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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 22.04.2015

Interview mit Maria Sharapova
Sylvia Rochow

Die Russin Maria Sharapova ist einer der absoluten Superstars des Frauentennis. Sie wurde 1987 im westsibirischen Njagan geboren und ging schon als Kind nach Florida, um die besten Bedingungen...



... f├╝r eine Tenniskarriere zu haben.

Jahrelang trainierte sie dort in der ber├╝hmten Akademie von Nick Bollettieri. Ihren ersten Grand Slam-Titel gewann Sharapova 2004 in Wimbledon, es folgten die US Open (2006), die Australian Open (2008) und die French Open (2012, 2014). An der Spitze der Tennis-Weltrangliste stand sie erstmals im August 2005. Vor ihrem ersten Match in Stuttgart traf sich AVIVA mit der Sportlerin zum Gespr├Ąch.


AVIVA-Berlin: Sie kommen als Titelverteidigerin zum Porsche Tennis Grand Prix, haben bereits dreimal in Folge in Stuttgart gewonnen. Macht es das etwas einfacher f├╝r Sie, zu einem Turnier zu kommen, von dem Sie wissen, dass es hier immer gut f├╝r Sie gelaufen ist?

Maria Sharapova: Ja, ganz sicher. Es ist nat├╝rlich sowieso immer sch├Ân, an einen Ort zur├╝ckzukommen, an den man gute Erinnerungen hat, wo man schon erfolgreich war. Aber hier ist es doch noch etwas spezieller. Ich habe in Stuttgart einige der besten Matches meiner ganzen Karriere gespielt. Bis vor einigen Jahren bin ich hier ja gar nicht angetreten, weil das Turnier eigentlich nicht so gut in meinen Zeitplan passt. Aber seit ich den Porsche Tennis Grand Prix 2012 zum ersten Mal gespielt habe, habe ich ihn jedes Jahr gewonnen und hoffe nat├╝rlich, dass mir das auch in diesem Jahr wieder gelingt. Trotzdem muss ich nat├╝rlich auch jetzt wieder bei null anfangen und wei├č, dass es bis zum n├Ąchsten Titel noch ein langer Weg mit vielen harten Matches ist.

AVIVA-Berlin: In Stuttgart wird auf Sand gespielt, ein Belag, der Ihnen bis vor einigen Jahren nicht besonders gut lag. Was haben Sie ge├Ąndert?

Maria Sharapova: Es stimmt, Sand war immer die gr├Â├čte Herausforderung f├╝r mich. Aber das hat mich auch besonders motiviert, an mir zu arbeiten und dahin zu kommen, dass ich mich auch auf die Sandplatzsaison freue. Das ist mir ├╝ber die letzten Jahre ganz gut gelungen.

AVIVA-Berlin: Haben Sie in diesem Zusammenhang etwas an Ihrem Spiel gezielt ver├Ąndert?

Maria Sharapova: Es ist glaube ich kein gro├čes Geheimnis, dass ich mich physisch deutlich verbessert habe, und das hilft auf einem langsameren Belag wie Sand nat├╝rlich. Ich habe nicht nur an meiner Beweglichkeit auf dem Platz gearbeitet, sondern auch insgesamt an meiner Konzentrations- und Regenerationsf├Ąhigkeit. Vor vielleicht sechs Jahren brauchte ich noch viel l├Ąnger, um mich beispielsweise von einer harten Dreisatz-Partie zu erholen. Heute macht mir das nicht mehr so viel aus. Ich muss mir auch keine Energie mehr aufsparen sondern wei├č, dass, selbst wenn ich schon fr├╝h in einem Turnier ein anstrengendes Match spielen muss, ich es immer schaffe, mich f├╝r die n├Ąchste Runde gut zu erholen. Au├čerdem spielt Geduld auf Sand eine gro├če Rolle. Das ist etwas, das ich lernen musste, was mir fr├╝her fehlte. Es geht eben nicht mit ein paar schnellen Punkten, sondern ich muss mir dessen bewusst sein, dass es ein Ballwechsel mit drei Schl├Ągen, sechs Schl├Ągen oder auch mal 10 Schl├Ągen sein kann.

AVIVA-Berlin: Die ehemalige Profispielerin Chris Evert (USA) gilt als echte Sandplatz-Legende. War sie auch ein Vorbild f├╝r Sie?

