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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2016 - Beitrag vom 20.08.2012

Merav Salomon - Frostbeulen
Clarissa Lempp

Die israelische Illustratorin Merav Salomon zeichnete in "Frostbeulen" ihre Familiengeschichte poetisch nach. Erschienen in der wunderbaren Illustrations-Serie "Die Tollen Hefte" von Armin Abmeier.



Merav Salomon lebt heute, nach vielen Jahren im Ausland, wieder in Tel Aviv mit ihrer Familie. "Frostbeulen" ist eine Hommage der Illustratorin an ihre deutsche Gro├čmutter, die rechtzeitig aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Israel fl├╝chten konnte. Die Geschichte der Gro├čmutter und ihre eigene Erinnerung an die "Omi" beschreibt Merav Salomon in den teils n├╝chternen, dann wieder poetischen, versatzst├╝ckartigen begleitenden Texten. Da werden auch mal b├Âse Kindheits-Mantren aufgelistet. Allt├Ągliche Drohungen der Erwachsenen, die Verbote ummanteln: "Wenn du mit der Gabel in der Hand sprichst, pieckst sie dir ins Auge... Wenn du krumm sitzt, kriegst du einen Buckel... Wenn du nicht isst, wirst du sterben." Und so fort. "Ob ich alles hatte, um zu ├╝berleben?", fragt sich im n├Ąchsten Kapitel die Zeichnung eines kleinen M├Ądchens mit Tigerschwanz, das B├╝cher auf dem Kopf balanciert. Haltungs-Training und ├ťberlebenskampf.

Salomons Bilder illustrieren nicht die Texte. Sie erweitern sie vielmehr, illustrieren das groteske Konstrukt, der Schrecken oder die Sch├Ânheit in den verarbeiteten Erinnerungsst├╝cken. Neben den Verbots-Mantren sind Illustrationen von als typisch f├╝r Frauen- und M├Ądchen markierte, altmodische Frisuren angeordnet. Wo als Kind der_die Aussprechende auch einfach VerursacherIn des Verbots war, sieht ein gewachsener Mensch die sozialen Normen und Strukturen, die den/die VerusacherIn bestimmten. Dann wieder gibt es v├Âllig eigenstehende Bilder, die sich wie eine ├╝berraschende Szene aus den Tiefen des Ged├Ąchtnisses dazwischen schieben. So wird aus "Frostbeulen" weitaus mehr als die Hommage an die Gro├čmutter, es wird auch zur Hommage an den Erinnerungsprozess selbst.

Merav Salomon illustriert gro├čfl├Ąchig und grafisch angeordnete Figuren, Landschaften und symbolische, surreale Szenen. So das Titelbild, eine brennende Hand, die ├╝ber dem Meer schwebt. Die Bilder, wie auch die begleitenden Texte, entstanden speziell f├╝r die Serie der "Tollen Hefte". Alle B├Ąnde dieser Serie werden als Flachdruckgrafiken, also Farbton f├╝r Farbton aufgetragen. Die Serie der "Tollen Hefte" wurde von Armin Abmeier herausgegeben, der leider im Juli 2012 verstarb. Mit einem Illustrations-Band zu Texten des Berliner DaDa-Schriftstellers Walter Serner uns Bildern von Volker Pf├╝ller, initiierte Abmeier in den 1990er Jahren die Serie. Neben gro├čartigen Kollaborationen zwischen Literatur und Illustration, schaffte er mit den "Tollen Heften" auch Raum f├╝r erz├Ąhlende IllustratorInnen wie eben Merav Salomon oder Anke Feuchtberger. Ebenfalls seit dem ersten Heft dabei: Eine streng limitierte Vorzugsausgabe mit Posterdruck aus der Feder der IllustratorInnen.

Die Illustratorin Merav Salomon wurde zun├Ąchst in den USA mit ihren Arbeiten f├╝r Bilderb├╝cher bekannt. Sie heute Professorin und Leiterin des Illustrationsdepartment der Bezalel Akademie in Jerusalem und ver├Âffentlicht auch eigenst├Ąndige Arbeiten.

"Von Omi, meiner Gro├čmutter, erbte ich (...)
das schwache Kinn
Sinn f├╝r Humor
die Liebe f├╝r Zeichnungen (...)
und das Bed├╝rfnis Geschichten zu erz├Ąhlen"


AVIVA-Tipp: Merav Salomons Illustrationen in "Frostbeulen" sind seltsam grotesk, schmerzhaft und sch├Ân gleichzeitig. Wie eben auch die Erinnerung selbst oft ist. Das ber├╝hrend gestaltete und aufbereitete Heft ist in der Edition B├╝chergilde erschienen. Es ist das letzte "Tolles Heft" unter der Herausgabe Armin Abmeiers, das wunderbar zeigt, wie sich die "Heftchenliebe" der Kindheit in eine gro├čartige Plattform f├╝r zeitgen├Âssische Illustrationen und neue Formen der Geschichtenerz├Ąhlung verwandeln kann.


Merav Salomon
Frostbeulen
Tolles Heft 37

Aus dem Hebr├Ąischen ├╝bersetzt von Adina Stern
Edition B├╝chergilde, erschienen im M├Ąrz 2012
Limitierte Auflage, 32 Seiten, mit vierfarbigen Original-Flachdrucken
ISBN 978-3-940111-95-1
16,90 Euro

"Die Tollen Hefte" im Netz

Homepage von Merav Salomon

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Buecher > Manga + Comic Beitrag vom 20.08.2012 Clarissa Lempp 

   




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