Feminisms Revisited - Meike Penkwitt, Hrsg.
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA-Berlin > Buecher
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Juedisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im August 2017 - Beitrag vom 07.03.2011

Feminisms Revisited - Meike Penkwitt, Hrsg.
Britta Meyer

Totgesagte leben länger. Quotendiskussionen, Jungenförderung und der Bundesgleichstellungsbericht, das ungeliebte Wort, es ist wieder in aller Munde: da sind sie wieder, die Feminismen. Ja, ...



... richtig gelesen. DIE Feminismen. Denn es gab immer schon mehr als einen.

Feminismus ist out, Alphamädchen sind in - diesen Eindruck vermittelten jedenfalls die Berichterstattungen der letzten Jahre. Optimistische Überholspurmetaphoriken ersetzten zunehmend den Ruf nach Gleichheit und Gleichbehandlung. Aber was ist aus den Theorien der Vorkämpferinnen ihrer Zeit geworden, welche Bedeutung haben die Texte Simone de Beauvoirs, Donna Haraways und Judith Butlers für die heutige Forschung und den kritischen Blick auf Geschlechterverhältnisse? Diese Sammlung von Aufsätzen, Essays, Rezensionen und kulturwissenschaftlichen Analysen nimmt sich die "alten" Feminismen vor, nicht um sie zu verdammen, sondern um noch einmal neu aus ihnen zu lernen.

Gesellschaften wandeln sich, und ihre Ideologien mit ihnen. Wer in den Sechzigern und Siebzigern schon FeministIn war, kann mehrere Lieder davon singen. Was ist in den 20 Jahren seit "Gender Trouble" geschehen, das bei der (Wieder-)Lektüre dieses Klassikers berücksichtigt werden muss? Inwieweit ist für feministische Theorie das Private noch politisch? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben hat sich eine Fülle von Texten an die Bearbeitung dieser und mehr Fragen herangewagt.

So unterzieht Lotte Rose den modernen Mythos der "natürlichen und sanften" Geburt einer intensiven Betrachtung hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Leistungs- und Leidenserwartungen an junge Mütter. Tina Karen-Pusse verweist das Ehepaar Allan Pease in ein paar Nebensätzen auf seine pseudowissenschaftlichen Wurzeln und nimmt dann mit wütendem Elan die reaktionären Ursprungsfamilienphantastereien einer Eva Herrmann und eines Norbert Bolz auseinander:

"Wir überleben bei -50 Grad Celsius Außentemperatur ohne Elektrizität und ebenso bei +50 Grad, wir können eine unglaubliche Menge unterschiedlichster Nahrungsmittel verdauen. Wir kommen, entsprechende Fettspeicher vorausgesetzt, monatelang nur mit Wasser aus und überstehen zwei Jahre im All ohne Schwerkraft, aber wir nehmen angeblich unwiderruflich Schaden, wenn wir abwechselnd von Mutter und Vater betreut werden?"

Alte Abhängigkeitsmuster sind genauso wenig tot, wie ihre WidersacherInnen: Stephanie Bethmann zieht Bilanz, inwieweit die etablierte romantische Heterobeziehung heute noch ebenso wie vor 50 Jahren eine zuckerbestäubte Abhängigkeitsfalle für berufstätige Frauen darstellt. Und manchmal muss auf Differenz gepocht werden, um eine gleichwertige Behandlung zu erhalten. Dies führt Elisabeth Zemp-Stutz aus, wenn sie der Frage nachgeht, ob es auf dem Gebiet "Gender in Public Health" sinnvoll ist, sich einen strategischen Essentialismus anzueignen, um Menschen gleich welchen Geschlechts eine bessere medizinische Versorgung ermöglichen zu können. Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaftlerinnen kommen zu Wort und bearbeiten ein sehr breites Spektrum der feministischen Theorienlandschaft. Aufsätze, Filmbesprechungen, und Rezensionen anderer literatur- sozial- und kulturwissenschaftlicher Texte bilden das Gefüge dieser Sammlung.

Herausgeberin: Meike Penkwitt hat Deutsch und Biologie an der Albert Ludwigs-Universität studiert und arbeitet am Zentrum für Anthropologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Sie konzipiert und koordiniert die Durchführung der Veranstaltungsreihe Freiburger GeschlechterStudien und ist Herausgeberin der gleichnamigen Zeitschrift.

AVIVA-Tipp: "Feminisms Revisited" zeigt erst einmal, was schon der Titel verrät: DEN Feminismus gibt es nicht (vielleicht könnte das mal wer an Kristina Schröder weitersagen). Der Band nimmt eine repräsentative Auswahl feministischer Ansätze zu Ausgangpunkten, um diese vom heutigen Forschungsstand aus einer rückblickenden Analyse zu unterziehen und sie dann konsequent weiter zu denken. Dabei wird die aktuelle Renaturalisierung von Geschlechterhierarchien ebenso in die Diskussion mit eingebunden, wie die Mär von der bereits erreichten Gleichstellung im Erwerbsleben.
Ein solider Überblick und unbedingt empfehlenswert.

Meike Penkwitt (Hrsg.):
Feminisms Revisited

Freiburger GeschlechterStudien
Ausgabe 24/2010
468 Seiten, kartoniert
ISBN 978-3-940755-63-6
29,90,- Euro

Weitere Informationen finden Sie unter: Meike Penkwitt

Freiburger GeschlechterStudien

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Jutta Allmendinger - Verschenkte Potenziale, Bascha Mika - Die Feigheit der Frauen

Natasha Walter - Living Dolls. Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen

Martha C. Nussbaum - Die Grenzen der Gerechtigkeit. Behinderung, Nationalität und Spezieszugehörigkeit








Buecher Beitrag vom 07.03.2011 Britta Meyer 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken