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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 04.03.2005

Ausgelesen. Interview mit Jenny Erpenbeck
Sabine Grunwald

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft und Musiktheaterregie. Beim Eichborn Verlag erschien im Februar 2005 ihr Roman "Wörterbuch"



Die Thematik Ihres Buches ist sehr speziell. Es handelt von Folter und Mord in Südamerika. Was hat Sie dazu veranlasst, sich mit diesem Stoff zu befassen?
Jenny Erpenbeck: Es geht um eine Frau, die unter dem Zeichen der Lüge aufwächst. Mich hat interessiert, ob und wie so jemand erwachsen werden kann, und ob diese Frau nach der Aufdeckung der Wahrheit den Verlust ihrer eigenen Geschichte überlebt. Folter und Mord gehören in diese Geschichte, stehen aber nicht im Zentrum des Buches.

AVIVA-Berlin: Isabel Allende hat sich ebenfalls mit diesem Thema auseinandergesetzt. Hat diese Schriftstellerin Sie in irgendeiner Weise beeinflusst?
Jenny Erpenbeck: Nein.

AVIVA-Berlin: Sie haben bereits mit Erfolg ein Stück auf die Bühne gebracht. Könnten Sie sich vorstellen, "Wörterbuch" auch für das Theater zu inszenieren?
Jenny Erpenbeck: Nein. Das eine hat ja nichts mit dem anderen zu tun. "Wörterbuch" ist kein Theaterstück, sondern ein Prosatext. Die Entscheidung für ein Genre passiert ja nicht zufällig.

AVIVA-Berlin: In Ihrem Roman spielt die Suche nach der Vergangenheit und der Identität eine existenzielle Rolle. Haben Sie dabei auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen?
Jenny Erpenbeck: Für mich ist es sehr wichtig zu wissen, wo ich herkomme, wer meine Vorfahren waren, aus wie vielen und welchen Geschichten ich zusammengesetzt bin. Deshalb haben mich Berichte über Menschen, denen der Zugang zu ihrer eigenen Herkunft verwehrt wird, immer sehr erschüttert und besonders interessiert. Einen autobiographischen Hintergrund gibt es für meinen Text nicht.

AVIVA-Berlin: Was lesen Sie zur Zeit und warum?
Jenny Erpenbeck: Ich lese gerade Terézia Moras Buch "Alle Tage", weil ich finde, daß sie eine wunderbare Autorin ist, und ich darüber hinaus mit ihr befreundet bin.

AVIVA-Berlin: Auf welche Neuerscheinung von welcher Autorin oder von welchem Autor sind Sie gespannt? Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Jenny Erpenbeck: Einen weiteren Roman der österreichischen, schon lange verstorbenen Autorin Marlen Haushofer, deren Roman "Die Wand" mich sehr beeindruckt hat.

AVIVA-Berlin: Welches Buch verborgen Sie niemals?
Jenny Erpenbeck: Die "Metamorphosen" von Ovid mit den Illustrationen von Picasso.

AVIVA-Berlin: Stellen Sie sich vor, Sie bekämen heute 1 Million Euro für Berlin. Welches Projekt würden Sie sofort retten oder in´s Leben rufen?
Jenny Erpenbeck: Ich würde es meinem Freund Dirk Kummer für sein nächstes Filmprojekt geben.

AVIVA-Berlin: Wer ist für Sie der absolute Shooting-Star (im Kulturleben, weltweit) und wen halten Sie für unterschätzt?
Jenny Erpenbeck: Das kann ich nicht einschätzen. "Shooting Star" ist für mich eine vollkommen uninteressante Kategorie.

AVIVA-Berlin: Ihr nächstes Projekt?
Jenny Erpenbeck: Ein Theaterstück schreiben.

AVIVA-Berlin: Verraten Sie uns Ihr Credo?
Jenny Erpenbeck: Ich glaube, daß manche Einrichtungen der Menschheit verbesserungsbedürftig sind.

Lesen Sie auch unsere Rezension von Jenny Erpenbeck´s "Wörterbuch" auf AVIVA-Berlin.

Interviews Beitrag vom 04.03.2005 Sabine Grunwald 

   




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