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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.05.2014

Jackie. Wer braucht schon eine Mutter. Ein Film von Antoinette Beumer. DVD-Start: 16. Mai 2014. Verlosung
Sabine Reichelt

Erzwungene Familientreffen sind manchmal die besten, auch wenn das zu Anfang nicht so scheinen mag. Das erfahren auch drei Frauen - unter ihnen...AVIVA verlost 3 DVDs



...ÔÇô die brillante Holly Hunter als Indiana-Jones-Mutter ÔÇô die sich auf eine gemeinsame Fahrt durch die USA begeben.

Dieser Film hat alles, was ein gutes Roadmovie braucht: drei unterschiedliche und liebenswerte Charaktere, einen alten Wohnwagen in den weiten W├╝sten und Canyons New Mexicos und eine reichliche Portion Gef├╝hl und Humor. Seine Handlung ist schnell erz├Ąhlt. Die beiden erwachsenen Zwillingsschwestern Sofie und Daan sind bei ihren schwulen V├Ątern in den Niederlanden aufgewachsen. Ihre Mutter Jackie, eine US-Amerikanerin, kennen sie bisher nicht, doch das soll sich ├Ąndern, als diese sich einen komplizierten Knochenbruch zuzieht und auf die Hilfe ihrer T├Âchter angewiesen ist. Die drei Frauen sind also gemeinsam im Wohnwagen auf dem Weg zur Rehaklinik und wie in jedem guten Roadmovie gilt auch hier: Der Weg ist das Ziel.

Unterwegs passiert dann auch so einiges. Die eigenbr├Âtlerische Jackie ist zun├Ąchst einmal ├╝berhaupt nicht erfreut, die beiden Frauen zu sehen und zeigt sich wenig kooperativ. Au├čerdem treten die Differenzen zwischen den beiden Schwestern in der Einsamkeit New Mexicos deutlicher zutage als noch im heimischen Holland: Kontroll-Freak trifft auf Laissez-faire-Verfechterin, ├╝bertriebener beruflicher Ehrgeiz auf Mal-sehen-was-der-Tag-uns-bringt. Aber die Frauen arrangieren sich mit der ungewohnten Situation und wachsen im Laufe der Fahrt als kleine Familie zusammen.

Wer sich bei der beschriebenen Konstellation (Frauen im Auto unterwegs durch die USA) an "Thelma & Louise" erinnert f├╝hlt, liegt auch nicht ganz falsch. Einige Szenen hat Regisseurin Antoinette Beumer mit Ankl├Ąngen an den Filmklassiker versehen. Eine ├Ąhnliche Szene wie die der versuchten Vergewaltigung (mit anschlie├čendem Mord), die Thelma und Louise einst zur Flucht veranlasste, spielt auch hier eine Schl├╝sselrolle. Und ebenfalls ├Ąhnlich wie einst Thelma und Louise brechen die beiden Schwestern aus ihrem engen Alltag aus, befreien sich von Job, sexistischem Chef und dem alles kontrollierenden Ehemann. Und kommen am Ende zu der Erkenntnis, dass sie sich eigentlich viel ├Ąhnlicher sind als zuerst gedacht.

Zugegeben, das klingt nicht gerade ├╝berraschend. Und tats├Ąchlich bedient der Film viele Topoi des amerikanischen Freiheits- und Lebensgef├╝hls: die Fahrt auf dem Highway bei offenem Fenster mit im Wind wehendem Haar, die Begegnung mit einem w├╝tenden Auerochsen und schlie├člich Burger, Tanz und Karaoke im Diner. Und doch, immer wenn es droht, zu kitschig zu werden, zu viel des Klischees, kommt eine unerwartete Wendung, ein Bruch, und rettet den Film. So entpuppen sich beispielsweise die obligatorischen Biker, die den in der W├╝ste gestrandeten Frauen zu Hilfe kommen, als "Dykes on Bikes".

