Anna Gmeyner - Manja
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA-Berlin > Buecher
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Juedisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2017 - Beitrag vom 04.12.2014

Anna Gmeyner - Manja
Sharon Adler

Ein ber├╝hrender Roman um das Schicksal von f├╝nf Kindern in den Jahren 1920 bis 1934 in Deutschland. Lisette Buchholz hatte das 1938 bei Querido in Amsterdam erschienene literarische Meisterwerk...



... 1984 im persona verlag zum ersten Mal in Deutschland in ihr Programm aufgenommen. Nun hat "Manja" von Anna Gmeyner im Oktober 2014 im Berliner Aufbau Verlag eine neue Heimat gefunden.

Die Verlegerin war einer Empfehlung des Exilverlegers Fritz Landshoff gefolgt, hatte die Autorin per Suchannoncen in London und New York gesucht und schlie├člich in einem englischen Altersheim ausfindig machen k├Ânnen, um einen Vertrag mit ihr abzuschlie├čen Anna Gmeyner hatte Lisette Buchholz. Die englische ├ťbersetzung erschien 2003 bei Persephone Books, London. F├╝r die Interpretation des H├Ârbuchs, das bei H├Ârkultur Medien AG erschienen ist, - wurde Iris Berben in der Kategorie "Beste Interpretin" f├╝r den Deutschen H├Ârbuchpreis 2008 nominiert.

Diese sp├Ąte Aufmerksamkeit hat die Geschichte um das M├Ądchen Manja absolut verdient, zeichnet der Roman doch ein detailgetreues, mikroskopisch feines Bild der Ereignisse in Deutschland von 1920 bis 1934. Minuti├Âs beschreibt die Autorin die Entwicklungen und die Faszination des braunen Sumpfes auf die Menschen. F├╝nf Einzelschicksale sind es, die Anna Gmeyner sich in "Manja" herausgreift, sie meisterhaft zu einem gro├čen Ganzen verkn├╝pft, beginnend mit einer beliebigen Nacht im Fr├╝hjahr 1920, in der f├╝nf Kinder gezeugt werden, deren pers├Ânliche Schicksale hier ihren Lauf nehmen.

Hineingeboren in unterschiedliche soziale Milieus werden sich diese f├╝nf sp├Ąter finden, um eine ganz gro├če Freundschaft miteinander zu erleben. Nicht jedem von ihnen gelingt es, sich den Schrecken dieser Zeit zu widersetzen, Stolz und Mut zu beweisen, wo Verrat der einfachere Weg ist.

Die Kinder

Karl, der Sohn der Sozialisten Eduard und Anna M├╝ller, wurde in Liebe gezeugt.
Heini ist der Sohn von Hanna Cornelius und dem Arzt Ernst Heidemann, unbestechlichen und aufrechten Mitgliedern des liberalen Bildungsb├╝rgertums.
Franz ist das Produkt einer ehelichen Vergewaltigung. Er ist der Sohn des kleinen Angestellten Anton Mei├čner und der Hausfrau Frieda, die den Aufstieg der Nationalsozialisten unterst├╝tzen, um dem Kleinb├╝rgertum zu entkommen und ihrem Hass auf die Juden endlich offen Ausdruck verleihen zu k├Ânnen.
Harry ist der ungeliebte Sohn des Unternehmers Max Hartung, der seine j├╝dische Herkunft verleugnet, und Hilde Hartung, die sich sp├Ąter aus der Realit├Ąt in eine Traumwelt fl├╝chten wird.
Manja entstammt einer armen j├╝dischen Einwandererfamilie aus Polen. Entstanden durch eine fl├╝chtige Begegnung einer Nacht ihrer Mutter Lea mit David Goldstaub ist sie das Bindeglied der Kinder.

Dort, wo die Welt der Erwachsenen und die Politik au├čen vor bleibt, haben sich die Kinder ihr Refugium erschaffen ÔÇô regelm├Ą├čig treffen sie sich in einem verlassenen Mauergrundst├╝ck am Stadtrand. Doch nach 1933 wird ihre Gemeinschaft von der Realit├Ąt eingeholt und auf eine harte Probe gestellt: Manja und Harry sind nun nicht mehr "arisch" und die Gesinnung ihrer Eltern, der Nachbarschaft und Mitsch├╝ler_innen, die mit oder gegen Hitler sympathisieren, droht die Freundschaft der Kinder zu zerst├Âren ...

Zur Autorin: Anna Gmeyner, 1902 in Wien geboren, geh├Ârte um 1930 zur literarischen Avantgarde. Ihre Theaterst├╝cke ("Heer ohne Helden", "Automatenb├╝ffet") wurden bis 1933 mit Erfolg in Deutschland aufgef├╝hrt. Das Exil f├╝hrte sie ├╝ber Paris nach England, wo sie von 1934 bis 1938 "Manja" schrieb, das 1938 bei Querido in Amsterdam unter ihrem Pseudonym Anna Reiner erschien. Sie schrieb Filmdrehb├╝cher und Romane, in sp├Ąteren Jahren nur noch auf englisch. Anna Gmeyner starb 1991 in York.


AVIVA-Tipp: Manja ist eines der ganz gro├čen Werke der Exilliteratur, die es neu zu entdecken gilt. Anna Gmeyner hat mit ihrem "Roman um f├╝nf Kinder" ein plastisches Bild von Deutschland um 1933 und der Menschen gezeichnet, die am Aufbau von Nazideutschland beteiligt waren, als auch derer, f├╝r die es das Verderben bedeutete,. Das M├Ądchen Manja, ihre Freunde und deren Familien stehen stellvertretend f├╝r viele, denen in der Zeit um 1933 Unrecht, nicht viel sp├Ąter Schlimmeres widerfahren ist, doch Manja bleibt nicht namenlos. Die Autorin hat ihr mit diesem Werk, das neben der eindringlich konstruierten Geschichte durch seine poetische Sprache ber├╝hrt, ein Denkmal gesetzt.


Anna Gmeyner
Manja

Ein Roman um f├╝nf Kinder
Mit einem Nachwort von Heike Klapdor
Aufbau Verlag, ET: 6.10.2014
Gebunden mit Schutzumschlag, 544 Seiten
ISBN 978-3-351-03415-3
19,95 Euro
www.aufbau-verlag.de



Buecher Beitrag vom 04.12.2014 Sharon Adler 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken