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AVIVA-BERLIN.de im August 2014:

Dieser Text wurde hinterlegt:



Kristina Schröder schickt Eva Maria Welskop-Deffaa in die Wüste - LandesFrauenRat schickt ihr einen offenen Brief
Sharon Adler

Ramona Pisal, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbunds, die Bundessprecherinnen Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen und AVIVA-Berlin kritisieren ...



... die Entlassung der engagierten Abteilungsleiterin Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Eva Maria Welskop-Deffaa.

Damit hat sich Ministerin Kristina Schröder mal wieder selbst ein Armutszeugnis ausgestellt. Ganz offensichtlich war ihr Welskop-Deffaa unbequem, da diese, ganz im Gegensatz zu der rücksichtsgewandten Ministerin, die Frauen und ihre Belange im Blick hatte.

Wie mensch jetzt schön übersichtlich im Organigramm des Ministeriums im Überblick sehen kann, verfolgt Schröder die Taktik, ihr Ministerium rein männlich zu besetzen. Es bleibt die Frage: Wer stoppt diese Frau? Gäbe es überhaupt ein geeignetes Jobprofil für sie? Wir schlagen vor: Frau Schröder möge – für mindestens vier Wochen – einmal versuchen, einen geeigneten Teilzeitjob zu finden, um dann mit dem durchschnittlichen Gehalt einer alleinerziehenden Mutter ihr Kind und sich über die Runden zu bringen. Probieren kann sie ja auch einmal, einen Kitaplatz in der Nähe ihres Wohnorts zu finden, um Job und Kind unter einen Hut zu bekommen.
Vielleicht würde selbst ihr dann aufgehen, wie viel Wahlfreiheit das Angebot einer 150-Euro-Herdprämie so bietet.

Der LandesFrauenRat nahm in einem offenen Brief vom 17. Juli 2012 an Schröder mit deutlichen Worten Stellung zu Welskop-Deffaas Entlassung:


"Sehr geehrte Frau Ministerin Schröder,

mit Bestürzung und großem Unverständnis haben wir die Versetzung der Leiterin Ihrer Abteilung Gleichstellung und Chancengleichheit, Eva Maria Welskop-Deffaa, mit sofortiger Wirkung in den einstweiligen Ruhestand zur Kenntnis genommen. Frau Welskop-Deffaa ist eine über die Grenzen Deutschlands hinaus allseits angesehene, gut vernetzte und exzellente Gleichstellungsexpertin. Auch und gerade für die bundesweit zahlreichen Frauenorganisationen ist sie eine kompetente Ansprechpartnerin. Wir sind empört über den Umgang mit dieser hervorragenden Fachfrau, die stets die Politik Ihres Hauses vermittelt und dafür manch Gegenwind in Diskussionsrunden mit Vertreterinnen der Fraueninfrastruktur empfangen hat.

Mit Ihrer Personalentscheidung verstärken Sie den Eindruck, dass die Frauenpolitik in Ihrem Ministerium an letzter Stelle kommt. Dafür spricht auch Ihr Rechenbeispiel beim Frauenanteil in den Spitzenpositionen Ihres Hauses. Zwar beabsichtigen Sie, die derzeit zwei vakanten Abteilungsleitungen mit Frauen zu besetzen. Das wären dann aber auch die einzigen Führungsfrauen in ihrem Leitungsstab. Sonst setzen Sie angefangen vom neuen Staatssekretär und dem bewährten Parlamentarischen Staatssekretär über drei Abteilungsleiter und dem Leiter des Arbeitsstabs Freiwilligendienste bis hin zum Pressesprecher und seinem Stellvertreter Ihr Vertrauen ausschließlich in Männer. Das ist keine Frauenförderung! Von einer Frauenministerin erwarten wir mehr!

Wir fordern Sie dringend auf, Ihre Personalpolitik grundsätzlich zu überdenken. Entscheiden Sie sich für eine konsequente Förderung von Frauen – in allen Politikfeldern unserer Gesellschaft. Vollziehen Sie die Kehrtwende: Entscheiden Sie sich für eine konsequente Frauen- und Gleichstellungspolitik!

Mit freundlichen Grüßen
Regina Seidel
Vorsitzende LandesFrauenRat"



Auch der Deutsche Juristinnenbund (djb) bedauert in einer Pressemitteilung vom 11. Juli 2012 die Entlassung der Abteilungsleiterin:

"Mit großem Bedauern hat der djb die Nachricht von der überraschenden Entlassung aufgenommen. Frau Welskop-Deffaa war am Tag nach dem letzten Treffen von Frau Ministerin Schröder mit den Vorständen der DAX30-Unternehmen am 28. Juni über ihre geplante Versetzung in den einstweiligen Ruhestand informiert worden."

