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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.09.2013

Interview mit Bianca Kindler, Geschäftsführerin und Mitinhaberin der finanzkontor gmbh & Co Kg
Britta Meyer, Sharon Adler

Das finanzkontor gibt es seit 27 Jahren. Das Unternehmen versteht sich nicht als Vertriebsbüro für bestimmte Produkte, vielmehr sind freie und unabhängige Maklerinnen damit beschäftigt, ihren...



... KlientInnen die Finanzierung zu realisieren, die ihren individuellen Bedürfnissen am besten entspricht.

Ob bei der Geldanlage, der privaten Altersvorsorge oder beim Kauf einer Immobilie: Auf eine umfassende Beratung folgt das passgenaue Angebot. Wie entstand nun die Idee zur Gründung einer vorrangig auf weibliche Kundschaft ausgerichtete Finanzberatung?


AVIVA-Berlin: Das finanzkontor bietet seinen KlientInnen Finanzanalysen, Beratungen und wirtschaftliche Konzepterstellungen an, vermittelt passende Angebote und betreut seine KundInnen auch langfristig weiter. Was unterscheidet nun die Arbeit des finanzkontors von der anderer AnlageberaterInnen?
Bianca Kindler: Wichtig ist die Berücksichtigung der individuellen Situation. FreiberuflerInnen brauchen eine andere Planung als Angestellte. Manche Menschen sind sehr sicherheitsorientiert, andere sind risikofreudiger. Es gibt bei der Vorsorge wie auch bei der Geldanlage nicht "die eine richtige" Lösung. Wir sehen unsere Aufgabe als Beraterinnen darin, zu ermitteln, was zu den Bedürfnissen passt. Mit unserem Marktüberblick, den wir als Maklerinnen unabhängig von einzelnen Gesellschaften oder Banken haben, können wir dann die passende Lösung empfehlen. Um zu begreifen worum es dabei geht, ist neben fachlichem Wissen auch ein offener Blick auf die Menschen, die wir beraten gefragt und die Fähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Ganz zentral ist das Thema Vertrauen. Dazu ist es wichtig, ehrlich zu sein: keine überhöhten Versprechungen zu machen, Risiken zu benennen und auch in schwierigen Zeiten ansprechbar zu sein.
Seit der Gründung des finanzkontors vor mehr als 27 Jahren gab es schon einige Krisen und einschneidenden Veränderungen beim Thema Anlage und Altersvorsorge. Seit 2008 – einer Phase in der viele Banken und Versicherungen unter Druck geraten sind und Personal abbauen - haben wir vier weitere Mitarbeiterinnen eingestellt. Unser Team besteht heute aus insgesamt fünfzehn Frauen. Eine junge Frau hat soeben Ihre Ausbildung bei uns begonnen. Wir machen sicher nicht alles ganz anders als andere, aber offenbar vieles besser.

AVIVA-Berlin: Aus welchen beruflichen Zweigen und aus welcher Altersgruppe kommen die meisten Ihrer KundInnen? Wie hoch ist der Anteil Ihrer Klientinnen gegenüber den Männern?
Bianca Kindler: Der Anteil der Männer hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich auf etwa 1/4 erhöht. Viele lassen sich auch gemeinsam mit ihrer Partnerin beraten, etwa wenn es um eine Baufinanzierung oder auch um die Gestaltung der Familiengründung geht.
Unsere Klientel reicht von der Studentin bis zur Pensionärin, von der Geschäftsführerin bis zur Erzieherin. Wir beraten viele Freiberuflerinnen und Selbständige zum Beispiel Psychotherapeutinnen, Journalistinnen oder Anwältinnen. Aber ebenso Angestellte und Beamtinnen. Der Altersschwerpunkt liegt zwischen 40 und 50 Jahren. In den letzten Jahren sind viele junge Frauen dazugekommen, die sich gleich zu Beginn Ihrer Berufstätigkeit beraten lassen. Manch ältere Kundin begleiten wir schon viele Jahre.

