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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 -

J├╝disch, feministisch, erfolgreich


Deutschlandradio Kultur vom 16. Juli 2007. Autorin: Vanja Budde



Das Frauen-Onlinemagazin "Aviva-Berlin " ist am K├╝chentisch einer Altbauwohnung in Berlin-Kreuzberg entstanden. "Aviva" ist das hebr├Ąische Wort f├╝r Fr├╝hling. Chefredakteurin Sharon Adler ging mit ihrem Projekt ein finanzielles Wagnis ein, das sich aber gelohnt hat: "Aviva-Berlin" z├Ąhlt zu den f├╝hrenden Online-Frauenmagazinen mit einer bundesweiten Leserschaft. Erfolg bleibt nicht ohne Folgen: J├╝ngst hatte das Magazin einen massiven Hackerangriff zu ├╝berstehen.
Sharon Adler ist wie immer im Stress: An ihrem Schreibtisch zwischen Papierbergen und schwankenden B├╝chert├╝rmen organisiert sie Kette rauchend Interviewtermine, verteilt die neuesten Musik-CDs an ihre Rezensentinnen und hat gleichzeitig mit den Folgen des Hackerangriffs zu k├Ąmpfen: Rund 1.000 Datens├Ątze m├╝ssen wieder neu auf die Seiten von "Aviva" gehoben werden und die Technikerin ist krank. Ein ganz normaler Tag im Leben von Sharon Adler also.

"Ich hab keinen Feierabend, ich leg nie die F├╝├če hoch. Das Sch├Âne an 'Aviva' ist ja auch, dass sich Privates und Berufliches miteinander absolut mischt. Ich kann mit dem Begriff Freizeit ├╝berhaupt gar nichts anfangen. Ich war immer selbstst├Ąndig. Ich bin jetzt 44 und ich hab ein halbes Jahr in meinem Leben fest angestellt gearbeitet, nach der Ausbildung zur Fotografin."

Bilder macht Sharon Adler auch heute noch beruflich, haupts├Ąchlich Portr├Ątaufnahmen. Die Fotografie ist ihr zweites Standbein, ihr kleines Fotostudio Teil der Redaktionsr├Ąume von "Aviva" in einer gem├╝tlichen Altbauwohnung in Berlin-Kreuzberg, in der ein hellblauer Wellensittich namens "Zippi" frei herum flattert.

2006 hat Sharon Adler ein Fotobuch ver├Âffentlicht: "Damenwahl. Frauen und ihre Autos". F├╝nfzig prominente Frauen wie Ulrike Folkerts, Jutta Kleinschmidt und Marla Glen erz├Ąhlen von geliebten Autos, die f├╝r sie Freiheit und Erfolg symbolisieren. Sharon Adler selbst r├Ąkelt sich im Kofferraum eines Citroens Plurielle, die Kamera in der Hand, die langen schwarzen Locken zur├╝ckgebunden, gekr├Ânt von einer Sonnenbrille. Zarte, blasse Haut, dunkle Augen. Sharon Adler - eine Feministin?

"Vielleicht, ich wei├č nicht, wahrscheinlich, keine Ahnung, schon, also klar! (lacht). Also ich krieg wirklich Pickel, wenn ich bestimmte Geschichten h├Âre. Wie viele Frauen sind denn tats├Ąchlich in den Aufsichtsr├Ąten und in den Vorst├Ąnden der Dax-Unternehmen? Tja. Ich hab auch M├Ąnner in meinem Freundeskreis, durchaus, viele schwule M├Ąnner auch, aber ich finde oft, dass M├Ąnner einem irgendwie immer zu irgendeinem Zeitpunkt erz├Ąhlen wollen, wie man es doch richtig macht. Und das nervt."



























Sharon Adler ist in Berlin als Tochter einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Und auch sie zieht heute ihre elfj├Ąhrige Tochter Mara alleine gro├č. Sie stammt aus einer Familie starker j├╝discher Frauen: Ihre Gro├čmutter floh vor den Nationalsozialisten na ch Israel und bildete dort Blindenhunde aus. Sharon Adler hat diese Tatkraft geerbt. Sie arbeitet gerne; bei Ersch├Âpfung kann sie ihre Batterien schnell wieder aufladen. Ein ruhiger Abend zu Hause reicht, dann kann sie weiter 70 Stunden in der Woche st├Ąndig mindestens f├╝nf Dinge gleichzeitig tun. Jeden Abend zu einer Lesung, Vernissage oder Filmpremiere - ihr selbst wird dieser Trubel nie zu viel, sagt sie.

"Die andern kriegen dann 'ne Krise. Vor allem, als ich versucht habe aufzuh├Âren zu rauchen: das war ganz, ganz schrecklich."

Nach der Geburt ihrer Tochter und ein paar Jahren als freie Fotografin kam Sharon Adler die Idee f├╝r ein Online-Magazin eher nebenbei. Sie machte gerade eine Fortbildung zur Computer-Grafikerin und war von der Internet-Technik fasziniert. Also nahm sie vor sieben Jahren einen Kredit ├╝ber 30.000 Mark auf und legte los.

Heute finanziert sich Aviva-Berlin ├╝ber Anzeigen. Themen sind "Woman and work", Kultur, Literatur, Musik, "Technik", "Girls+Boys", "Public Affairs" und "J├╝disches Leben". Eine Mischung aus "Spiegel", "Brigitte" und "J├╝dische Allgemeine" im Internet. Etwa 30 Journalistinnen, Grafikerinnen und Programmiererinnen helfen meist ehrenamtlich dabei, "Aviva" st├Ąndig zu aktualisieren, unter ihnen auch Sharon Adlers Lebensgef├Ąhrtin. 130.000 Mal wurden die Seiten im vergangenen Monat angeklickt. Auch von Neonazis, die dann Hassmails schicken, Maden in den Redaktionsbriefkasten werfen oder m├Âglicherweise auch den Hackerangriff starteten. Sharon Adler lebt trotzdem gerne in Berlin.

"Ich f├╝hl mich sehr, sehr wohl, trotz der fiesen Briefe, ich bin mit offenen Augen unterwegs und ich glaube, wenn's jetzt total massiv werden w├╝rde, dann k├Ânnte ich ganz schnell meine Koffer und meine B├╝cher packen, meine Tochter schnappen und dann klar, nat├╝rlich. Man hat ja auch aus der Geschichte gelernt. Und ich w├╝rde auch nie in Brandenburg Zelten gehen."

Aber ihre Identit├Ąt als J├╝din biete auch Vorteile, sagt Sharon Adler und l├Ąchelt frech.

"Vielleicht kann man das auch mal so blasphemisch sagen: es ist ja absolut politisch korrekt heutzutage. Mit mir darf sich ja niemand anlegen, weil ich 'ne Frau und noch dazu 'ne J├╝din bin (lacht). Das w├Ąre ja verwerflich. Judentum ist schick und geh├Ârt dazu."

Sharon Adler eilt auf Str├╝mpfen zur T├╝r, begr├╝├čt eine Mitarbeiterin. Die Pause ist vorbei, der Redaktionsalltag hat sie wieder.

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