Dazu Ramona Pisal, Präsidentin des djb:

"Mit der Entlassung von Frau Welskop-Deffaa verliert die Gleichstellungspolitik auf Bundesebene eine ihrer engagiertesten Vorkämpferinnen. Hoch kompetent, mit profunder Sachkunde und professionellem Augenmaß für das politisch Machbare war sie uns wie vielen weiteren Verbänden eine jederzeit aufmerksame und zugewandte Ansprechpartnerin.

Die tatsächliche Gleichstellung der Frau in der bundesdeutschen Gesellschaft vom Papier in die Lebenswirklichkeit zu übertragen, ist ihr ein ernsthaftes Anliegen. Zahlreiche Projekte und Initiativen hat sie mit angestoßen und maßgeblich durch Rat und Tat unterstützt. Dabei verdient neben der Anerkennung für ihr glaubwürdiges Engagement und ein immens hohes Arbeitspensum insbesondere ihre loyale und umsichtige Moderation der aktuell durchaus kontrovers diskutierten gleichstellungspolitischen Themen besonderen Respekt."




An dieser Stelle veröffentlicht AVIVA-Berlin auch den Offenen Brief "Versetzung in den einstweiligen Ruhestand von Frau Welskop-Deffaa (BMFSFJ)" der Bundessprecherinnen Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen:

"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir, die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, vernetzen bundesweit mehr als 1.600 kommunale Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte.

Wie Sie sicherlich aus Ihrer Zeit als Frauenministerin wissen, haben wir immer aufmerksam verfolgt, welche Anknüpfungspunkte für unsere Arbeit auf kommunaler Ebene Programme, Publikationen und Veranstaltungen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bieten.

Diese Anknüpfungspunkte waren – egal welcher Partei die Frauenministerin angehörte – immer vorhanden, leb- und kommunizierbar. Jede Ministerin hat in ihrer Funktion einen neuen Schwerpunkt gesetzt, das Ziel – die Gleichstellung von Frauen und Männern – aber nicht aus den Augen verloren.

Die Versetzung von Frau Welskop-Deffaa in den einstweiligen Ruhestand ist für uns ein bestürzendes Signal.

Frau Welskop-Deffaa war für uns eine äußerst kompetente, gut informierte und strategisch kluge Ansprechpartnerin.

Sie hat mit ihrer Abteilung den Bundesgleichstellungsbericht auf den Weg gebracht, erstmals eine umfassende Standortbestimmung zur Gleichstellungspolitik in Deutschland mit Handlungsoptionen.

Sie hat es geschafft, das Thema „Frauen in Führung“ in die Öffentlichkeit zu bringen und damit gesellschaftliche Veränderungen angestoßen.

Sie hat im Bereich Gewalt gegen Frauen erstmalig Forschungsdaten vorgelegt und die Hilfemöglichkeiten für Opfer weiterentwickelt.

Und: Sie hat auf die sich verändernde Gesellschaft mit der Einrichtung eines Referates für Jungen und Männer reagiert.

Dafür hat ihre Abteilung sowohl national als auch international Lob und Anerkennung erhalten.

Wir sind besorgt um die Ausrichtung der Abteilung Gleichstellung/ Chancengleichheit durch ihre Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Bisher hatten wir die Gewissheit, dass wir – wenn auch auf unterschiedlichen Wegen – für ein Ziel arbeiten. Diese Gewissheit haben wir nicht mehr.

Da Frau Ministerin Schröder bisher alle führenden Leitungsfunktionen mit Männern besetzt hat, ist zu befürchten, dass auch die Abteilung Gleichstellung/Chancengleichheit zukünftig von einem Mann geleitet wird. Enttäuschender könnte damit die Schwerpunktsetzung einer Frauenministerin nicht sein."


Mit freundlichen Grüßen
Die Bundessprecherinnen

Mehr Infos unter:

www.djb.de

www.frauenbeauftragte.de

Weiterlesen:

Beitrag in der TAZ vom 09.07.2012

"Rauswurf im Familienministerium. Unfreiwillig in den Ruhestand"

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Nicht meine Ministerin - Kristina Schröder drückt sich vor Annahme der Unterschriften

Singen Sie dem Betreuungsgeld ein Schlaflied - jetzt unterschreiben


© Fotos von Eva Maria Welskop-Deffaa: Sharon Adler

Public Affairs > Politik + Wirtschaft erstellt: 11.07.2012 Sharon Adler 

   




 
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