AVIVA-Berlin: Warum, denken Sie, sollten Frauen finanziell besonders umfassend beraten werden? Wo sehen Sie hier Mängel in den gängigen Beratungsstrategien der meisten Banken?
Bianca Kindler: Frauen sollten orientiert auf Ihre Situation beraten werden. Männer übrigens auch. Der größte Mangel gängiger Bankenstrategien besteht meiner Meinung nach darin, dass sich die Banken offenbar nicht mehr als Dienstleister Ihrer Kundinnen, sondern als Produzenten (und Verkäufer) immer komplexer werdender Finanzprodukte verstehen. Dazu kommt, dass der Berater am Schalter aufgrund der Komplexität der Anlagen kaum noch eine Chance hat, inhaltlich zu vermitteln, was er eigentlich empfiehlt. Bestes Beispiel dafür ist die große bunte Zertifikatewelt, die von den Banken in x-facher Ausführung bestückt wird. Wer so etwas (heute heißen die Papiere oftmals "Anleihe" da "Zertifikate" nach 2008 etwas in Verruf geraten sind) im Depot liegen hat, kann ja mal versuchen zu verstehen, wie sich das Ganze zusammensetzt und wie es eigentlich abgesichert ist. Da empfehle ich, etwas Zeit einzuplanen, für die allermeisten Anlagen ist das nicht eben leicht. Problematisch ist zudem, dass der Berater in der Bank hauptsächlich darüber bewertet wird, wie viel er von den hauseigenen Konstruktionen an die Frau und an den Mann bringt. Da läuft etwas grundsätzlich schief. Das ist nicht nachhaltig, hat nichts mit der Aufgabe der Banken in unserer Gesellschaft und auch nichts mit guter Beratung zu tun.

AVIVA-Berlin: Niedrige Zinsen, schwankende Märkte – wohin tendiert Ihrer Ansicht nach im Moment das Anlageverhalten von Frauen, sind sie eher sicherheitsbewusster oder eher risikofreudiger, als noch vor zehn Jahren?
Bianca Kindler: Frauen haben ganz unterschiedliche Anlageverhalten. Wer vor zehn Jahren sicherheitsorientiert war, ist es heute meist auch noch. Allerdings ist das Wissen um den Markt insgesamt größer geworden, die Berichterstattung umfangreicher. Das führt bei manchen zu Verunsicherungen, bei vielen aber auch zu bewussteren Entscheidungen. Wer mehr Überblick hat, kann Risiken besser "kalkulieren". Die aktuell sehr niedrigen Zinsen führen dazu, das viele eher bereit sind, Schwankungen in Kauf zu nehmen. Dabei geht es aber eher um den Wunsch, wenigsten die Inflation auszugleichen oder etwas Gewinn zu erzielen. Die ganz spekulative Anlage wird von Frauen sehr selten gesucht.

AVIVA-Berlin: Sie selbst sind Mitinhaberin und Geschäftsführerin der finanzkontor gmbh & Co Kg, Ihr Beratungsschwerpunkt ist die Lebensplanung aus finanzieller Sicht, das heißt, der Vermögensaufbau sowie die Altersvorsorgeplanung und Investmentanlagen, insbesondere solche ökologischer und nachhaltiger Art. Was würden Sie einer selbständig oder freiberuflich tätigen Frau zur Zeit als eine lohnende Altersvorsorge empfehlen? Gibt es eine Anlagestrategie, von der Sie ihr deutlich abraten würden?
Bianca Kindler: Für eine konkrete Empfehlung wären die Rahmenbedingungen wichtig: zum Beispiel wie hoch ist das Einkommen, ist sie verheiratet, hat sie Kinder, welche Anlagen sind eventuell schon vorhanden. Abhängig davon können staatlich geförderte Altersvorsorgemodelle, wie die Basis- oder die Riester-Rente attraktiv sein. Die Riester-Rente kann auch von Selbstständigen genutzt werden, wenn sie zum Beispiel in der Künstlersozialkasse versichert sind, wenn Kinder jünger als drei Jahre sind oder wenn die Ehepartnerin angestellt ist. Die Basisrente bietet Steuersparmöglichkeiten, macht aber keinen Sinn bei geringeren Einkommen. Neben Versicherungslösungen ist für Selbständige oft eine hohe Flexibilität wichtig, hier bieten sich Geldanlagen an. Fondssparpläne haben keine feste Laufzeit und können in der Höhe variiert werden. Das Thema Immobilie kann ebenfalls attraktiv sein. Der Erfolg der Vorsorge hängt von der richtigen Streuung und ausreichender Ausdauer ab. Wo aber die Schwerpunkte gesetzt werden sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine Anlagestrategie von der ich grundsätzlich abraten kann, ist alles auf eine Karte zu setzen. Das gilt für alle Anlageklassen, auch für die oft als sehr sicher wahrgenommene Immobilie. Wer damit zum Erfolg kommt, hat hat schlicht Glück gehabt.

