AVIVA-Berlin wünscht ein glückliches, gesundes und friedliches, erfolgreiches 5778.Rosh HaShana. schana towa umetuka - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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13.12.2017

Shana tova umetuka, AVIVA-Berlin wünscht ein glückliches, harmonisches, gesundes und friedliches, erfolgreiches 5778
Sarah Ross

Wenn am 29. Elul 5777 (20. September 2017) die Sonne untergeht, beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosh HaShana. Es ist der Beginn von zehn Tagen des Nachdenkens über das vergangene Jahr und der Reflexion. Shana Tova!



Rosh haShana (wörtlich: "Haupt des Jahres") ist besonders interessant aufgrund seines dualen Charakters als fröhlicher Beginn des neuen - hoffentlich "süßen" - Jahres und des gleichzeitigen Rückblicks auf das Vergangene Jahr durch den Beginn der zehn Bußtage bis zu Yom Kippur.
Es beginnt am Abend des 29. Elul (20. September). Das jüdische Neujahrsfest lädt ein, einen Moment innezuhalten, das vergangene Jahr zu reflektieren und zugleich Wünsche für das Bevorstehende auszusprechen. Die symbolträchtigen Gebräuche und Speisen erleichtern die Erinnerung an die Bedeutung der Feiertage.

Beim Festessen im Kreise der Familie werden süße und symbolträchtige Speisen angeboten. Jede einzelne verdeutlicht einen Wunsch für das kommende Jahr. Dazu gehört der in Honig getauchte Apfel, mit dem frau/man sich ein süßes, neues Jahr zuspricht. Die Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft, sowie der Rhythmus eines Jahres als Kreislauf, werden durch die Challah symbolisiert.
Rosh haShanah ist außerdem eine gute Möglichkeit, Beziehungen aufrechtzuerhalten. Gruß- und Wunschkarten werden verschickt und um Vergebung für eventuelle Verletzungen gebeten.
Mit Rosh haShana beginnt die Zeit der Hohen Feiertage.

Die rabbinische Literatur sowie die jüdische Liturgie beschreiben Rosh HaShana vor allem als Yom Ha´Din, den Tag des Gerichts, an dem alles Vergangene gerichtet wird, frau/man um Vergebung bittet und sich auf die spirituelle Erneuerung durch das Gebet und eine tiefgehende persönliche Reflexion besinnt. Es heißt, dass an Rosh HaShana drei Bücher geöffnet würden: eines für die vollkommen Gerechten, die in dasselbe sofort eingeschrieben werden, ein weiteres für die vollkommen Bösen, die ebenfalls sogleich verzeichnet werden, sowie ein drittes Buch für die Durchschnittlichen, denen Zeit bis Yom Kippur gegeben wird, dem Tag, der zehn Tage nach Rosh HaShana gefeiert wird. Daher wünscht man sich zum jüdischen Neujahrsfest: "Le-shana tova tikkatevu" ("Zu einem guten Jahr möget ihr eingeschrieben werden").

Das grundlegendste Element von Rosh HaShana ist jedoch das Blasen des Shofars, des traditionellen Widderhorns. In der Torah wird dieser Tag demnach auch als Yom Teruah bezeichnet – der Tag, an dem das Shofar als Ausdruck der Huldigung von G´ttes Königtum erklingt –, aber auch als Yom HaZikaron, als einen Tag der Erinnerung. Weltweit blicken Jüdinnen und Juden auf die Geschichte ihres Volkes zurück und beten für Israel.

In der Synagoge feiert man Rosh HaShana mit besonderen Gebeten, die G´ttes Königtum (Malchujot), G´ttes Gedenken an Israel zum Guten (Sichronot) und das Blasen des Shofars (Shofarot) zum Inhalt haben. Während des G´ttesdienstes in der Synagoge werden gute Wünsche, wie Shana Tova (ein gutes Jahr), für das kommende Jahr ausgesprochen, bevor die Gemeinde zur familiären Feier nach Hause geht. Innerhalb der Familie, aber auch unter FreundInnen und Bekannten, werden E-Cards und Grußkarten ausgetauscht. Zwischen Rosh HaShana und Yom Kippur ist es Brauch, folgenden Gruß in die Karte zu schreiben: "Le-shana tova tikkateivu ve-tehateimu" ("Zu einem guten Jahr möget ihr eingeschrieben und versiegelt werden").

Eine weitere Symbolhandlung an Rosh HaShana ist Taschlich. Ein Ritual, das Rabbiner Dr. Walter Homolka wie folgt beschreibt:

"In der Taschlich-Zeremonie (Hebr.: taschlich = "du sollst werfen") werden die eigenen Sünden symbolisch fortgeworfen, indem frau/man dreimal seine Taschen ausschüttelt und Staub oder auch Brotkrumen in ein fließendes Gewässer streut (Micha 7,19, Schabbat 153a). Nach einer zusätzlichen Interpretation dieser Symbolhandlung erinnere dies daran, dass das Schicksal der Menschen so unsicher ist wie das der Fische, die sich im Netz verfangen (R. Jeschajahu Horowitz, Schnei Luchot Habrit), oder dass G´ttes achtsame Fürsorge, die Haschgacha, stets gegenwärtig sei, so wie auch Fische nie ihre Augen schließen. Das Ritual wird traditionell am 2. Tag von Rosh HaShana nach Mincha durchgeführt, in denjenigen liberalen Gemeinden, die nur einen Tag Rosh HaShana halten, am Nachmittag. Auch wenn dies bei uns keine weit verbreitete Sitte ist, lohnt es sich, darauf einzugehen. Der Maharil, R. Jakow Mölln (1365-1427), ist der Erste, der diesen Brauch der aschkenasischen Juden beschreibt und in eine biblische Tradition stellt. Für uns heute drückt das Taschlich-Machen, z.B. unter Lesen des 130. Psalms, aber den Gedanken der Teschuwa aus, der die Yamim Nora´im bestimmt. Zu den Feiertagen schafft es darüber hinaus eine zusätzliche Verbundenheit mit der Natur..."


Mehr zu Rosh HaShana 5778 finden Sie unter:

Rosh Hashanah Food: www.myjewishlearning.com

Rosh Hashanah 2017: www.myjewishlearning.com

www.jewishecardsandmore.com

www.hallmarkecards.com

www.ritualwell.org

de.chabad.org

www.hagalil.com


Das Team von AVIVA-Berlin wünscht allen LeserInnen Shana tova umetuka - alles Glück, Gesundheit und Frieden für das Jahr 5778!