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AVIVA-BERLIN.de im April 2014:

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Ausstellung in der Galerie Funke – Michaela Schweiger: Blicke, Begleiter. 8. September – 6. Oktober 2012
Claudia Funke

Schweiger zeigt im Kontext einer Rauminstallation und im Zusammenhang mit Fotografien ihren Film "Begleiter" und re-inszeniert die medial vermittelten Bilder von Frauen aus den Gebieten...



... Architektur, Film und Mode erstmals in einer Ausstellung in Berlin.

"Begleiter" wurde 2010 mit dem 14. Marler Video-Kunst-Preis, einem der ältesten und bekanntesten Medienkunstpreise Deutschlands, ausgezeichnet. Er machte unter anderem bereits Station im Kunstmuseum Bonn, der Dasa Dortmund, dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, der BWA Contemporary Art Gallery in Katowice, Polen und dem National Taiwan Museum of Fine Arts, Taichung in Taiwan.

Den inhaltlichen Ausgangspunkt und die Plattform von Schweigers Werken bildet die Architektur der Moderne. Während sich ihre Filme "Besuch bei Themroc", 2004, und "Zurück in die Stadt von Morgen", 2005, mit den Themen Arbeit sowie Gesellschaft und Gemeinschaft auseinandersetzen, fragt "Begleiter" nach den Rollenvorstellungen und -erwartungen von Frauen seit den 1950er Jahren. Dabei spürt die Künstlerin den Spuren nach, die die Nachkriegsmoderne bis heute gelegt hat: Welche Ideale wurden eingelöst, welche Klischees haben sich verändert oder bestehen bis heute? Über ihre Strategie des "Blicks zurück nach Vorn" sagt Schweiger: "Ich formuliere eine Haltung in meiner Arbeit. Ich sehe den Rückblick als Möglichkeit, Zukunft zu gestalten, über Zukunft nachzudenken."
Neben Bildern aus der Kunst, dem Film und den Medien bilden Recherchen in Archiven, Interviews, Gespräche und der theoretische Überbau die Grundlage der Werke der in den 60er Jahren geborenen in Berlin und Halle lebenden Künstlerin.

© Michaela Schweiger, Begleiter, 2010, Standbild. Photo: Morris Swiderski


Der Film "Begleiter" wird vor der Wand eines den Ausstellungsraum strukturierenden Fassadenmodells vorgeführt. Es greift das vertikal-horizontale Raster als Chiffre der Moderne auf. Dieses konstruktiv-lineare Gefüge durchbrechend umkreist die Kamera im Film kontinuierlich ein Setting, das sich in einen Bühnen- und einen Backstage Bereich aufteilt, während die Inszenierung der Szene jederzeit sichtbar bleibt. Innerhalb eines modernistischen Bühnenbildes und vor dem Hintergrund der Interviews, die die Künstlerin mit verschiedenen Generationen der Bewohnerinnen des Le Corbusier-Hauses Unité d`Habitation, Typ Berlin und des 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung von namhaften Architekten der Moderne errichteten Hansaviertels in Berlin Tiergarten führte, treten Frauen und Männer im Wandel der Zeit von mehreren Jahrzehnten auf: Die gesellschaftlichen Zuschreibungen vor allem an die Frauen zwischen Küche und Kindern, Konsum und Mode, Kunst und Karriere verschieben sich in Richtung Emanzipation und Selbstbestimmung. Ein vollständiger Bruch mit den herkömmlichen Lebensmodellen scheint aber nicht zu gelingen. Die Kontinuität der Geschlechterrollen wird zum einen durch die pausenlos rotierende Kameraführung zum anderen durch die Anhäufung von bekannten Topoi aus der Filmgeschichte der 50er und 60er Jahre kritisch aufgedeckt: Das Töchterchen rennt in die Arme der Mutter, eine Frau richtet sich die Haare und blickt dabei selbstbewusst in den Spiegel, das sich küssende Paar, ein Paar, das schweigend während der Mahlzeit am Tisch sitzt, die Frau, die im Haus die Blumen dekorativ arrangiert.

© Michaela Schweiger, Begleiter, Installationsansicht, Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl, 2011. Photo: Achim Kukulies


Ein subtiles Spiel der Ironie und Subversion entfaltet sich durch die von der Künstlerin kühl in Szene gesetzten fast surreal überzogenen Bildwelten, die nicht zuletzt auch auf den Kunstbetrieb abzielen und das Mittel der "Verfremdung" einsetzen. Auf diese Weise gibt Schweiger doch einen Ausblick auf eine Veränderung und Durchbrechung der eingeübten Muster mittels einer Analyse des Systems. In "Begleiter" inszenieren sich die Schauspieler offensichtlich vor der Kamera, die immer spürbar bleibt. Die weibliche Erzählstimme berichtet über Szenen, die man nicht sieht. Sie bewirkt, dass ein Spannungsfeld zwischen Bild- und Tonebene entsteht, da Bild und Ton nicht synchron laufen. Die Handlung von "Begleiter" geht nahtlos in das Geschehen hinter der Bühne über, wo das Filmteam sich selbst während der Produktion des Films spielt und diese somit als Konstruktion offen gelegt wird.

Auf der Rückseite von Schweigers Rauminstallation in der Galerie Funke modifiziert die Künstlerin das bekannte Bild der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand auf der berühmten "Le Corbusier-Liege". Indem Schweiger dieses Foto innerhalb zweier über Eck gestellter Spiegel fotografierte, sieht Perriand, die das klassische Möbelstück der Moderne 1928 zusammen mit Le Corbusier entwarf, nun auf sich selbst und rekapituliert damit ihr eigenes, von außen geprägtes Image.


Michaela Schweiger, geboren 1966, lebt und arbeitet in Berlin und in Halle an der Saale
1998 Meisterschülerin der Freien Kunst an der Universität der Künste, Berlin
2004 Diplom des Postgraduiertenstudiums an der Kunsthochschule für Medien Köln
Michaela Schweiger ist Professorin für zeitbasierte Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
2004 Preisträgerin des 13. Bremer Videokunst-Förderpreises
2010 Preisträgerin des 14. Marler Video-Kunst-Preises
Publikation: Michaela Schweiger – Zwei Meter fünzig und vierundsechzig Leben, Berlin, Revolver Publishing, 2011
www.michaelaschweiger.de

Auswahl der Einzel- und Gruppenausstellungen: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Galerie Walbröl, Düsseldorf, Konsthall C. Stockholm, Neues Museum Weserburg Bremen, Kunstraum Lakeside Klagenfurt, Centre d`art Passerelle, Brest, Videonale, Kunstmuseum Bonn, Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg, Kunstverein Frankfurt am Main, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, NGBK, Berlin, Kunstraum Kreuzberg, Bethanien, Berlin, Art Cologne, Art Forum Berlin, Internationale Messe für Gegenwartskunst Zürich.

Veranstaltungsort: Galerie Funke
Willibald-Alexis-Straße 14
10965 Berlin
www.galeriefunke.de


AVIVA-Berlin ist Medienpartnerin dieser Ausstellung.


(Copyright: Claudia Funke, August 2012)


Die Ausstellung wird vom 8. September bis zum 6. Oktober zu sehen sein.
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag, 13-18 Uhr, Samstag, 12-15 Uhr und nach Vereinbarung.







Kultur > Kultur live erstellt: 09.08.2012

   




 
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