AVIVA-Berlin: Die Riester-Rente steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik – lohnt sich die staatliche Förderung überhaupt?
Bianca Kindler: Die Riester-Rente wurde in den letzten Jahren von der Presse geradezu schlecht geschrieben. Es gibt auch durchaus Mängel in der Konstruktion und nicht für alle passt das Modell. Für viele aber ist die Riester-Rente als Ergänzung für die Altersvorsorge sehr gut geeignet. Die Frage, ob sie sich lohnt oder nicht, beantwortet sich aus der Höhe der staatlichen Förderung. Wer selber wenig einzahlt und viel vom Staat geschenkt bekommt, sollte das mitnehmen. Ganz unabhängig davon, wie viel Rente am Ende dabei herauskommt. Das können zum Beispiel 20 Euro im Monat sein – wenn die Hälfte davon geschenkt ist, ist das doch gut. Für viele kommt übrigens weit mehr dabei raus, alle mit höherem Einkommen profitieren über die Steuern. Das Angebot an Riester-Renten ist groß, die Unterschiede bei Rentabilität, Kosten und Inhalten können deutlich sein. Es ist wichtig, sich vor Abschluss gut zu informieren, spätere Wechsel sind möglich, verursachen aber unnötige Gebühren.

AVIVA-Berlin: Wie ist Ihre Einschätzung der Inanspruchnahme staatlicher Förderungen für Frauen mit durchschnittlich hohem Einkommen? Sind sie (noch) sinnvoll oder gibt es vielversprechendere Alternativen?
Bianca Kindler: Die staatliche Förderung ist zu verstehen wie eine persönliche Rendite. Wenn jemand mit der Riester-Rente oder mit der Basisrente eine Förderung von 30 - 40 Prozent über Steuerersparnisse erzielen kann, muss dieses Geld nicht mehr aus dem Netto für die Vorsorge aufgewandt werden. Bei der betrieblichen Altersvorsorge kann es zu Förderungen über 50 Prozent kommen, weil hier auch die Sozialabgaben auf die Beiträge wegfallen. Das ist ein sehr großer Vorteil. Eine Anlage, die uns Jahr für Jahr und ohne zusätzliches Risiko ähnlich hohe Renditen beschert gibt es nicht. Was aus Steuerersparnis zurückfließt kann zusätzlich in die Vorsorge eingezahlt werden oder entlastet die Liquidität. Daher: wenn es um die Rentabilität der Nettoeinzahlung in der Aufbauphase geht, sind die staatlichen Förderungen gerade für Besserverdienende kaum zu überbieten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass spätere Auszahlung teils nur als Rente und steuer- beziehungsweise sozialabgabenpflichtig erfolgen. Ob das aber eine Rolle spielt, hängt ab von der Gesamteinkommenssituation im Alter und dem übrigen Vermögensaufbau. Hier ist wieder der Blick auf die individuelle Situation entscheidend.

AVIVA-Berlin: Deutsche Rentenversicherungen stehen unter Druck – ist die klassische Altersvorsorge noch sicher?
Bianca Kindler: Die klassischen deutschen Rentenversicherungen leiden unter der aktuellen Niedrigzinsphase. Hält diese noch lange an, ist auch die Frage nach der Sicherheit der Anlage irgendwann berechtigt. Aktuell liegt das Problem in niedrigen Erträgen. Die Überschussbeteiligungen sind in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Wer vor zehn oder zwanzig Jahren einen Vertrag abgeschlossen hat, ist heute zu Recht enttäuscht darüber, dass die Prognosen von damals nicht eingetroffen sind. Deshalb muss die Anlage noch nicht schlecht sein. Die Berechnungen von damals waren orientiert an viel höheren Zinsen, die vor zehn und zwanzig Jahren auch möglich waren. Die Garantien der alten Verträge liegen aber über heutigem Niveau und alle Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden sind in der Kapitalauszahlung noch steuerfrei. Wer also darüber nachdenkt, Verträge aufgrund der aktuellen Berichterstattung aufzulösen, sollte vorher überlegen was dann mit dem Geld passieren soll. Besser verzinste Anlagen finden sich momentan nicht.
Aber zurück zur Frage der Sicherheit: die klassische deutsche Rentenversicherung ist aus meiner Sicht weiter ein sinnvoller Baustein für die Altersvorsorge. Dieser sollte aber anders gewichtet werden als früher. Daneben sind angelsächsische Versicherungslösungen (die mit höherem Aktienanteil investieren dürfen), Fondsdepots oder Immobilien interessant. Diese Anlagen sind nicht per se sicherer als deutsche Rentenversicherungen, aber eine breite Streuung schützt besser vor Ausfallrisiken und kann mehr Chancen nutzen. Vom Gedanken einer durch und durch "sicheren" Altersvorsorge sollten wir uns ohnehin verabschieden.

