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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 08.05.2017

Juliana Kálnay - Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens. Verlosung
Bärbel Gerdes

Der großartige Debutroman der 1988 in Hamburg geborenen und in Köln und Málaga aufgewachsenen Autorin ermöglicht der Leserin den Umzug in ein fantastisches Haus. Es gibt sie noch! Diese wunderbaren Bücher, die uns einfach glücklich machen, in denen wir für eine Weile leben können und die unsere Seele berühren. Und tatsächlich leben wir in diesem Roman, in dieser…AVIVA verlost 2 Bücher



... Chronik des allmählichen Verschwindens für eine Weile mit vielen Mitbewohnerinnen und -bewohnern in einem Haus zusammen. Wir ziehen ein in das Haus Nummer 29 und lernen nach und nach alle kennen – oder das, was über diejenigen erzählt wird, die schon nicht mehr da sind.

Maia zum Beispiel ist schon verschwunden. Schon seit einiger Zeit hatte sie damit begonnen, Löcher zu buddeln und sich in ihnen zu verstecken. Ihre Mahlzeiten, vorzugsweise melierter Marmorkuchen, wurde ihr nur noch zerbröselt auf einem Teller serviert, so dass Krümelberge entstanden, die sie mit ihren Maulwurfhänden in sich hinein schaufeln konnte. Doch nun ist sie fort.

Dass Tom wirklich im Aufzug wohnt, wurde allen erst bewusst, nachdem er dort einen Sessel und einen Gummibaum hineintrug. "Anfangs wunderten sich die wenigen Aufzugsbenutzer nur, dass sie dort immer dem gleichen schnauzbärtigen Mann begegneten, der stets freundlich grüßte."

Als Linas Mann sich allmählich in einen Baum verwandelte, in dessen Achselhöhlen Rotkehlchen nisteten, stellte sie ihn auf den Balkon und liebte ihn weiter, leidenschaftlich und melancholisch.
Im Treppenhaus begegnet uns der Flurfunk, all die Gerüchte, all die Mutmaßungen, die wir über diejenigen anstellen, mit denen wir in einem Haus wohnen, die wir oft aber kaum kennen. Auch die Gerüche atmen wir ein: Marmelade, Mottenkugeln und die seltsamen Samstagsgerüche, wenn die Kinder im Kellergang mit einer alten Bratpfanne kokeln.

Klingt das schräg? Nein, das ist es nicht! Juliana Kálnay, 1988 in Hamburg geboren, versteht die sehr hohe Kunst, uns alles glaubhaft zu machen. Wir nehmen ihr alles ab: Kasi im Bidet und die Mieter_innen im Souterrain, die im Dunkeln zu leben lernen wollen, die Treppenhauskinder und die alte Rita, die alles beobachtet. Umso erstaunlicher ist es, dass dies ein Debütroman ist.

Eine überbordende Phantasie, aufgeteilt in kleine Abschnitte, die manchmal kaum die Hälfte einer Seite bilden, beschenkt uns mit präzisen Skizzen und Charakterschilderungen. Wir kommen aus dem Staunen kaum heraus.
Sprachlich auf sehr hohem Niveau versteht es die Autorin, die Fäden zusammenzuhalten. Nichts wird vergessen: wenn es irgendwo komisch rumpelt, bricht später sicherlich etwas zusammen. Alles löst sich auf – in jeglichem Sinn.

Im WDR-Interview äußert sich Kálnay dazu: "Der Roman arbeitet sehr viel mit Leerstellen. Es sind Fährten gelegt, die beim Leser bestimmte Assoziationen auslösen können, die auch so intendiert sind, die aber so nie explizit drinstehen. Und dann gibt es wieder Fährten, die vielleicht Assoziationen in eine andere Richtung lenken, und am Ende liest dann jeder vielleicht ein anderes Buch, weil vieles, was da an Fährten gelegt wird, gar nicht wirklich aufgelöst wird."

Poetisch, zutiefst menschlich, be- und verzaubernd ist Kálnays witziger Roman.

Eingekleidet hat der Wagenbach-Verlag den schönen Text in ein baumgrünes Gewand mit lindgrünem Vorsatz und mit hinreichend Platz, damit alles atmen kann.
Der Guardian berichtete am 27.4.17 darüber, dass der Kauf von E-Books rückläufig und ein neuer Trend zu erkennen sei: der Trend zum schönen Buch. "Books have become celebrated again as objects of beauty", heißt es dort – die Chance für kleinere Verlage und Bibliodiversiät.

Der wunderbare Roman von Juliana Kálnay kommt da gerade zur rechten Zeit.

AVIVA-Tipp: Lesen, lesen, lesen! Ein wirkliches Leseabenteuer mit viel Klugheit und Witz geschrieben.

Zur Autorin: Juliana Kálnay 1988 in Hamburg geboren, wuchs in Köln und Málaga auf. Sie veröffentlichte in deutsch- und spanischsprachigen Anthologien und Zeitschriften und erhielt das Arbeitsstipendium Literatur der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein 2016. Sie lebt und schreibt in Kiel. »Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens« ist ihr erster Roman.

Juliana Kálnay
Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

Verlag Klaus Wagenbach, erschienen 2017
Gebunden, mit Schutzumschlag, 186 Seiten
ISBN 978-3-8031-3284-0
20.00 Euro
www.wagenbach.de


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Gewinnspiele Beitrag vom 08.05.2017 Bärbel Gerdes 

   




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