Maria Sharapova: Ich habe sie sehr verehrt und viele ihrer Matches geschaut, als ich ein Kind war und gerade mit dem Tennisspielen begonnen habe. Aber ich w├╝rde das nicht auf ihre Erfolge auf Sand reduzieren, sie hat viel Gro├čartiges in ihrer Karriere erreicht, das ich auch gerne erreichen w├╝rde. (lacht) Ich habe viele verschiedene Spielerinnen und Spieler bewundert, alle f├╝r ihre jeweiligen St├Ąrken, und Chris Evert war definitiv eine davon.

AVIVA-Berlin: Sie konnten zum Fed Cup-Halbfinale gegen Deutschland verletzungsbedingt nicht antreten, Russland hat dennoch gewonnen. Wissen Sie schon, ob Sie im Finale gegen Tschechien spielen werden?

Maria Sharapova: Nun, bis dahin sind noch mehr als sechs Monate Zeit. Das Halbfinale h├Ątte ich sehr gerne gespielt, es fand in Sotchi statt, dort bin ich aufgewachsen und habe zum ersten Mal einen Tennisschl├Ąger in der Hand gehalten. Das w├Ąre etwas ganz Besonderes gewesen. Das Finale findet genau in dem Zeitraum statt, in dem ich normalerweise Pause vor der neuen Saison mache. Wir haben nicht viele Pausen, und ich wei├č, dass das n├Ąchste Jahr sehr anspruchsvoll wird, zum Beispiel mit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Ich muss mir das daher sehr genau ├╝berlegen und werde mich wahrscheinlich nach Wimbledon mit unserer Teamchefin Anastasia Myskina zusammensetzen.

AVIVA-Berlin: Sie sind eine der erfolgreichsten aktiven Spielerinnen, die Nummer 2 der Welt, werden ├╝berall erkannt, bei jedem Turnier dreht sich alles um Sie. Sp├╝ren Sie dadurch einen besonderen Druck?

Maria Sharapova: Nein, eigentlich nicht. Ich empfinde das eher als ein Privileg, selbst in der Situation zu sein, in der alle anderen sein wollen, zum Beispiel, dass Dich jede schlagen will. Das bedeutet doch, dass Du etwas richtig machst und richtig gemacht hast, um ├╝berhaupt in diese Lage zu kommen. Aber doch, nat├╝rlich sp├╝re auch ich manchmal ein bisschen zus├Ątzlichen Druck. Wenn ich zum Beispiel gegen eine Gegnerin spiele, die das Turnier wahrscheinlich nicht gewinnen wird, aber f├╝r die sich ein Sieg gegen mich eben anf├╝hlt wie ein eigener Turniersieg. Das ist schon eine besondere Herausforderung ÔÇô aber genau diese Herausforderungen und dieser Konkurrenzkampf sind es, die mir am Tennis am besten gefallen.

AVIVA-Berlin: Sie sind seit mittlerweile 13 Jahren auf der WTA-Tour unterwegs. Gibt es da noch irgendetwas, das Sie ├╝berraschen kann?

Maria Sharapova: Am meisten ├╝berrascht mich eigentlich, dass ich das, was ich tue, immer noch so sehr liebe, auch mit inzwischen 28 Jahren. Das h├Ątte ich, wenn ich an meine Teenager-Zeit zur├╝ckdenke, damals nie f├╝r m├Âglich gehalten, dass ich so lange spielen w├╝rde. (lacht) Immer noch hier zu sein, immer noch motiviert zu sein, es immer noch genauso zu genie├čen, auf den Court zu gehen und st├Ąndig weiter an mir zu arbeiten ÔÇô auch wenn es sich nicht immer im Match bezahlt macht und zu einem Sieg f├╝hrt ÔÇô das ├╝berrascht mich wirklich. Ich sp├╝re nach wie vor jeden Morgen die Motivation und das Verlangen, mein Tennis zu verbessern. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank f├╝r das Gespr├Ąch und viel Erfolg!

Weitere Infos unter: www.porsche-tennis.de und www.nuernberger-versicherungscup.de



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Copyright Foto und Text: Sylvia_Rochow



Interviews Beitrag vom 22.04.2015 Sylvia Rochow 

   




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