AVIVA-Berlin: Die Erstberatung im finanzkontor ist kostenlos, zudem bieten Sie in Ihren Räumen in der Kulmbacher Straße Veranstaltungen an. Gemeinsam mit Anne Wulf informieren Sie als Referentin zu Themen wie "IMMOBILIE - BAUSTEIN FÜR DIE ALTERSVORSORGE" und in Grundlagen-Workshops zum Thema "GELD ANLEGEN ZWISCHEN RENDITE UND RISIKO" – welche Vorkenntnisse können eine gute Basis für die interessierten Frauen, Ihre Teilnehmerinnen darstellen?
Bianca Kindler: Die Workshops und Vorträge eignen sich grundsätzlich für jede Teilnehmerin, Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Abhängig davon, wie sich die Runde dann zusammensetzt, gestalten wir die Inhalte, das klappt meist sehr gut.
Ziel der Veranstaltungen ist es, einen allgemeinen Einstieg ins Thema zu finden. Da geht es auch um Begriffserklärungen und Grundregeln bei der Planung. Das Thema Geldanlage etwa ist für viele undurchsichtig, der Markt wird als intransparent und risikoreich wahrgenommen. Der Grundlagen-Workshop erklärt verschiedene Anlageklassen und die damit verknüpften Risiken, aber auch die Kostenstrukturen der einzelnen Angebote. Da sitzen völlige Anfängerinnen neben Frauen, die schon oft investiert haben aber dennoch unsicher sind, was sie da eigentlich haben. Oder ob das, was sie da haben, sinnvoll ist. Menschen, die darüber nachdenken, sich eine Immobilie zu kaufen, wissen oft nicht, wie sie ermitteln, was sie sich leisten können oder auf welche Stolpersteine sie achten sollten. Die meisten kaufen ja nur einmal in Ihrem Leben ein Haus oder eine Wohnung. Dabei sollte dann alles glatt gehen. Die Vorträge bieten einen Überblick und klären Grundsätzliches. Bei unseren Beratungen geht es dann eher um die persönliche Situation und konkrete Empfehlungen.

AVIVA-Berlin: Gemeinsam mit der BRIGITTE-Finanzexpertin Helma Sick haben Sie und die FinanzFachFrauen das Handbuch "Clever anlegen. Der Finanzratgeber für junge Frauen" geschrieben – warum, denken Sie, ist es besonders schon für junge Frauen zu Anfang ihrer Berufslaufbahn wichtig, sich über Anlagestrategien zu informieren und welche Themen greifen Sie in dem Ratgeber noch auf?
Bianca Kindler: Die Altersvorsorge ist bei vielen Menschen eine bunte Ansammlung von Verträgen, die im Laufe der Jahre relativ zusammenhangslos nebeneinandergestellt wurden. Oft als Ergebnis von Zufallsbegegnungen und spontanen Entscheidungen, manchmal auch, um einen "nervigen Vertreter" erstmal loszuwerden. Ob das alles dann sinnvoll ist, bleibt fraglich. So sehen es ja auch viele selbst: Versicherungen werden vor Ablauf gekündigt, Depots in Krisenzeiten aufgelöst - meist verbunden mit dem Gefühl "bringt ja eh alles nichts".
Wer in das Thema Anlage und Vorsorge einsteigt, sollte sich mit einigen Fragen grundsätzlich beschäftigen: wie ist meine Risikobereitschaft? Möchte ich möglichst flexibel bleiben oder geht es mir darum, heute schon eine später garantierte lebenslange Rente aufzubauen? Ist die Immobilie nur so eine Idee oder möchte ich wirklich darauf hinarbeiten?
Aus den Antworten ergibt sich dann eine bestimmte Strategie und die Schwerpunkte bei Anlage und Vorsorge. Wer sich hier bewusst entscheidet und auch die Risiken und Chancen der Verträge versteht, verfolgt die Planung gezielter. Je früher damit begonnen wird, um so besser. Zeit ist zudem ein wesentlicher Faktor für den Anlageerfolg. Insbesondere bei der Altersvorsorge. Wer früh beginnt spart letztlich Geld, was der Zinseffekt über die Jahre aufbaut, muss nicht mehr selbst eingezahlt werden.
In unserem Buch erläutern wir wichtige Begriffe und stellen verschiedene Anlage und Versicherungsmodelle vor. Daneben greifen wir grundsätzlichen Fragen zum Thema "Umgang mit Geld" oder auch "Wie finde ich die richtige Beratung" auf. Anhand von typische Lebenssituationen, wie etwa Berufseinstieg, Familiengründung, Trennung, etc. geben wir Hinweise dazu, was bei der Planung bedacht werden sollte.

