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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.01.2009

Dubravka Ugresic - Baba Jaga legt ein Ei - Verlosungsexemplare
Kristina Tencic

Sie hat unterschiedliche Namen und doch ist sie uns allen von Kindesbeinen an bekannt: die Hexe, im Slawischen die "Baba Jaga". AVIVA-Berlin verlost 3 x den Roman



Dubravka Ugresic nÀhert sich dieser Figur auf eine ganz neue Art."ZunÀchst sehen Sie sie nicht"

Damit leitet Dubravka Ugresic ihren neuen Roman "Baba Jaga legt ein Ei" ein, der im Grunde genommen aus drei Teilromanen besteht. Anfangs erzĂ€hlt sie aus der Ich-Perspektive ihrer Mutter, einer dieser alten Frauen, die in unserer Gesellschaft oft unbemerkt bleiben. Es sind die stillen, gebeugt gehenden Alten, an denen wir auf der Straße unbeachtet vorĂŒbergehen, die ihren Lebensabend abgeschieden verbringen, wenn sie GlĂŒck haben, umgeben von ein paar verbliebenen Bezugspersonen.

Diese alten Frauen, drei an der Zahl, sind dann auch die Protagonistinnen der zweiten Geschichte, die gemĂ€ĂŸ langer literarischer Tradition in einem Kurort spielt. Alter und Tod werden hier vor dem Hintergrund der Baderituale und der HotelatmosphĂ€re schaumig leicht und stets mit einer großen Portion an schwarzem Humor in die Handlung eingebettet. Dort, wo andere AutorInnen bei den geschlossenen Augen eines/r Toten aufhören, holt Dubravka Ugresic erst richtig Luft und beschreibt, wie die tote Pupa von ihren Freundinnen Beba und Kukla eine skurrile letzte RuhestĂ€tte bekommt.

Nach dieser ErzĂ€hlung, bei der man zugegebenermaßen hĂ€ufig aufgrund der KuriositĂ€t stutzig wird, geht die kroatische Autorin geschickt in einen wissenschaftlichen Epilog ĂŒber, indem sie eine Slawistin als vermeintliche Lektorin die Geschichte interpretieren lĂ€sst. Die AusfĂŒhrungen ĂŒber die Figur der Baba Jaga sind höchst interessant und das gesamte Buch strahlt schlussendlich in dem neu gewonnen Licht der Erkenntnis.

Hierbei wird die Absicht Ugresics klar, den uralten Mythos der Baba Jaga modern verpackt in Erinnerung zu rufen. Sie erlĂ€utert jedoch nicht nur die slawische Figur der alten Hexe mit dem absonderlichen Aussehen und ihrer Macht ĂŒber das Schicksal anderer Menschen. Durch die Gesamtheit der internationalen MĂ€rchen, in der eine Hexe, der Baba Jaga gleich, auftaucht, kommt Dubravka Ugresic zu einem Schlusswort, das sich gewaschen hat und eine sehr leidenschaftlich feministische Botschaft enthĂ€lt.

"Denn wir brauchen uns nur vorzustellen, dass die Frauen (und das ist doch nur die zu vernachlÀssigende HÀlfte der Weltbevölkerung, nicht wahr?), dass die Baba Jagas (warum sollten wir sie nicht so nennen?) die Schwerter unter ihrem Kopf in die Hand nehmen und aufbrechen, um die Rechnungen zu begleichen!"

Denn eines hat der gesamte Hexenmythos und auch die leidvolle Geschichte der Verbrennung abertausender Frauen gemein: den Mann mit der Schreibfeder oder dem Streichholz in der Hand.

AVIVA-Tipp: Der kunstvoll geschriebene Roman "Baba Jaga legt ein Ei" verschönt und verschont nichts und niemanden. So, wie die Hexe in der Mythologie oft als Weberin und Spinnerin (im zweifachen Sinne) dargestellt wird, so spinnt auch Dubravka Ugresic gekonnt, fesselnd und bunt den ErzÀhlfaden bis zum letzten Satz.


AVIVA-Berlin 3 x den Roman "Baba Jaga legt ein Ei" von Dubravka Ugresic. Bitte nennen Sie uns das Geburtsjahr von Dubravka Ugresic und senden bis zum 20.01.2009 eine Mail an folgende Adresse: gewinnspiele@aviva-berlin.de



Zur Autorin: Dubravka Ugresic wurde 1949 im heutigen Kroatien geboren. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Österreichischen Staatspreis fĂŒr EuropĂ€ische Literatur 1999. Auf Deutsch erschienen von ihr "Das Museum der bedingungslosen Kapitulation" (1998), "Der goldene Finger" (2000), "Lesen verboten" (2002), "Die Kultur der LĂŒge" (2005) und. Dubravka Ugresic lebt als Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin in Amsterdam.(Quelle: Berlin Verlag)

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Dubravka Ugresic
Baba Jaga legt ein Ei

Aus dem Kroatischen von Mirjana und Klaus Wittmann
Berlin Verlag, erschienen November 2008
Gebunden, 365 Seiten
ISBN: 978-3827007483
16 Euro

Gewinnspiele Beitrag vom 11.01.2009 Kristina Tencic 

   




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