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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.06.2016

Frances Spalding - Virginia Woolf. Leben, Kunst & Visionen. Verlosung
Doris Hermanns

Zum 75. Todestag von Virginia Woolf am 28. März 2016 liegt nun das zur gleichnamigen Ausstellung, die 2014 in der National Portrait Gallery in London gezeigt wurde, erschienene Buch auf Deutsch vor. AVIVA verlost 2 Bücher



Viel ist über das Leben der Schriftstellerin Virginia Woolf bereits geschrieben worden, so gibt es die beiden umfangreichen Biografien ihres Neffen Quentin Bell und die der Literaturwissenschaftlerin Hermione Lee. Anders als in den vorherigen Werken liegt in diesem Band, der mehr als 100 Gemälde, Tagebuchseiten und Fotografien enthält - viele davon farbig, der Schwerpunkt auf der Rolle der Kunst im Leben der Autorin.

Virginia Woolf war bereits in ihrem Elternhaus von Porträts und Fotografien umgeben, ihre Großtante war die Fotografin Julia Margaret Cameron, die für ihre Porträts bekannt war, ihre Schwester die Malerin Vanessa Bell, zu der sie eine enge Beziehung hatte. Nach dem Tod der Eltern zog sie mit ihren Geschwistern nach Bloomsbury, in den Londoner Stadtteil, der der späteren Gruppe ihren Namen geben sollte und zu der neben Woolf, u.a. Literaten wie Lytton Strachey und Leonard Woolf gehörten, sowie MalerInnen wie Vanessa Bell, Dora Carrington, Duncan Grant und Roger Fry, aber auch Wissenschaftler wie der Ökonom John Maynard Keynes und der Philosoph Bertrand Russell. Durch die Ehe ihrer Schwester mit Clive Bell und ihre eigene mit Leonard Woolf kam es zu getrennten Haushalten und zu zwei Salons, deren Mitglieder jedoch weiterhin in regem Austausch standen.

Nachdem ihr erster Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus) 1915 im Verlag ihres Halbbruders George Duckworth erschienen war, gründete Woolf zwei Jahre später gemeinsam mit ihrem Mann Leonard Woolf den legendären Verlag The Hogarth Press. Die Texte setzten sie selber, und sie arbeiteten mit einer kleinen Handpresse. Ihre erste Veröffentlichung war ein gemeinsamer Band der beiden, mit ihrer Erzählung The Mark on the Wall (Das Mal an der Wand). "Um aber ein derart experimentelles Stück zu veröffentlichen, brauchte Woolf einen Verlag, der nicht in den Grenzen der überlieferten Tradition arbeitete." Sie spezialisierten sich auf Literatur aus Großbritannien und verlegten u.a. Werke von Katherine Mansfield, T.S. Eliot, aber auch Literaturkritik z.B. von John Middleton Murry. Die Bücher von Virginia Woolf wurden häufig von Vanessa Bell illustriert: "Diese Harmonie von Bild und Text, die in Kew Gardens besticht, verdeutlicht erneut Virginias Interesse am Dialog von Malerei und Literatur." Wie Woolf es später nochmals in ihrem Essay über Walter Sickert bekräftigte: "Malen und Schreiben (haben) einander doch viel zu erzählen: sie haben vieles gemeinsam."

Aber in ihrem Verlag wurden auch antiimperialistische und soziopolitische Werke veröffentlicht, die von Schicht, Bildung und Nationalität geschaffene Grenzen überwanden. Woolf wurde zunehmend politischer und setzte sich bereits in den 1920er Jahren mit der Unterdrückung von Frauen auseinander, was zu ihren berühmten Essays Ein eigenes Zimmer und Drei Guineen führte. Wie sie es beschrieb: "Denken ist meine Art zu kämpfen."

Es ist eine kurz gefasste Biografie, die vieles nur kurz anreißt, was sich für KennerInnen manchmal etwas unbefriedigend liest. Auch werden manche merkwürdigen Schwerpunkte gelegt. So wird ihre Beziehung mit Vita Sackville-West zwar erwähnt, aber als bedeutendster Einfluss, den diese auf Woolf gehabt haben soll, "Mode" genannt. Nun ist Mode im Zusammenhang mit Kunst natürlich wichtig, aber diese als "bedeutendsten Einfluss" zu nennen, doch etwas unpassend. Ebenso wird Woolfs Roman Orlando, der als der längste Liebesbrief der Literaturgeschichte gilt und ihrer Geliebten gewidmet ist, nur als von Vita Sackville-West und ihrer Ahnenreihe inspiriert beschrieben.