Ein absoluter Gl├╝cksfall sind die drei Schauspielerinnen, allen voran Holly Hunter, die 1994 einen Oscar f├╝r ihre Rolle in Jane Campions "Das Piano" erhielt, und die etwas verschrobene Mutter Jackie absolut ├╝berzeugend spielt. Carice und Jelka van Houten sind auch jenseits der Leinwand Schwestern und verk├Ârpern diese Konstellation im Film glaubw├╝rdig und sympathisch.

Es gelingt dem Film, jenes Freiheitsgef├╝hl, das seine Protagonistinnen erleben, auch der Zuschauerin nachvollziehbar zu machen. Die gro├čartige Landschaft und nicht zuletzt die Musik ÔÇô h├Ąufig Bluegrass ÔÇô vermitteln eine Leichtigkeit, in der auch gro├če Fragen gut aufgehoben sind: Was ist Familie? Sind es Gene, die mensch zuf├Ąlligerweise teilt, oder aber gemeinsame Erlebnisse, gemeinsam verbrachte Zeit, Freundschaft, Solidarit├Ąt und ÔÇô nat├╝rlich ÔÇô Liebe.

AVIVA-Tipp: Antoinette Beumer gelingt es, einen leichten und humorvollen Film ├╝ber Freiheit und Familie zu drehen, in dem diese als ein Schutz- und Konfliktraum gezeigt wird, wo unterschiedliche Menschen sich selbst und den anderen n├Ąher kommen. Erwartungen werden mal best├Ątigt, dann wieder gekonnt gebrochen ÔÇô sehenswert!


AVIVA-Berlin verlost 3 DVDs. Bitte beantworten Sie dazu folgende Frage: Welche Oscar pr├Ąmierte Schauspielerin spielt eine der Hauptrollen in JACKIE ÔÇô WER BRAUCHT SCHON EINE MUTTER? und senden uns Ihre Antwort bis zum 30.06.2014 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Jackie. Wer braucht schon eine Mutter
Niederlande/USA 2012
Regie: Antoinette Beumer
Drehbuch: Marnie Blok, Karen van Holst Pellekaan
Darstellerinnen: Holly Hunter, Carice van Houten, Jelka van Houten
Produktion: Hans de Weers, Maarten Swart, Reinout Oerlemans, Sim van Veen
Kamera: Danny Elsen
Schnitt: Marc Bechtold
Szenenbild: Minka Mooren, Bryce Perrin
Kost├╝mbild: Marian van Nieuwenhuijzen, Marion Boot, Barcie Waite
Musik: Wiegel, Meirmans, Snitker
L├Ąnge: 98 Minuten
Label: Schwarz Weiss Filmverleih, Vertrieb: Indigo

Sprachfassungen: Deutsche Synchronfassung (Dt. / Engl.), Originalfassung (Nl. / Engl.) Untertitel: Deutsch
Extras: Making-of (NL), Deleted Scenes (NL), Outakes (NL), Trailer (D)
FSK Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
EAN: 4 047179 850483 Indigo Bestell Nr.: DV 985 048
DVD-Start: 16. Mai 2014

www.jackie-derfilm.de
www.youtube.com

Weitere Informationen:

www.caricevanhouten.nl

www.jelkavanhouten.nl

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

The Big White ÔÇô Immer ├ärger mit Raymond (mit Holly Hunter, 2006)

Die Ex-Freundinnen meines Freundes (mit Holly Hunter, 2004)

Thirteen (mit Holly Hunter, 2003)

Things you can tell just by looking at her (mit Holly Hunter, 2003)

Love Life ÔÇô Liebe trifft Leben (mit Carice van Houten, 2011)

Black Book (mit Carice van Houten, 2006)

Bandits, ein Film von Katja von Garnier (1997)




Gewinnspiele Beitrag vom 01.05.2014 Sabine Reichelt 

   




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