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AVIVA-BERLIN.de im September 2016 - Beitrag vom 19.09.2009

Sabine Fuchs - Femme. radikal - queer - feminin
Sharon Adler

Die längst überfällige, fundierte und provokante Einführung in den Femme-inismus ist auch eine Abrechnung mit überholten Klischees, herausgegeben von der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin...



... Sabine Fuchs, die sich in ihren Ausführungen auf prominente und für die Frauenbewegung wichtige Katalysatorinnen wie Susie Bright, Judith Butler, Maura Ryan, Pat Califia, Joan Nestle und viele andere bezieht.
Daneben hat sich die Herausgeberin kompetente Autorinnen ins Boot geholt. Veröffentlich wurde diese Anthologie zu Femme-Literatur im Querverlag.

Brechen will der Sammelband vor allem mit der traditionellen Vorstellung von Femininität als "schwach, hilflos und unbedeutend". So stellt die Herausgeberin Sabine Fuchs die These auf: "Entgegen dem Vorurteil, das Femininität mit reaktionärer oder auf Anpassung abzielende Politik in einen Topf wirft, setzen Femmes Femininität mit radikaler Gender- und Sexualpolitik in Verbindung und wandeln sie in Femme-ininität um.
Lesbische und queere Femmes würden, wie schon Joan Nestle, eine " jüdische Lesbe aus der Bronx" in zahlreichen Publikationen offen legte, in der Geschichte, der Gegenwart und Theorie, sträflich vernachlässigt.

"Femme. radikal – queer – feminin"

Ganz bewusst wählte die Herausgeberin diese scheinbar unpassende Kombination, um zu verdeutlichen, inwieweit sich diese Begriffe vielmehr ergänzen und daher nicht zwangsläufig einen Widerspruch darstellen müssen. Entgegen der in der Lesbenszene weitläufig verbreiteten Meinung, Femininität sei eine Anpassung an heterosexuelle Lebenswelten und damit politisch nicht korrekt, belegen Sabine Fuchs und die AutorInnen, dass: "Femmes sind radikal in ihrer Weigerung, sich dem dominanten geschlechtslosen, androgynen oder maskulinen Look in der Lesben- oder Queerszene anzupassen. Dabei geht es nicht alleine darum, Femininität zu feiern, sondern sie auch in einen kritischen, gesellschaftlichen und politischen Kontext zu stellen."

Generell stellen die Verfasserinnen den Gebrauch und die Präsenz von Sprache in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen, um aufzuzeigen, inwieweit sprachliche Mittel Geschlechternormen geprägt haben und auch heute noch bestimmen.

Eine Femme ist eine Femme ist eine Femme

Was genau damit gemeint sein kann, wird in vielfältigen Aufsätzen, Essays und Interviews deutlich gemacht. Dabei legt diese Anthologie zur Femme-Literatur nicht nur belletristische Literatur sondern auch Sach- und Fachbuchliteratur deutscher und englischer Sprache zu Grunde. Jedoch beziehen sich die AutorInnen keineswegs nur auf die Themen Femme/Femmeness und queere Feminität, sondern auch auf Butch/Femme-Literatur oder allgemeine queere Veröffentlichungen unterschiedlicher Epochen.
Spannend und aufschlussreich sind dabei besonders die Essays "Die Anfänge der Femme-Bewegung in Deutschland" (Sabine Fuchs mit Anja Ranneberg) oder "Zwischen Mädi und Femme Fatale. Das Bild der femininen homosexuellen Frau in den 1920er Jahren" (Heike Schader), um nur einige zu nennen.
Zögen wir diese wegweisenden Frauen als Vorbilder heran, so würde deutlich werden, wie dringend wir auch heute auf Role Models angewiesen sind, um Femmes aus der Anonymität heraus zu holen.

Dass "Lesbisch und Lippenstift", "Lesbisch und Lippenstift plus lange Haare" oder "Lesbisch und Lippenstift plus kurze Haare" ebenso seine Daseinsberechtigung hat wie "Lesbisch und kurze Haare", "Lesbisch, Nude Look und kurze oder gar keine Haare", dass wir keine Uniformen brauchen und unser "Gaydar" dennoch funktionieren kann und dass wir möglicherweise humorvoller miteinander umgehen könnten, beweist dieses Werk mit glasklaren Argumenten und enthusiastischen Plädoyers.

AVIVA-Tipp: Auch wenn einige der AutorInnen mit ihren Thesen unbewusst in eben diese Klischeefallen tappen, und damit erneut aufzeigen, dass wir uns in einem Prozess der Selbstfindung bewegen, liefert "Femme. radikal – queer – feminin" eine äußerst spannende Einführung in den Femme-inismus und wichtige Denkanstöße. Darüber hinaus ist diese Bibliographie auch ein mutiger Aufruf für mehr Vielfalt und Akzeptanz, indem die AutorInnen ein neues, selbstbewusstes Bild von femininen Lesben zeichnen, und Sprach- und Denkmuster neu definieren. Mit "Femme. radikal – queer – feminin" hat die Herausgeberin und der Querverlag ein neues Standardwerk der Lesben- und Frauenliteratur auf den Weg gebracht.

Zur Herausgeberin: Sabine Fuchs, geboren 1970 in Wiesbaden, ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und lebt in Hamburg-Ottensen. Nach Studium und Auslandsaufenthalten in Nordamerika und Südostasien forscht und publiziert sie im Bereich Gegenwartsliteratur, Populärkultur, queer-trans*-feministische Theoriebildungen und Praxisformen und kämpft für die Femme-inistische Revolution.


Sabine Fuchs (Hg.)
femme! radikal – queer – feminin
Die Entdeckung der neuen Weiblichkeit!

Querverlag, erschienen Herbst 2009
Broschiert, 224 Seiten, 16,90 Euro
ISBN 978-3-89656-170-1
www.querverlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:


Das Interview mit Prof. Dr. Gertrud Lehnert, der Autorin von "Wir werden immer schöner."

"Wir werden immer schöner. Lesben setzen Trends" von Gertrud Lehnert.


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