und Anmerkungen machen dieses Buch zu einem aktiven Karriere-Werkzeug für Frauen auf jeder Stufe der Leiter nach oben.

Zur Autorin: Prof. Dr. phil. Christiane Funken geboren 1953, ist renommierte Professorin der Medien- und Geschlechtersoziologie am Institut für Soziologie an der TU Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen vor allem die Kommunikations- und Mediensoziologie, die Organisationssoziologie, die Geschlechterforschung und die Wissenschafts- und Technikforschung. Dieses Buch basiert auf ihren empirischen Studien zu Karrierestrategien und -chancen von Frauen: Generation 35plus - Aufstieg oder Ausstieg? Hochqualifizierte Führungskräfte in Wirtschaft und Wissenschaft und Managerinnen 50plus - Karriere, Einstellungen, Erfahrungen und Motivation von Managerinnen um die 50. Sie ist Expertin im Forum Informationsgesellschaft der Bundesregierung sowie Kuratorin des Königlich Preußischen Kulturbesitzes.
Mehr Informationen zur Autorin unter: www.tu-berlin.de

Christiane Funken
Sheconomy – Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist

C. Bertelsmann Verlag, erschienen 18.04.2016
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 208 Seiten
ISBN: 978-3-570-10271-8
Euro 17,99
www.randomhouse.de

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Quelle "Sheconomy – Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist": C. Bertelsmann Verlag/AVIVA-Berlin