Astrid North - NORTH. Die BAR JEDER VERNUNFT pr├Ąsentiert: Astrid North - Northerness - Altes und Neues vom 8. - 9. September 2015
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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2017 - Beitrag vom 20.07.2012

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Astrid North - NORTH
Susanne Schwarz

"Spiegel Online" nannte Astrid North einmal eine der "Leading Ladys der hiesigen Soulszene". Am 20. Juli 2012 erschien das Solo-Deb├╝t der durch die Band "Cultured Pearls" bekannten S├Ąngerin.



Leading Lady der hiesigen Rockszene?

Mit "ihrem neuen Album beschreitet North rockigere Wege, als mit ihrer ehemaligen Band, die stilistisch haupts├Ąchlich im Soul mit variierenden Einfl├╝ssen aus Pop, Jazz und Funk anzusiedeln war. Dem Soul bleibt sie dennoch treu, zumindest was den Gesang angeht. Vielleicht geht es mit dieser weichen, dunklen und ausdrucksstarken Stimme auch gar nicht anders. Diese verschmilzt in "NORTH" fabelhaft mit quietschenden Gitarren, schepperndem Klavier und harten Drums.

Das f├Ąngt gleich mit dem ersten Lied "Twang" an: Astrid North zieht einen mit ihrem energiegeladenen Arrangement sofort in ihren Bann. Mit den Worten "Oh, I`m climbing higher", schlie├čt sie den EinsteigerInnensong kraftvoll ab ÔÇô und das glaubt mensch ihr auf`s Wort, denn ab den ersten paar Takten tut sich die Frage auf, warum diese Frau (noch) nicht bekannter ist.

Stilmix erh├Ąlt die Spannung aufrecht

Die Single "Dither" ist eine schwerm├╝tige und dennoch hoffnungsvolle Rock-Ballade mit Funk-Einfluss. Interessant ist das Album wirklich aufgrund seiner gewagten, aber gelungenen Stilmischungen. Vor allem in "Wishbone" fallen die energiegeladenen Gospelch├Âre auf, die sich in den Rocksong eingliedern. Doch auch ruhige Kl├Ąnge erg├Ąnzen "NORTH". So schl├Ąngeln sich in "Lighting" zarte Klaviert├Âne und weiche Gitarren um den emotionalen Gesang.

Kurz vor Endspurt schleichen sich dann doch noch einige L├Ąngen in das Album. "Honda" ist vielleicht als tanzbar zu bezeichnen und zeichnet sich im Refrain auch durch die f├╝r "NORTH" typischen interessant-dissonanten Harmonien aus. Beides t├Ąuscht aber nicht ├╝ber den generischen Pop-Rock-Rythmus ├í la Katy Perry hinweg, der den Fluss des Albums etwas hemmt. Das Folgelied "Love" schleppt sich ein wenig dahin, ein ausgereifter Spannungsbogen h├Ątte den f├╝nfeinhalb Minuten nicht geschadet.

Das Album schlie├čt mit "Whenever", einer Ballade, die mit ruhigem Pop beginnt und von der zweiten bis zur zehnten Minute in minimalistischen Klavierinstrumentierung mit monotoner Perkussion verf├Ąllt. Spannend bleibt das Lied durch Norths nachdenkliche Erz├Ąhlstimme.

Therapie gegen zugeschn├╝rten Hals

Musik scheint f├╝r Astrid North eine Art Katharsis zu sein, die von der Musikerin selbstgeschriebenen Texte geben tiefen Einblick in ihre Gef├╝hlswelt.

"Der Impuls bei den meisten Liedern, kommt aus dem Bed├╝rfnis, das eigene Gef├╝hl zu bebildern. Worte finden, die einen Zustand beschreiben und sie dann zum Leben erwecken. Wenn sich mir vor lauter Emotionen der Hals zuschn├╝rt, ist das Dar├╝berschreiben meine Form der Therapie. Mein Ventil. Dann flie├čen die Worte ganz einfach",

erkl├Ąrte sie gegen├╝ber dem "Rolling Stone".

Thematisch sind Norths Texte Momentaufnahmen in einer Selbstfindung im Kontext des sozialen Umfelds. Sie handeln von der eigenen Verletzlichkeit in Beziehungen, von Festhalten und Loslassen, von Ersch├Âpfung und dem Sch├Âpfen neuer Kraft, aber auch von Reflexionen aus ihrer Kindheit.

Zur K├╝nstlerin: Astrid North wurde 1973 in Berlin geboren und verbrachte ihre Kindheit mit dem Pendeln zwischen ihrer Geburtsstadt und Houston/USA. Durch ihre musikalische Familie wandte auch North sich fr├╝h der Musik zu und gr├╝ndete bereits zu Schulzeiten ihre erste Band. Bekannt wurde sie durch ihre T├Ątigkeit als S├Ąngerin der Band "Cultured Pearls", mit der sie vier Alben, eine Best-Of-Zusammenstellung ver├Âffentlichte und im Zuge dessen mehrere Erfolge in den Charts feiern durfte. 2004 legte die Band eine Pause ein und North begann, an ihrer Solo-Karriere zu arbeiten. Das Ergebnis ist "NORTH".

AVIVA-Tipp: "NORTH" l├Ądt mit seiner Melancholie dazu ein, es sich mit einer Tasse Tee oder einem Glas Rotwein gem├╝tlich zu machen und ├╝ber die ganz gro├čen und ganz kleinen Themen zu sinnieren. Alternativ dient es auch dazu, sich in der U-Bahn mit Kopfh├Ârern ganz von allen abzuschotten, um auch in der Masse f├╝r sich sein zu k├Ânnen, nur eins ist das Album sicher nicht: "Fahrstuhlmusik", die geduldig neben Unterhaltungen und Alltagsgeschehen daherpl├Ątschert. "NORTH" braucht Aufmerksamkeit, um zu wirken, tut es dann aber auf jeden Fall.

Astrid North
NORTH

Label: Astrid North Records, V├ľ Juli 2012

Mehr Infos zur Musikerin und Kostproben aus dem Album unter: "www.facebook.com/astridnorth.music/info"

Weiterh├Âren auf AVIVA-Berlin:

"The shape of a broken heart" von IMANY


Music > Beitrag vom 20.07.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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