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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2016:

Dieser Text wurde hinterlegt:



Zaha Hadid und Suprematismus - Herausgegeben von Galerie Gmurzynska
Laura W├Âsch

Die Arbeiten der mit dem Pritzker Preis ausgezeichneten Architektin gelten als ausgesprochen eigenwillig und revolution├Ąr. Im Begleitkatalog zur von ihr kuratierten gleichnamigen Ausstellung in...



... Z├╝rich verr├Ąt sie im Interview mit Hans Ulrich Obrist, woher sie ihre Inspirationen sch├Âpft und macht ihre Faszination f├╝r die russische Avantgarde-Kunst deutlich.

Von der Gegenst├Ąndlichkeit befreit

Wirft mensch einen Blick auf die zeichnerischen und computergenerierten Geb├Ąudeskizzen der Stararchitektin Zaha Hadid, ist die k├╝nstlerische Verwandtschaft zur russischen Avantgarde augenscheinlich.
Von einem Vortrag ├╝ber den russischen Konstruktivismus inspiriert, entdeckte sie bereits w├Ąhrend ihres Studiums die k├╝nstlerische N├Ąhe zu Kasimir Malewitsch, dem ber├╝hmtesten Vertreter des Suprematismus. Malewitschs Ideal entsprach einer von Gegenst├Ąnden befreiten Kunst, die er in der Klarheit einfacher geometrischer Formen fand. "Die ganze Idee der Leichtigkeit, des Gleitens, der Struktur und wie es sanft auf der Erde landet, das alles stammt daher", erz├Ąhlt Zaha Hadid in einem im Begleitkatalog zur Ausstellung abgedruckten Interview mit dem Schweizer Kurator Hans-Ulrich Obrist.

Auf der Suche nach r├Ąumlichen Grenzen

Die 1950 in Bagdad geborene und in London lebende Stararchitektin Zaha Hadid ist bekannt f├╝r ihre innovativen Entw├╝rfe, die sich in ihrer Formensprache zwar an der Vergangenheit orientieren, sich aber dennoch stets der Zukunft verpflichten. Utopien scheinen sich in ihren Konstruktionen mit der Gegenwart zu vers├Âhnen. Internationale Aufmerksamkeit wurde ihrer Arbeit erstmals 1983 geschenkt. Der damals viel diskutierte Entwurf eines Klubhauses auf dem Hong Kong Peak, einer architektonischen Raumkonstruktion, die das Gef├╝hl evoziert, entgegen den Regeln der Schwerkraft zu schweben, wurde jedoch nicht realisiert. Geometrische Figuren entfliehen hier ihrer Bodenhaftung, als h├Ątten sie sich aus einem Geb├Ąudekomplex in die Zukunft sprengen wollen. Es scheint, als wollte die Architektin fragen "Wo sind die Grenzen des Raums und wie kann ich sie ├╝berschreiten?"

Preis und Prestige

Zaha Hadids Geb├Ąudeentw├╝rfe galten deshalb lange Zeit als zu k├╝hn. Erst das 1993 realisierte Feuerwehrhaus f├╝r die Architektur- und Designschmiede Vitra in Weil am Rhein bewies, dass sich Hadids Entw├╝rfe durchaus mit der Realit├Ąt vereinbaren lassen. Im Laufe der Jahre ver├Ąnderte sich ihre tendenziell scharfe und zackige Formensprache zugunsten organischerer Formen. Ihre Designs und Geb├Ąudeentw├╝rfe wirken seitdem wie von Erosion geformt und scheinen mit den Gegebenheiten der Natur befriedet. Als erste Frau konnte die Exil-Irakerin schlie├člich 2004 den renommiertesten Architekturpreis, den Pritzker Preis, entgegennehmen. Gemeinsam mit ihrem Partner, dem deutschen Architekten Patrik Schumacher, ist sie weltweit ├╝beraus erfolgreich. In den letzten Jahren wurden erneut zwei prestigetr├Ąchtige Geb├Ąude, das "MAXXI" genannte Museum f├╝r Kunst des 21. Jahrhunderts in Rom und das Opernhaus in Guangzhou fertiggestellt.

Bezug und Wirkung

In den von ihr dynamisch gestalteten Ausstellungsr├Ąumen in der Galerie Gmurzynska am Z├╝rcher Paradeplatz f├╝hrte die Architektin durch Gem├Ąlde und Arbeiten auf Papier der von ihr bewunderten russischen Suprematisten El Lissitzky, Alexander Rodtschenko und Kasimir Malewitsch und setzte sie r├Ąumlich in Bezug zu ihren eigenen Werken. Der zur Ausstellung erschienene aufwendig gestaltete Begleitkatalog f├╝hrt erneut durch die dort entstandene Formenwelt.

AVIVA-Tipp: ├ähnlich unaufdringlich wie die Architektin durch die Galerier├Ąume lenkte, macht der Bildband in monochromer Bescheidenheit und Klarheit die Struktur der Ausstellung deutlich. Neben den zahlreichen schwarz-wei├č und g├╝lden leuchtenden Skulpturen und Designs von Zaha Hadid reihen sich Eckpfeiler der Kunstgeschichte, wie Malewitschs Werk Supremus. Die Aufl├Âsung der Empfindung. Textbeitr├Ąge von namhaften ArchitektInnen, KunsthistorikerInnen und KuratorInnen wie Charlotte Douglas, Patrik Schumacher oder Kenny Schachter f├╝gen sich zwischen die gro├čformatigen Abbildungen ein und dokumentieren das Verh├Ąltnis zwischen Zaha Hadids Formenwelt und dem russischen Suprematismus.

Zaha Hadid und Suprematismus
Herausgegeben von: Galerie Gmurzynska

Texte von Charlotte Douglas, Krystyna Gmurzynska, Edwin Heathcote, Alexander Lavrentiev, Melodie Leung, Andrei Nakov, Mathias Rastorfer, Kenny Schachter, Patrik Schumacher
Gespr├Ąch mit der K├╝nstlerin von Hans Ulrich Obrist
Gestaltung von Dan Miller Design, New York
Hatje Cantz Verlag, erschienen 2012
Deutsch
288 Seiten, 175 farbige Abbildungen, gebunden, mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-7757-3300-7
Euro 49,80
www.hatjecantz.de
(Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-3301-4)

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zaha-hadid.com

www.gmurzynska.com

Interview mit Zaha Hadid im Online-Magazin f├╝r Produkt- und Interiordesign, Designline Living (2007)

"Suprematismus", in archINFORM


Buecher > Art + Design erstellt: 09.08.2012

   




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