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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 24.11.2014

Djeca - Kinder von Sarajewo. Verlosung
Kristina Tencic

Zwar jagen nunmehr keine Scharfsch├╝tzen die Menschen durch die Stra├čen, doch der ├ťberlebenskampf geht weiter: Aida Begic zeichnet das bewegende ÔÇŽAVIVA verlost 3 DVDs



... Portr├Ąt zweier Waisenkinder im t├Ąglichen Kampf gegen die M├╝hlen der Korruption und Kriminalit├Ąt in Bosnien-Herzegowina, fast zwei Jahrzehnte nach der 1425 Tage w├Ąhrenden Belagerung von Sarajevo.

Synopsis

Die nerv├Âse Handkamera folgt einer jungen Frau zu ihrer Arbeit, einer Restaurantk├╝che, in der die sozialen Gef├Ąlle krass aufeinandertreffen. Hier die K├╝chenhilfen, die f├╝r einen geringen Lohn stets verf├╝gbar sein m├╝ssen; dort die politische Elite Bosnien-Herzegowinas, die sich von dem machtgeilen Restaurantmanager verk├Âstigen l├Ąsst. Zu Hause ist das Leben leider auch nicht milde mit der 23-j├Ąhrigen Rahima (Marija Pikic). Als gro├če Schwester hat sie nach dem Tod ihrer beiden Eltern und einer Kindheit im Waisenhaus die Verantwortung auf sich genommen, ihren rebellischen Teenager-Bruder Nedim (Ismir Gagula) allein zu umsorgen. Auch Rahima hat eine subversive Phase als Punk hinter sich, deren Zur├╝ckliegen sie mit dem Tragen des Kopftuchs markiert, aber dessen Geist doch immer wieder zum Vorschein kommt. Rahima fordert etwas vom Leben und will sich keinem Unrechtssystem unterwerfen. Zornig und mit dem Mut einer L├Âwin stemmt sich die Bosnierin gegen die G├Ąngelungen der kriminellen Landeselite, die sie immer weiter an den unteren Rand der Gesellschaft dr├Ąngt. Was bleibt einem auch anderes ├╝brig, in einer Welt, die von Hoffnungslosigkeit gepr├Ągt ist?

Zur Regisseurin Aida Begic

Was wird aus zwei Kindern, die mit Scharfsch├╝tzen, Tod und Leid aufgewachsen sind? Diese Frage besch├Ąftigt Aida Begic, die in der Vorarbeit ihrer Filme Wanderz├╝ge durch die Realit├Ąt unternimmt, sie durch dokumentarische Arbeiten einf├Ąngt und dann in ihre Drehb├╝cher einflie├čen l├Ąsst. Der dokumentarische Charakter des Filmes wird auch durch die Fragmente authentischen Materials aus jenen Zeiten unterstrichen. Nach ihrem Erstlingswerk "Snow", in dem die bosnische Filmemacherin sich, damals in einem d├Ârflichen Setting, auch mit dem Kriegstrauma aus weiblicher Perspektive besch├Ąftigte, wurde ihr zweites Sozialdrama "Djeca" mit stehenden Ovationen in Cannes bedacht und f├╝r einen Oscar nominiert.

In einem Interview bringt die Regisseurin und Drehbuchautorin die gesellschaftlichen Verh├Ąltnisse, welche sie k├╝nstlerisch wie auch pers├Ânlich umtreiben, auf den Punkt:

"Gerade wenn du denkst, dass Krieg das Schlimmste ist, was dir passieren kann, kommt der Frieden. Frieden in meinem Land ÔÇô einem Land im ├ťbergang ÔÇô hat einen totalen Zusammenbruch des Systems, ein Aussetzen von Logik, Moral und oftmals auch der Vernunft zur Folge gehabt. Resignation ist das vorherrschende Gef├╝hl im heutigen Bosnien Herzegowina.
Nach dem Ende der physischen Belagerung, w├Ąhrte die geistige fort. Privatisierung, Manipulation durch die Medien, Visaknechtschaft und Nationalismus legen das Land in Ketten. Sarajevo wird zum fruchtbaren Boden f├╝r die Radikalisierung junger Leute. In solch einem Umfeld werden selbst die f├╝rchterlichsten Erinnerungen wie etwa jene an den Krieg zu M├Ąrchen."


AVIVA-Tipp: Es gibt keinen R├╝ckzugsort im Leben der K├╝chenhilfe Rahima, denn selbst die Gedanken sind von Kriegstraumata und Grauen infiltriert. Aida Begic gelingt hier meisterhaft die Materialisation der Geister der Vergangenheit. Es brummt und kracht und wummert und schie├čt sobald Rahima auf die Stra├če geht; Silvesterkracher werden zu Gewehrsalven und Stra├čenl├Ąrm zu herabfallenden Granaten. Der Film geht unter die Haut und mensch h├Ąlt die Perspektivlosigkeit kaum aus, w├Ąren da nicht auch die Momente menschlicher W├Ąrme und Mitgef├╝hl, Verst├Ąndnis und der Gro├čz├╝gigkeit trotz der eigenen Mittellosigkeit. Und w├Ąhrend Beethoven erklingt, wei├č mensch, dass das Wahre, das Gute, das Sch├Âne ├╝ber allem erhaben ist.

Djeca ÔÇô Kinder von Sarajewo
Originaltitel: Djeca
Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Frankreich, T├╝rkei 2012
Regie: Aida Begic
Drehbuch: Aida Begic
DarstellerInnen: Marija Pikic, Nikola Djuricko, Ismir Gagula u.v.m.
Spielzeit: 90 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Studio: Barnsteiner Film
Preis: 12,99 Euro
barnsteiner-film.org


AVIVA-Berlin verlost 3 DVDs. Bitte beantworten Sie dazu folgende Frage: Wie hei├čen die Initiatorinnen des Projekts Heritages Exchange: ExDress und senden uns deren Namen mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 30.01.2015 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


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Gewinnspiele Beitrag vom 24.11.2014 Kristina Tencic 

   




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