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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 18.11.2013

Kathrin Aehnlich - Wenn die Wale an Land gehen. Verlosung
Claire Horst

Ein gestrandeter Wal ist bei Kathrin Aehnlich nicht nur ein furchtbar trauriges Bild – es ist auch ein Bild der Solidarität. Denn hier am Strand..AVIVA verlost 3 Bücher



... von New York ziehen die Leute wortlos ihre Schuhe aus und bilden eine Eimerkette, um den Wal bis zur Flut zu retten.

Vielleicht ist es auch ein Bild für die DDR, dieses seltsame, kleine Land, in dem ein Teil der Erzählung um Roswitha Sonntag spielt. Denn in dieser DDR haben sie sich oft fehl am Platz gefühlt, Roswitha und Frau Pulver, Mick und Zappa und die anderen Jugendlichen. Und wie der Wal haben sie dank ihrer Solidarität überlebt.

Schon lange ist sie untergegangen, die DDR, und Roswitha hat sich scheiden lassen. Ohne Groll, eher in leiser Trauer gehen sie und ihr Mann auseinander, und es ist wie ein zweiter Abschied von der Zeit, in der sie jung waren. "Warum hast du eigentlich Mick nie besucht?", fragt Wladimir nach der Scheidung, und Roswitha weiß jetzt, was sie zu tun hat. In New York wohnt Mick, der ihre große Jugendliebe war, bis Stasi, Verzweiflung und die allgemeine Unfreiheit ihre Unbeschwertheit beendeten.

Nur zwei Wochen verbringt Roswitha in den USA, doch diese kurze Zeit reicht aus, um ihr gesamtes bisheriges Leben zu rekapitulieren. Jede Begegnung erinnert an eine andere, jedes Lied weckt die Erinnerung an ein früher gehörtes. Und das Haus, in dem sie landet, hat große Gemeinsamkeit mit der StudentInnenkneipe, in der sie ihre Zeit mit Mick verbracht hat. Zwar ist das New Yorker Kollektiv eine Suppenküche für Obdachlose. Aber die Individualität und Großzügigkeit der Menschen hier erinnert sie an früher.

Es ist kein klassisches Roadmovie, das Kathrin Aehnlich erzählt. Ihre Protagonistin unternimmt zwar eine Reise von Deutschland in die USA, durchkreuzt ganz New York auf der Suche nach Mick mit Metro und zu Fuß. Die eigentliche Reise findet aber in Gedanken statt, auf der Suche nach fehlgeleiteten Entscheidungen, glücklichen Momenten, vergessenen Erinnerungen. Immer mit dabei ist Janis Joplin, die große Heldin von Mick, Roswitha und ihrer Clique.

Und auch wenn einige Elemente der Geschichte ein wenig bemüht wirken, entsteht ein plastisches und wehmütiges Bild des entschwundenen Landes DDR. Aehnlich setzt dabei viel Lokalkolorit ein, von der Dederontasche über die Angela-Davis-Wandzeitung und die unzähligen Schnäpse, die nach dem Untergang der DDR wohl ebenfalls in der Versenkung verschwanden.

Roswitha rekapituliert jedoch nicht nur die glücklichen Zeiten. Willkür und ärztliches Versagen, als ihr Ehemann zwangseingewiesen und beinahe psychisch zerstört wird, die seelische Vernichtung von Menschen durch den Machtmissbrauch der Stasi, die Unmöglichkeit, über das eigene Leben frei zu entscheiden stehen neben den Erinnerungen an die eigene Kreativität, an erste Liebe und die Versuche, dem Alltagsgrau durch eigene Einfälle und vor allem Mut zu entkommen.

AVIVA-Tipp: Es ist nie zu spät für ein glückliches Leben, das ist vielleicht die Botschaft dieses Romans. Und: Wir entscheiden selber, wie wir unser Leben erinnern. Auch wenn stellenweise der Verdacht aufkommt, hier habe die Autorin eigene Erlebnisse nur grob überarbeitet und in den Roman eingebaut, ist die Erzählung insgesamt stimmig und überzeugend erzählt. Heimwehromane über die DDR gibt es einige. Diesem gelingt es, das Heimwehgefühl nachvollziehbar werden zu lassen – trotz Willkür und Unfreiheit.

Zur Autorin: Kathrin Aehnlich wurde 1957 in Leipzig geboren. Nach dem Studium an der Ingenieursschule für Bauwesen studierte sie 1985-1988 am Literaturinstitut Leipzig. Sie schrieb Hörspiele, Erzählungen und ein Kinderbuch. Nach dem Fall der Mauer arbeitete sie als Journalistin, zunächst für die unabhängige Wochenzeitung "Die andere Zeitung". Seit 1992 ist sie feste freie Mitarbeiterin in der Feature-Redaktion von mdr Figaro. Sie lebt in Markkleeberg und hat eine Tochter. Zuletzt erschienen der Roman "Alle sterben, auch die Löffelstöre" und "Rom - New York - Markkleeberg: Vom Unterwegssein". (Verlagsinformationen)

Die Autorin im Netz: www.kathrinaehnlich.com


AVIVA-Berlin verlost 3 Bücher. Bitte senden Sie uns den AVIVA-Tipp aus unserer Rezension zu Ines Geipel - Zensiert, verschwiegen, vergessen. Autorinnen in Ostdeutschland 1945 - 1989 bis zum 31.01.2014 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Kathrin Aehnlich
Wenn die Wale an Land gehen

Kunstmann Verlag, erschienen im August 2013
253 Seiten
19,95 Euro
ISBN 978-3-88897-859-3

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Ines Geipel - Zensiert, verschwiegen, vergessen. Autorinnen in Ostdeutschland 1945 - 1989

Annett Gröschner - Moskauer Eis

Cornelia Schleime - Weit fort


Diesen Titel können Sie online bestellen bei FEMBooks




Gewinnspiele Beitrag vom 18.11.2013 Claire Horst 

   




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