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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2017 - Beitrag vom 15.07.2012

Dieser Text wurde hinterlegt:



Elke-Vera Kotowski - Valeska Gert. Ein Leben in Tanz, Film und Kabarett
Sharon Adler

Zum 120. Geburtstag einer der wichtigsten Vertreterinnen des avantgardistischen Tanzes in den 1920er Jahren, die dar├╝berhinaus in Filmen von Ottinger, Fellini, Fassbinder und Schl├Ândorff zu sehen...



... war. Auch als Lyrikerin, Kabarett- und Barbesitzerin schaffte sich die am 11. Januar 1892 geborene Berlinerin eine Fangemeinde.

In ihrem Vorwort l├Ąsst die Autorin, Dr. Elke-Vera Kotowski, die Ausnahmek├╝nstlerin selbst zu Wort kommen. Auf die Frage, mit welchem Res├╝mee sie als ├Ąltere Dame auf ihr ereignisreiches Leben vor und nach dem 2. Weltkrieg zur├╝ckblicke, antwortete die damals dreiundachtzigj├Ąhrige Valeska Gert erbost: "Wieso alt, ich bin doch nicht alt."

Kotowski skizziert das Leben der Legende, indem sie deren Weg akribisch und gleichzeitig gestrafft nachzeichnet. Das Leben der Valeska Gert stellt sie auch dadurch plastisch dar, indem sie aus deren Autobiographien "Ich bin eine Hexe. Kaleidoskop meines Lebens" aus dem Jahr 1969 und "Die Katze von Kampen (1973) zitiert. Doch auch ZeitzeugInnen wie etwa Kurt Tucholsky l├Ąsst die Autorin von Valeska Gert erz├Ąhlen, zun├Ąchst von den Anfangsjahren ihrer Karriere in Berlin, sp├Ąter der Zeit in der Emigration und schlie├člich nach ihrer R├╝ckkehr nach Deutschland.

Valeska Gert, geborene Gertrud Valesca Samosch wusste schon als Kind, was sie wollte. Ihre k├╝nstlerische Begabung war fr├╝h erkennbar und wurde von ihrer Familie gef├Ârdert, auch wenn ihr Vater den Bruder vorzog und sie kritisierte, wenn sie B├╝cher las, statt auf ihn aufzupassen.
Als Tochter einer j├╝dischen Familie musste sie, die mit ihrem Avantgarde-Tanz und auch in einigen Stummfilmen, wie etwa in "Die freudlose Gasse" neben Greta Garbo und Asta Nielsen, im Tagebuch einer Verlorenen und schlie├člich in der Dreigroschenoper schon mehrfach erfolgreich aufgetreten war, Anfang der 1930er Jahre Deutschland verlassen.

Ihre Flucht f├╝hrte sie nach Frankreich, in die USA und nach England. wo sie jedoch nicht an ihre Erfolge ankn├╝pfen konnte.
In den USA verdiente sich die K├╝nstlerin kurzzeitig ihr Geld als Tellerw├Ąscherin, bis sie 1941 in New York die Beggar Bar er├Âffnete. Einer ihrer Kellner, der dort auch seine eigenen Gedichte vortrug, war der zu dieser Zeit noch unbekannte Dramatiker Tennessee Williams. Judith Malina, die sp├Ąter mit dem Maler Julian Beck das Living Theatre ins Leben rief, arbeitete an der Garderobe. 1946 er├Âffnete Gert in Provincetown f├╝r einen Sommer das Kabarett Valeska┬┤s, bis sie schlie├člich 1947 nach Europa zur├╝ckkehrte. Dort er├Âffnete sie zun├Ąchst in Z├╝rich, anschlie├čend in Berlin ein Kabarett, in dem sie unter anderem dem jungen Klaus Kinski eine B├╝hne verschaffte. Sie selbst schl├╝pfte u.a. in die Rolle der "KZ-Kommandeuse Ilse Koch", jene f├╝r ihre Grausamkeit bekannte und 1951 verurteilte Frau des Lagerkommandanten des KZ Buchenwald. Im gleichen Jahr er├Âffnete sie das bis heute legend├Ąre Nachtlokal "Ziegenstall" in Kampen auf Sylt. Seit den 1960er Jahren stand sie dann auch wieder ÔÇô f├╝r Ottinger, Fassbinder, Fellini und Schl├Ândorff ÔÇô vor der Kamera.

"Noch einen Winter ├╝berlebe ich nicht (...) das Fernsehprogramm ist zu schlecht" ├Ąu├čerte Valeska Gert im Herbst 1977 Freunden gegen├╝ber. Ihre ironische Prophezeiung sollte sich bewahrheiten. Vermutlich am 16. M├Ąrz 1978 starb Valeska Gert. Ihr Grab befindet sich auf dem Ruhlebener Friedhof in Berlin, ihrer Lieblingsstadt.

Zur Autorin: Dr. Elke-Vera Kotowski ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum f├╝r europ├Ąisch-j├╝dische Studien an der Universit├Ąt Potsdam.
Diverse Ver├Âffentlichungen, darunter "Juden in Berlin ÔÇô Biografien" und gemeinsam mit Irene A. Diekmann "Geliebter Feind, gehasster Freund. Antisemitismus und Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart". In Vorbereitung befindet sich "Salondamen und Frauenzimmer. Selbstemanzipation deutsch-j├╝discher Frauen in zwei Jahrhunderten", hrsg. von Christine Geffers Browne und Elke-Vera Kotowski, (de Gruyter, erscheint im M├Ąrz 2013)
Weitere Infos finden Sie unter: www.mmz-potsdam.de

AVIVA-Tipp: Valeska Gert war eine starke Frau und begnadete K├╝nstlerin, die ihren Weg so w├Ąhlte, wie es ihr gefiel. Dieser schmale Band aus der Reihe "J├╝dische Miniaturen" gibt einen kleinen, aber umfassenden Einblick in das Leben und Schaffen dieser au├čergew├Âhnlichen Charakterdarstellerin, Lyrikerin, Kabarett- und Barbesitzerin.

Elke-Vera Kotowski
Valeska Gert
Ein Leben in Tanz, Film und Kabarett

64 Seiten, Broschur, 16 Abbildungen
ISBN: 978-3-942271-53-0
6,90 Euro
Hentrich & Hentrich Verlag Berlin
J├╝dische Miniaturen Bd. 123
www.hentrichhentrich.de

Weitere Infos unter:
Vom 26. Mai bis 29. Juni 2012 zeigte die Galerie im Kaamp-H├╝s in Kampen auf Sylt die Ausstellung Die Katze von Kampen" ├╝ber Valeska Gert, die dort den legend├Ąren "Ziegenstall" betrieb.

Valeska Gert-Ausstellung zu ihrem 120. Geburtstag in Kampen auf Sylt

"Ich will leben, auch wenn ich tot bin" (Im Rahmen der Ausstellung des Moses Mendelssohn Zentrums im April 2011 in Potsdam)

Valeska Gert. Ein bewegtes Leben in Tanz, Film und Kabarett (Im Rahmen der Ausstellung des Moses Mendelssohn Zentrums im April 2011 in Potsdam)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Susanne Beyer - Palucca - Die Biografie

Unser Beitrag zu Lotte Jacobi , die Valeska Gert in ihrem Charlottenburger Atelier fotografiert hat

Tanzen und tanzen und nichts als tanzen, herausgegeben von Amelie Soyka



(Quelle: Hentrich & Hentrich Verlag Berlin)

Literatur > Juedisches Leben Beitrag vom 15.07.2012 Sharon Adler 

   




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