AVIVA-Berlin: Welche aktuellen Projekte unterstützt das finanzkontor derzeit?
Bianca Kindler: Wir unterstützen regelmäßig verschiedene Fraueninitativen und –projekte. Ein Beispiel ist die Divida-Stiftung, an der wir uns auch als Gründerinnen beteiligt haben. Karin Kaltenberg-Wulf gehört hier zum Vorstand. Wir sind seit vielen Jahren der Weiberwirtschaft in Mitte verbunden, halten Genossenschaftsanteile und haben zum Beispiel die Idee eines Mikrokreditfonds für Gründerinnen im letzten Jahr unterstützt. Anne Wulf ist unter anderem Vorstandsmitglied bei der Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen (BIG) und im Vorstand der Genossinnenschaft Schokofabrik. Wir unterstützen mit einem regelmäßigen Beitrag das Frauenkulturzentrum Begine in der Potsdamer Straße und spenden unregelmäßig für Projekte, so zum Beispiel für den Film über das Frauenblasorchester Berlin. Zuletzt haben wir mit einem Beitrag das Projekt des Jahres "It´s our turn" der EAF (Europäischen Akademie für Politik und Wirtschaft Berlin e.V) gefördert. Hier geht es um den Weg von jungen Frauen mit Migrationshintergrund hinein in Politik und Wirtschaft. Das Projekt wurde bereits 2007 gestartet, heute besteht ein Netzwerk aus Absolventinnen, die sich gegenseitig begleiten und unterstützen. Dazu tragen wir gerne einen Teil bei. Karin Kaltenberg-Wulf engagiert sich im Förderverein der EAF und ist Beiratsmitglied.
Daneben sind wir individuell in verschiedenen Frauennetzwerken aktiv, so unter anderem den Wirtschaftsweibern, dem BPW und der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin, ÜPFI.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank für das Interview!

Zum finanzkontor:

Das Büro wurde von Anne Wulf zu einer Zeit gegründet, in der Frauen bei der Altersvorsorge und bei der Finanzplanung oftmals als Anhängsel Ihrer Ehemänner gesehen wurde. Eine eigenständige Vorsorge wurde als überflüssig angesehen und von den Banken und Versicherungsgesellschaften nicht berücksichtigt. Individuelle Fragen wie Teilzeitarbeit, Babypause oder die Möglichkeit einer Scheidung wurden nicht thematisiert. Viele Frauen hatten auch das Gefühl, nicht genug über das Thema zu wissen. Ein wichtiges Ziel der Unternehmensgründung war es daher, Frauen darin zu bestärken sich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen und ihre Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen.

Seit damals hat sich natürlich einiges verändert. Welche Art der Vorsorge damals betrieben wurde, hat aber Auswirkungen bis heute. Die Renten der Frauen sind durchschnittlich deutlich geringer als die der Männer. Viele junge Frauen heute gehen anders an das Thema heran. Es ist selbstverständlicher für sie geworden, über Geld zu reden, gut zu verdienen, ihre Karriere zu planen und auch früh mit der Altersvorsorge zu beginnen. Nun muss noch die Einkommensverteilung und die Planung der Familienzeiten insgesamt gleichberechtigter gestaltet werden. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die das Unternehmen wohl noch eine Weile begleiten wird.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Finanzberatung für Frauen - das finanzkontor








Interviews Beitrag vom 05.09.2013 AVIVA-Redaktion 

   




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