Mit einem Fördervolumen von 25.000 Euro unterstützt die Stiftung im Jahr 2013 wieder Projekte aus bildender und darstellender Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft. Es stehen damit weitere 10.000 Euro für den Förderbereich "Jüdische weibliche Identitäten heute" zur Verfügung, deren Vergabe durch die Kooperation der Stiftung "Zurückgeben" mit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" ermöglich wird.
2012 haben drei Frauen die Förderung im Bereich "Jüdische weibliche Identitäten heute" erhalten":
Lara Dämmig für ihr Jüdisches feministisches Journal "Generationen", herausgegeben von Bet Debora Nea Weissberg für ihre Veröffentlichung "Mein erstes jüdisches Bilderbuch" AVIVA-Berlin für ihr Projekt "Writing Girls"
In Deutschland lebende Frauen jüdischer Religion und/oder Herkunft sind nun erneut aufgerufen, ihre Projektvorschläge bei der Stiftung Zurückgeben einzureichen.
Die Stiftung Zurückgeben ist die einzige Institution in Deutschland, die ihren Schwerpunkt in der Förderung jüdischer Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen hat. Damit leistet die Stiftung einen Beitrag zur Entwicklung einer Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland.
Die Stiftung Zurückgeben wurde im Jahr 1994 in Berlin ins Leben gerufen. Angeregt wurde sie durch eine Initiativgruppe jüdischer und nichtjüdischer Frauen. Diese handelten im Wissen um die Zerstörung von Arbeits- und Existenzmöglichkeiten jüdischer Menschen und aus der Erkenntnis heraus, dass alle in der NS-Zeit zur "Volksgemeinschaft" zählenden Deutschen Vorteile aus der Entrechtung, Ausplünderung und Beraubung der Juden gezogen haben. Viele profitierten persönlich von der "Arisierung" jüdischen Besitzes oder zogen Vorteile aus den Berufsverboten und gaben die im NS-Staat verbreiteten und weniger offensichtlichen Vorteilsnahmen an die Nachgeborenen weiter.
Anliegen der Stiftung Zurückgeben war und ist es, Menschen zu gewinnen, die durch Spenden und Zustiftungen einen Beitrag leisten, um jüdisches Leben in Deutschland zu fördern.
Nach der Shoa galt Deutschland vielen Juden und Jüdinnen als "gebranntes Land", in dem man "auf gepackten Koffern" saß, weil eine jüdische Zukunft "hier" nicht vorstellbar war. Entgegen dieser Haltung war in den 1990er-Jahren eine zunehmend selbstbewusste Generation jüdischer Nachkommen herangewachsen, die nicht mehr an Ausreise dachte. Jüdisches Leben begann zunehmend öffentlich zu florieren. Bemühungen um ein Anknüpfen an eine fast zerstörte jüdische Kultur wurden sichtbar. Inzwischen hat sich eine Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland entwickelt. Diese Entwicklung will die Stiftung Zurückgeben fördern und unterstützen.
Die Auswahl der Geförderten trifft eine Jury, der jüdische Frauen aus Kultur und Wissenschaft angehören.
Über hundert Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen erhielten in den Jahren 1996 bis 2012 eine Einzelförderung in Höhe von 700 bis 11.000 Euro. Insgesamt konnte die Stiftung seit der Gründung fast 300.000 Euro an Fördermitteln vergeben.
Anträge mit Projektbeschreibung und Lebenslauf sind bis zum 30. September 2012 an die Stiftung Zurückgeben zu richten.
Die Vorlage für das Antragsformular und die Förderbedingungen finden Sie unter: www.stiftung-zurueckgeben.de.
ZURÜCKGEBEN Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft im Haus der Demokratie und Menschenrechte Greifswalder Straße 4 D-10405 Berlin Tel.: +49 30 - 42 02 26 45 Fax: +49 30 - 42 02 33 30 E-mail: info@stiftung-zurueckgeben.de www.stiftung-zurueckgeben.de
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