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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.09.2010

Katrin Boese - Zelda Fitzgerald. So leben, dass ich frei atmen kann
Sharon Adler

Einen neuen Blick und brisante Erkenntnisse über das Leben und Werk der Schriftstellerin, Malerin und Tänzerin eröffnet dieser fiktive, auf Tatsachen basierende Roman über das Leben von...



... Zelda Fitzgerald, erschienen 2010 im AvivA Verlag.


Aus der Sicht von Zeldas langjähriger Freundin Sara Mayfield erzählt Autorin Katrin Boese die Chronik eines bewegten Lebens, das verheißungsvoll begann und unter tragischen Umständen endete.

Zelda Fitzgerald wurde 1900 als Zelda Sayre in Montgomery, Alabama geboren. Gleichermaßen der Schwarm der Jungen und erklärte Liebling der Mädchen schien es, als würde ihr später einmal die Welt zu Füßen liegen. Unkonventionell, optimistisch und rebellisch war Zelda, dabei charmant, charismatisch, intelligent und begabt. Dass sie auch ihre dunkle Seite hatte, vertraute sie damals nur ihrem Tagebuch an.

Bis zu ihrer Heirat am 3. April 1920 mit dem damals noch unbekannten Schriftsteller Scott F. Fitzgerald lebte sie ein behütetes Leben als jüngste von fünf Töchtern des Richters am Alabama Supreme Court. Ihre damalige beste Freundin war Sara Mayfield, die sie bis zu Zeldas Tod im Jahr 1948 bleiben sollte. Saras (fiktive) Erinnerungen sind es, die die Autorin Katrin Boese in den Fokus ihres Romans stellt.

Die Autorin lässt die Freundin und Vertraute diese Zeit Revue passieren. Eröffnet wird der Rückblick mit dem Dialog der Freundinnen, in dessen Verlauf die Vergewaltigung durch den Ex-Ehemann der einen und Jugendfreund der anderen zur Sprache kommt. An diesem Abend hatten sich die beiden jungen Frauen in Paris getroffen, denn wie so oft verabredeten sie sich in den unterschiedlichsten Metropolen der Welt oder in ihrer alten Heimatstadt, um sich auszutauschen.

Zelda, nun 28 Jahre alt und Sara, 23, leben unterschiedliche Leben.
Die eine ist geschieden und frei, die andere gefangen in der unglücklichen Ehe mit einem alkoholkranken, gewalttätigen Mann, Scott.
Während Sara ein Studium aufnimmt und später als Journalistin, Korrespondentin und Autorin erfolgreich sein wird, muss die in ihrer Kindheit und Jugend aufmüpfige Zelda ihrem Ehemann zuliebe auf eine Karriere verzichten. Mehr noch: Schon bald nach der Hochzeit betrügt Scott seine Frau, demütigt und verleumdet sie. In seinen Werken lässt er den Charakter Zeldas mit einfließen und unter anderem verarbeitet Fitzgerald Passagen aus deren Tagebüchern.
Nach außen das Traumpaar der 1920er Jahre, ist die Ehe zerrüttet, doch eine Trennung oder Scheidung kommt für beide aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage.

Überliefert ist Scotts Strategie, Zelda vom Schreiben abzuhalten und sie psychisch und physisch zu zerstören: "Attack on all grounds. Play (suppress), novel (delay), pictures (suppress), character (showers), child (detach), schedule (disorient to cause trouble), no typing. Probable result – new breakdown."
Auch wenn ihm dies nicht vollständig gelang, so sorgte er doch erfolgreich dafür, ihr die 1921 geborene gemeinsame Tochter Frances, "Scottie" zu entfremden und Zelda zu demotivieren. Die einst Wilde und Willensstarke erleidet diverse Nervenzusammenbrüche, schließlich wird Schizophrenie diagnostiziert und sie wird mehrfach in Nervenheilanstalten behandelt. Häufig weist sie ein alkoholisierter Scott ein, nachdem er sie zuvor eingesperrt hatte, um sie am Schreiben zu hindern.
Dass er Ärzte manipuliert hatte, lag für die Freundinnen und Familie auf der Hand, beweisen konnten sie es ihm nicht. So bescheinigten einige wenige erst nach Zeldas Tod, es habe niemals Anzeichen für Schizophrenie gegeben.

