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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 06.03.2006

Knallhart in Neukölln
Tatjana Zilg

Detlef Buck überrascht längerer Pause mit einem ernsten Thema: Knallharte Gewalt unter Jugendlichen. AVIVA-Berlin verlost 3 Berliner Club- und Barquartette



Was tun, wenn der wohlhabende Liebhaber im herablassenden Ton ein Ultimatum für die Erhöhung des Sex-Appeals stellt? Miriam (Jenny Elvers-Elbertzhagen) packt ihre Sachen und zieht aus der Zehlendorfer Villa da hin, wo die Mieten noch günstig sind: Nach Neukölln. Ihrem fünfzehnjährigen Sohn Michael Polischka (David Kross) bleibt nichts anderes übrig, als seiner Mutter zu folgen und sich einem Umfeld zu stellen, das nach ganz anderen Regeln funktioniert als er es von Zehlendorf gewohnt ist.

Als der Lehrer ihn der neuen Schule ihn der Klasse vorstellt und dabei verrät, woher Polischka kommt, sind die Weichen schon gestellt. Sein Mitschüler Erol (Oktay Özdemir) und dessen Gang lauern ihm wenig später auf, ziehen Handy und Schuhe ab und fordern Geld von ihm, damit sie ihn zukünftig in Ruhe lassen. Zahlt er nicht, wird die Gewalt gegen ihn gesteigert.

Scheinbar hat Polischka Glück, als ihn der erwachsene Großdealer und Handyhehler Hamal (Erhan Emre) unter seine Fittiche nimmt. Für Kurierdienste bekommt er Geld und gegenüber der Gang wird klargestellt, dass Polischka nun unter dem Schutz der "Itaker" steht, angeführt von Hamal. Doch die Aufträge werden immer risikoreicher und stellen Polischka schließlich vor eine hochgefährliche Entscheidung.

Nachteilig auf den Film wirkt sich die starke Fokussierung auf eine einzige Hauptfigur aus - Michael Polischka. Die brillant und durch sorgfältiges Casting besetzten Nebenrollen und die mit Jenny Elvers-Ebertzhagen besetzte zweite Hauptrolle der Mutter hätten sicherlich anderes erlaubt. Stattdessen verfolgt Detlev Buck die Drogenkurier-Karriere von Polischka in ganzer Länge und verleiht der Handlung Krimicharakter, wobei ein wesentliches Element fehlt: Es ist stets klar, wer gut und wer böse ist. Hamal wirkt zwar wie eine Vaterfigur auf Polischka, bleibt aber dennoch stets als Ganove deutlich erkennbar. Der dramaturgische Effekt der Schlussszene, wo Hamal von Polischka das Unmögliche verlangt, ist dadurch vorhersehbar und benötigt nicht diese stark auf die Dealertätigkeit konzentrierte Storyline. Hier wäre es wünschenswert gewesen, den Nebencharakteren mehr Raum zu geben. Beispielsweise bleibt unklar, aus welchem Milieu Miriam ursprünglich stammt und wieso die einzige Begegnung mit einer Freundin darin endet, das sie erfährt, dass diese nun die Geliebte des reichen Zehlendorfer Ex-Lovers ist.

Zum Regisseur:
Detlev Buck
ist Schauspieler, Autor und Regisseur. Erst 22 Jahre alt debütierte er 1993 als mit der Regie von "Erst die Arbeit und dann ...?". Für "Karniggels" erhielt er den Bayerischen Filmpreis, mit "Wir können auch anders" erntete er eine Lobende Erwähnung im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele und vier Filmbänder in Gold und ein Filmband in Silber beim Bundesfilmpreis 1993. "Männerpension" von 1996 gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filmen und machte Heike Makatsch und Marie Bäumer bekannt.

AVIVA-Tipp: Für BerlinerInnen ist "Knallhart" sicherlich fast Pflicht. Wer Neukölln und die soziale-Brennpunkt-Debatte kennt, wird diese Kombination aus Buck`schem Humor und scharfsinniger Sozikritik mit der notwendigen Distanz für die Klischees, die am Rande der Storyline öfters lauern, genießen können. Und nicht nur das, der Film rüttelt tatsächlich auf und sensibilisiert für das wachsende Problem der Jugendgewalt, die leider mit den neuen Technologien weiter an Brutalität gewinnt - man erinnere sich nur an den Fall von digitalgefilmten Quälen eines Jugendlichen an einer Berufschule in Hildesheim.
Zu hoffen ist, dass "Knallhart" durch die stark unterhaltenden Komponenten ein breites Publikum erreicht und zum Diskutieren des ernsten Kernthemas aufrüttelt - wird hier in der Realität doch gerne schnell weggesehen.

Lesen Sie auch das Interview mit Jenny Elvers-Elbertzhagen.


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Knallhart

Regie: Detlev Buck
Drehbuch: Zoran Drvenkar, Gregor Tessnow
Nach dem gleichnamigen Jugendroman von Gregor Tessnow
Deutschland 2006, 98 Min., FSK ab 12 J.
DarstellerInnen: David Kross, Jenny Elvers-Elbertzhagen, Erhan Emre, Inanç Oktay Özdemir, Kida Khodr Ramadan, Arnel Taci, Kai Michael Müller, Hans Löw, Jan Henrik Stahlberg u.a.
Verleih: Delphi
Kinostart: 09.03.2006

Die Website zum Film - sehr originell und technisch hochwertig gestaltet, inklusive Forum und Hinweisen zur Gewaltprävention:
www.knallhart-derfilm.de

Gewinnspiele Beitrag vom 06.03.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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