AVIVA-Tipp: Eine reich bebilderte Biografie, die sowohl für Woolf-KennerInnen als auch für diejenigen, die noch wenig oder nichts über die Autorin wissen, viel zu bieten hat, gibt sie doch einen guten Überblick über ihre Arbeit, ihr Leben in Verbindung mit der Kunst ihrer Zeit.

Zur Autorin: Frances Spalding, geboren 1950, ist Kunsthistorikerin, Biografin und Expertin für britische Kunst des 20. Jahrhunderts, schrieb unter anderem über die Bloomsbury Group, Vanessa Bell, Gwen Raverat, Roger Fry sowie Duncan Grant. Sie ist die Herausgeberin des Buches Virginia Woolf: Paper Darts: the Illustrated Letters sowie seit 2015 des Burlington Magazine, einer der wichtigsten Fachzeitschriften für Kunstgeschichte.

Frances Spalding
Virginia Woolf. Leben, Kunst & Visionen

Originaltitel: Virginia Woolf: Art, Life and Vision
Aus dem Englischen von Ursula Wulfekamp unter Mitarbeit von Matthias Wolf
Sieveking Verlag, erschienen März 2016
Gebunden mit Umschlag. 200 Seiten, 145 Abbildungen, mit Lesebändchen
ISBN 978-3-944874-46-3
Euro 39,90
sieveking-verlag.de

Virginia Woolf Society of Great Britain:

www.virginiawoolfsociety.co.uk


AVIVA-Berlin verlost 2 Bücher. Bitte senden Sie uns den AVIVA-Tipp aus unserer Rezension zu Simone Frieling - Im Zimmer meines Lebens. Biografische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetajewa u.a. mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 31.08.2016 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Virginia Woolf – Ein Portrait von Renate Wiggershaus
Als Ikone des weiblichen Schreibens und als eine Frau mit zerbrechlicher Psyche bleibt Virginia Woolf eine der interessantesten intellektuellen Persönlichkeiten der Literaturgeschichte. (2007)

Ulrike Draesner – Schöne Frauen lesen
Draesner schreibt sich an ihre liebsten Schreiberinnen heran und gibt als Kollegin Lese- und Lebenseindrücke wieder: Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf, Gertrude Stein, Friederike Mayröcker... (2008)

Simone Frieling - Im Zimmer meines Lebens. Biografische Essays über Sylvia Plath, Gertrude Stein, Virginia Woolf, Marina Zwetajewa u.a.
Die Autorin wählt einen thematischen Mittelpunkt, der viel mehr beinhaltet, als vier Wände und einen Tisch: Den "Kampf um das eigene Zimmer, die Suche nach dem Platz zum Schreiben, dem Raum der Kreativität" von Schriftstellerinnen des späten 19. und des 20. Jahrhunderts. Frieling ist in ihren kurzen Essays Problemen auf der Spur, denen "alle schreibenden Frauen gleichermaßen unterworfen sind", zeigt eine Gratwanderung und Zerreißprobe auf, die Gesellschaft und Familie insbesondere für Frauen bereithalten. Hinzu kamen die Kriege und Umwälzungen einer Epoche der Extreme – viele Künstlerinnen gingen daran zugrunde. (2010)

Gertrud Lehnert - Herzanker. Dichterinnen und die Liebe
Der Titel und die lila-schmachtige Geschenkbuchgestaltung täuschen. Ein besonderes Geschenk ist dieses Buch jedoch tatsächlich: Fern jeder pathetischen Überladung, mit Klarheit und wissenschaftlicher Distanz stellt die Literaturwissenschaftlerin Gertrud Lehnert in dreizehn Dichterinnenporträts eine kleine Literaturgeschichte der Liebeslyrik zusammen, von der Renaissance bis zur Gegenwart: Angefangen mit der italienischen Markgräfin und Michelangelo-Freundin Vittoria Colonna über Annette von Droste-Hülshoff, Elizabeth Barrett Browning und Emily Dickinson bis hin zu Else Lasker-Schüler, Ingeborg Bachmann, Sylvia Plath und Margaret Atwood. Vergessene und berühmte Namen finden hier zur gegenseitigen Ergänzung zusammen. (2011)

Barbara Sichtermann - 50 Klassiker Schriftstellerinnen
Die Literatur wurde in der Vergangenheit von Frauen geprägt, die ihren Weg als Schriftstellerinnen unbeirrt verfolgten. Barbara Sichtermann stellt einige von ihnen in aussagekräftigen Essays dar. (2009)


Weiterlesen:

www.fembio.org






Gewinnspiele Beitrag vom 09.06.2016 Doris Hermanns 

   




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