An diesem Leidensweg, in dessen Zuge sich Zelda mehrfach, aber stets erfolglos von Scott trennen will, an ihren Versuchen, ein eigenständiges Leben aufzubauen und finanziell unabhängig zu werden, sowie an der Sabotage durch einen autoritären Ehemann lässt uns Katrin Boese teilhaben. Scotts letzten Geliebten, der erfolgreichen Kolumnistin Sheilah Graham widmet Katrin Boese zwei Seiten. In deren autobiographischem Roman "Die furchtlosen Memoiren der Sheilah Graham" spielt Scott eine große, die in Sanatorien weggesperrte Zelda, eine untergeordnete Rolle.

Mit nicht einmal 48 Jahren starb Zelda Fitzgerald. Symptomatisch für ihr tragisches Leben war auch ihr früher Tod.
Sie kam im März 1948 bei einem Brand des Highland Hospitals ums Leben. Da sie Insulinschocks bekam, war sie in ihrem Zimmer eingeschlossen.

Dem Schicksal von Zelda Fitzgerald widmete sich bereits der Roman von Gilles Leroy, "Alabama Song". Darin werden biografische und fiktive Elemente aus dem Leben von Zelda Fitzgerald verknüpft. Auch die im Jahr 1970 erschienene Biographie von Nancy Milford "Zelda" versuchte, das schiefe Bild der Zelda Fitzgerald gerade zu rücken. Überliefert sind ihre Werke "Save Me the Waltz", "The Collected Writings", erschienen 1991 im Verlag Scribner´s Sons und der unvollendete Roman "Caesar´s Things" sowie "Lover! Briefe", erschienen 2005 in der Deutschen Verlagsanstalt.
Zeldas und Saras Briefwechsel hatte die Freundin in den 1960er Jahren vernichtet, um die Verstorbene zu schützen. Heute geben Zeldas Gemälde Aufschluss über ihr (verkanntes) Talent. Einige der Arbeiten hatte Zeldas Mutter verbrannt, weil sie sie nicht mochte.

Obwohl konstruiert und fiktiv nachempfunden, zeichnet die Autorin Katrin Boese doch ein äußerst plastisches Bild dieser Szenen (k)einer Ehe. Maßgeblich stützte sie sich dabei auf Archivmaterial und Zeldas Krankenakten.

AVIVA-Tipp: Wie so oft sind es die Männer und deren Werke, die Eingang in die Geschichtsbücher finden, während die der Frauen weitestgehend in Vergessenheit geraten. Katrin Boese und der Herausgeberin des AvivA Verlags, Britta Jürgs, ist es zu verdanken, dass mit "Zelda Fitzgerald. So leben, dass ich frei atmen kann" eine dieser Biographien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auch nach dem Tod von Zelda Fitzgerald ist ihre Geschichte es wert, erzählt und vor allem in einem neuen Licht betrachtet zu werden.

Zur Autorin: Katrin Boese, 1953 in Halle/Saale geboren. Studium der Slawistik in Leipzig, war als Lektorin im Verlag Volk & Welt, Berlin, sowie als Übersetzerin und Englischlehrerin tätig und ist freie Mitarbeiterin der Mitteldeutschen Zeitung. Sie lebt in Bernburg/Saale. (Quelle: Verlagsinformation)

Zelda Fitzgerald
So leben, dass ich frei atmen kann

19.50 Euro
Gebunden, 259 Seiten
ISBN 978-3-932338-43-4
1. Auflage
AvivA Verlag, erschienen im September 2010
www.aviva-verlag.de




Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

"Die furchtlosen Memoiren der Sheilah Graham", ein autobiographischer Roman

"Alabama Song", der Roman von Gilles Leroy verknüpft biografische und fiktive Elemente aus dem Leben von Zelda Fitzgerald und gewann damit 2007 den französischen Literaturpreis Prix Goncourt. Der Roman erschien 2008 auf Deutsch bei Kein & Aber.

Weiterlesen:

"Zelda" die Biographie von Nancy Milford, erschienen 1970, was für den Pulitzer Prize und den National Book Award nominiert, stand 29 Wochen auf der Bestsellerliste der The New York Times und wurde in 17 Sprachen übersetzt.

Weitere Infos unter: www.zeldafitzgerald.com




Buecher Beitrag vom 20.09.2010 Sharon Adler 

   




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