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AVIVA-BERLIN.de im August 2017 - Beitrag vom 21.02.2012

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Lana Del Rey - Born To Die
Annika H├╝ttmann

Ja, Lana Del Rey ist ein K├╝nstlerInnenname. Ja, vieles an der Biografie und dem Auftreten dieser K├╝nstlerin mag etwas inszeniert wirken. Aber Lizzy Grant aus Lake Placid ist nicht die erste, die...



... sich neu erfindet, um ihre Kunst zu machen. Auf keinen Fall sollen hier ihre Lippen diskutiert werden, wie es an anderer Stelle zu oft geschehen ist. Und auch nicht, wie "echt" diese Lana denn nun ist, sondern nur, wie gut ihr Deb├╝talbum ist.

Es wird viel kombiniert. HipHop Beats treffen auf opulente Orchestrierung, vermischen sich mit wundersch├Ânen Melodien und allen Facetten von Lana Del Reys nicht perfekter, aber interessanter Stimme. Gerade, wenn mensch das Gef├╝hl beschleicht, bestimmte Elemente dieser Kombination schon mal irgendwo geh├Ârt zu haben, kommt unerwartet noch ein Chor oder eine Gitarre hinzu oder der Bass wird in einer Ballade so dominant, dass es sich doch wieder neu anf├╝hlt. Das funktioniert bei fast jedem der zw├Âlf Songs, die allesamt aus Lana Del Reys eigener Feder stammen.

"Blue Jeans, white shirt
walked into the room you know
you made my eyes burn
It was like, James Dean, for sure"


Als ihre Einfl├╝sse nennt die 24-J├Ąhrige David Lynch, Soundtracks zu Schwarzwei├č-Filmen aus den 1950er Jahren, das schwirrende Ger├Ąusch des Riesenrads auf Coney Island und das Ph├Ąnomen "Ruhm" an sich. All das klingt in den Songs mit, immer wieder gibt es Anspielungen auf das alte Hollywood, es schwingt eine Mischung aus Kitsch und Zerst├Ârung mit, die sich jedoch nicht wirklich greifen l├Ąsst.

Musikalisch ist "Born To Die" in sich stimmig, aber dennoch abwechslungsreich, auf textlicher Ebene geht es vor allem um Liebe. Die wirklich gro├če, ewige, gern auch selbstzerst├Ârerische Liebe. Lana Del Rey schw├Ârt ewige Treue - koste es, was es wolle. Dementsprechend melancholisch und dunkel ist der Grundton des Albums, auch wenn immer wieder tanzbare Beats hervorbrechen.

Die Singles "Video Games" und "Born To Die" sind keine Ausnahmesongs des Albums, vielmehr wird ihr musikalisches Level durchgehend gehalten. Lana Del Reys Melodien setzen sich fest, ohne sich den H├Ârenden dabei aufzudr├Ąngen. Bem├╝ht klingen nur stellenweise die Texte, denn es wird immer wieder dieselbe Geschichte erz├Ąhlt, so dass die gro├če Liebe zwischen zwei gefallenen Personen irgendwann nicht mehr ganz so episch oder tragisch wirkt, sondern etwas langweilig. Um also nicht doch in die Falle zu tappen, sich zu fragen, ob Lana Del Rey nicht doch etwas zu viel inszeniert, sollte mensch auf jeden Fall mehr auf die Musik achten - die gro├če Popmusik, die "Born To Die" so h├Ârenswert macht.

AVIVA-Tipp: "Born To Die" kombiniert geschickt unterschiedliche musikalische Einfl├╝sse, irgendwo zwischen HipHop und dem Hollywood der 1950er Jahre entsteht so ein gro├čes Popalbum, das immer wieder ├╝berrascht.

NEWS: Am 12. November 2013 erscheint die "Paradise"-Edition des Albums "Born To Die" mit sieben neuen Songs inklusive der Singe "Ride" sowie einem Cover des Klassikers "Blue Velvet". Dieses nahm Lana del Rey eigens f├╝r die Kampagne eines gro├čen Modeherstellers auf, f├╝r die sie auch als Testimonial auftritt.

Lana Del Rey
Born To Die

Label: Universal
V├ľ: 27. Januar 2012

Mehr Infos unter:

www.lanadelray.com




Music > Beitrag vom 21.02.2012 Annika H├╝ttmann 

   




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