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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.03.2012

Die Einsamkeit der Primzahlen - Ein Film von Saverio Costanzo mit Alba Rohrwacher, Luca Marinelli und Isabella Rossellini. DVD / Bluray-Release am 5. April 2012. Verlosung
Evelyn Gaida

Manche Wunden heilen nicht. Oder brauchen eine eigene Zeitrechnung, um sich, unendlich langsam zu beruhigen. Durch ein Kindheitstrauma AVIVA verlost 1 DVD und 1 Roman



...sind Alice (Alba Rohrwacher) und Mattia (Luca Marinelli) ständig auf der Flucht – vor sich selbst, voreinander, vor dem Leben, vor der Liebe.

Trauma, das griechische Wort fĂĽr Wunde: ein verstrahlter Bombenkrater mit unbestimmter Halbwertszeit, ein ultimativer Vertrauensbruch. In seinem Bestsellerroman "Die Einsamkeit der Primzahlen", den Regisseur Saverio Costanzo ("Private", "Memory Of Myself") nun verfilmt hat, stilisiert der Autor und Physiker Paolo Giordano die beiden Hauptfiguren zu Personifikationen solcher existenziellen seelischen Verletzungen.

Alice wird als Achtjährige von ihrem Vater (Maurizio Donadoni) zum verhassten Skifahren den Berg hochgescheucht und soll möglichst bald als Weltmeisterin herunterkommen. Im Film lässt der Vater Sätze fallen wie: "Nur Verlierer haben Tattoos", im Buch fragt er den Skilehrer: "Und? Haben wir einen neuen Champion unter uns? – Und? Wann kann sie die ersten Rennen fahren?" Alice verirrt sich allein im Nebel und verunglückt schwer. Sie wird kein Sportass, sondern hinkt fortan mit einem steifen Knie und einer riesigen Narbe durchs Leben. Durch Magersucht betreibt sie ehrgeizig ihre Selbstauflösung.

Mattia quält sich mit spitzen Gegenständen, schneidet sich bei jedem aufrührenden Gefühl immer wieder in die hart gewordene Haut. Als Kind hatte er seine geistig behinderte Zwillingsschwester Michela (Giorgia Pizzo) für einige Stunden im Park zurückgelassen. Er wollte einmal einen Nachmittag beim Kindergeburtstag verbringen, ohne sich um sie zu kümmern, einmal dazugehören. Für seine Eltern (Isabella Rossellini, Roberto Sbaratto) nicht nachvollziehbar. Michela wurde nie wieder gefunden.

Als Teenager begegnen sich Alice und Mattia in der Schule. Sie das "Hinkebein", das sich danach sehnt, in die Clique der umschwärmten und bösartigen Viola (Aurora Ruffino) aufgenommen zu werden, er das völlig abgekapselte Mathegenie. So wenig beide in der Lage sind, Nähe zu ertragen, so vorbehaltlos fühlen sie sich einander verbunden, durch einen "Faden, der nur zwei Menschen wie sie verbinden konnte: zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit erkannt haben."

Literaturverfilmungen sind immer ein Wagnis. Giordanos Schreibstil scheint dabei für das Kino geradezu prädestiniert oder davon inspiriert zu sein. Die Handlung des Romans ist in eine Reihung von Szenen gegliedert, auf dem Höhepunkt der Dramatik erfolgt zumeist ein "Cut" und Zeitsprung. Giordanos Erzählhaltung verbleibt stets im deutlich umrissenen "Leinwandformat", gleicht scharfen, klaren Bildern in Rahmen.

Auf den ersten Blick macht Costanzo – zunächst – jedoch alles falsch: Szenen und Zeitsprünge wirken wild zusammengeschnitten, sodass es fraglich ist, ob ZuschauerInnen, die das Buch nicht gelesen haben, die Zusammenhänge begreifen können. In dramatischen oder traumatischen Momenten wird die Musik oft überlaut und ist Horrorfilmen nachempfunden, steht den Bildern und Emotionen jedoch merkwürdig isoliert und plakativ gegenüber, statt damit zu verschmelzen. Das mag die innere und äußere Isolation der Charaktere hervorheben, trennt aber auch die Ausdrucksmittel von ihrem eigenen Inhalt und gegeneinander ab, als müssten sie jeweils künstlich beatmet werden. Der Horror wirkt überinszeniert und aufgesetzt.

Ganz im Gegensatz dazu ist das Schauspiel der HauptdarstellerInnen Alba Rohrwacher ("Tage und Wolken", I Am Love") und Luca Marinelli sensibel, zart und berührend. Was Alice und Mattia noch im Alter zwischen Zwanzig und Anfang Dreißig nicht artikulieren können, lässt sich in ihren Augen, ihrer Mimik und Gestik lesen. Wie verschreckte Kinder stehen sie sich noch immer gegenüber und hören nicht auf, sich zu verfehlen. Neun Jahre verbringen sie ohne Kontakt in verschiedenen Städten und Ländern – Alice heiratet den Arzt Fabio und arbeitet als Fotografin, Mattia forscht an der Universität – dann zieht es sie erneut unabänderlich zueinander. Alice zerbrechlich und verhuscht, nach außen temperamentvoll. Mattia, scheu und unbeholfen, flüchtet sich in die Welt der Zahlen. Die poetische und ergreifende Schlussszene, die alles offen lässt und dennoch hoffnungsvoll stimmt, würde den Film allein schon sehenswert machen.

Nachdem die Kindheits- und Jugenderlebnisse der ProtagonistInnen überstanden sind, findet auch der Regisseur zu einem eigenständigen künstlerischen Ausdruck. Anstelle der üblichen Einblendung von Flashbacks und Erinnerungssequenzen hebt er die filmische Auseinandersetzung mit dem Thema `psychische Traumatisierung´ auf eine andere, vielversprechende und surreal anmutende Ebene. Das Szenario der anonymen ZuschauerInnenmasse, die Mattia im Gegenlicht als verständnislose Front entgegenstarrt, ist zwar recht überstrapaziert. Alices Krise nach ihrer Trennung von Ehemann Fabio entwirft Costanzo jedoch als beeindruckend-bedrängenden Seelenraum, als Wortlosigkeit, die sich durch expressive Bilder ausspricht: ein dunkel raschelndes Dickicht in der Wohnung, ein Fremder, der hindurchschleicht, ein lauthals Schluchzender hinter der Tür. Violas Hochzeitsfeier wird bei Costanzo zum traumartigen Ball im Halblicht, worin die Nähe und Ferne zwischen Alice und Mattia sich unauflöslich überschneiden.

AVIVA-Tipp: Nach diesem Film blendet das Sonnenlicht beim Verlassen des Kinos greller als sonst. In der Rückschau entfaltet Costanzos psychodramatisches Konzept einen frappierenden Effekt, der die Mängel des Films relativiert. Lärm, Chaos, Bildwechsel, Erschütterung entfachen in der Erinnerung etwas von genau der Schockenergie, um deren Darstellung es in "Die Einsamkeit der Primzahlen" geht. Den HauptdarstellerInnen gelingt die sensible und einfühlsame Interpretation einer tragisch verhinderten Liebe.

Zum Regisseur: Saverio Costanzo wurde 1975 in Turin geboren. Er studierte Kommunikationswissenschaften und Soziologie in Rom. Sein erster Spielfilm "Private" (2004), der sich mit dem Palästina-Konflikt beschäftigt, brachte ihm 2004 den Goldenen Leoparden beim Filmfestival Locarno ein und wurde 2005 von Italien ins Oscar®-Rennen um den Besten Nicht-Englischsprachigen Film geschickt. Sein zweiter Spielfilm "Memory of Myself" lief 2007 im Wettbewerb der Berlinale. "Die Einsamkeit der Primzahlen" ist sein dritter Spielfilm und wurde 2010 im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig uraufgeführt. Er basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Paolo Giordano, der dafür als jüngster Preisträger mit 25 Jahren den wichtigsten Literaturpreis Italiens, den Premio Stegia erhielt.

Zu den HauptdarstellerInnen:

Alba Rohrwacher
, geboren 1979 in Florenz studierte Schauspiel in Rom. Für "Tage und Wolken" erhielt sie 2008 den wichtigsten italienischen Filmpreis, den Davidi di Donatello, als Beste Nebendarstellerin. Als Beste Hauptdarstellerin gewann sie diesen nur ein Jahr später für ihre Rolle in "Il Papa di Giovanna". Ebenfalls 2009 wurde sie als italienischer Shootingstar der Berlinale geehrt und spielte an der Seite von Tilda Swinton in "I Am Love". 2010 war sie in "Was will ich mehr" (2010) erneut auf der Berlinale zu sehen.
Luca Marinelli, geboren in Rom, besuchte ab 2004 eine der fĂĽhrenden Kunstakademien Italiens und stand seit 2006 in unterschiedlichsten TheaterstĂĽcken auf der BĂĽhne. 2009 arbeitete Marinelli in der erfolgreichen TV-Serie "Butta la luna 2" erstmals als Schauspieler fĂĽr das Fernsehen. "Die Einsamkeit der Primzahlen" ist sein KinodebĂĽt.




AVIVA verlost 1 DVD und 1 Roman. Bitte senden Sie uns den AVIVA-Tipp aus unserer Rezension zu Die dünnen Mädchen. Dokumentarfilm von Maria Teresa Camoglio per Email bis zum 15.05.2012 an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Die Einsamkeit der Primzahlen
La solitudine dei numeri primi
Deutschland, Frankreich, Italien 2010
Regie: Saverio Costanzo
Buch: Saverio Costanzo, Paolo Giordano
DarstellerInnen: Isabella Rossellini, Alba Rohrwacher, Luca Marinelli, Martina Albano, Arianna Nastro, Tommaso Neri, Vittorio Lomartire, Aurora Ruffino, Giorgia Pizzio, Maurizio Donadoni, Roberto Sbaratto, Giorgia Senesi, Filippo Timi u.a.
Verleih: NFP marketing & distribution
Vertrieb: EuroVideo
EAN DVD: 4009750204832 / Bestell-Nr. DVD 204833
EAN BD: 4009750394861 / Bestell-Nr. BD: 394863
DVD / Bluray-Release am 5. April 2012
Lauflänge: 115 Minuten
Inhalt: Hauptfilm; Behind the scenes, Deleted Scenes, Kinotrailer
FSK: ab 12 (beantragt)

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.primzahlen-derfilm.de

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