Interview mit Cora Wüthrich alias Scorchy - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Futonetage
Aviva-Berlin > Interviews AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.01.2010

Interview mit Cora Wüthrich alias Scorchy
Claudia Amsler

Von "Cabaret" Inszenierungen über Großproduktionen wie "Hair", "AIDA", "West Side Story" bis hin zu Klassiker wie "My Fair Lady", Cora Wüthrich vereint alle diese verschiedenen Charaktere...



...in sich.

Sie tanzt, spielt und singt und das stets passioniert. Die rothaarige Schweizerin, geboren 1982 in Zürich, ist in den USA bereits ein gefeierter Showstar. Im Januar 2010 kommt die Entertainerin mit ihrem Soloprogramm "SCORCHY-The Swinger" zurück nach Europa. Die Performance der Nachtclub-Legende aus Atlantic City ist eine Mischung aus Sexappeal und erstklassigen Gesangs- und Tanzeinlagen. SCORCHY wird durch die "Jo Roloff Band" (Geschwister Pfister) musikalisch unterstützt und singt sich durch Broadway-Musicals, Chansons, Barjazz und liefert so Neuinterpretationen bekannter Klassiker. Lou Reed und Pink Floyd werden durch SCORCHY zu einer femme fatale. Am 22. und 23. Januar 2010 verführt SCORCHY im Admiralspalast Berlin ihr Publikum. Doch wer steckt hinter dieser Verwandlungskünstlerin? AVIVA-Berlin fragt bei Cora Wüthrich nach und will mehr über ihre Show und ihr alltägliches Leben erfahren.

AVIVA-Berlin: Sie haben bereits während der Abiturzeit Ihren Schwerpunkt auf das Musische gelegt, haben verschiedenste Weiterbildungen in Gesang, Tanz und Schauspiel absolviert und mit 19 Jahren ihr erstes Engagement erhalten. Woher stammen diese Faszination für die Kunst und das Showbusiness und das dazugehörige Talent?
Cora Wüthrich: Die Künstlerseele habe ich wahrscheinlich von meiner Mutter geerbt; die ist nämlich bildende Künstlerin (Specksteinskulpturen, Fotos, Collagen). Ich habe mich schon immer gerne bewegt und zuerst einmal Karate gemacht, weil ich die rosa Tutus und das "Babygehopse-Ballett" doof fand. Außerdem spielte ich Geige. Als ich dann aber doch zum Moderndance kam hat es mich sofort gepackt. Ich nahm Unterricht in einer kleinen aber feinen Tanzschule mit sehr professionellen Lehrern in Stäfa, dem Dorf in der Schweiz, wo ich herkomme. Bald hat mich die normale Schule nur noch wenig interessiert, deswegen lieferte ich nur noch genau das ab, was man von mir verlangt hat, um noch mehr tanzen und singen zu können. Es war mir schon immer wichtig, mich auszudrücken und mit Leuten zusammen kreativ sein. Ich will die Leute begeistern und berühren. Das Showbusiness vereint diese Aspekte im Idealfall.

AVIVA-Berlin: Sie singen, tanzen und zeigen viel Haut auf der Bühne. Hat "SCORCHY-The Swinger" einen reinen Unterhaltungscharakter oder steckt noch mehr dahinter?
Cora Wüthrich: Ich habe insgesamt zwei Jahre an dieser Show gearbeitet. Da macht man viele Wandlungen durch, ändert das Konzept, die Musikauswahl. Man entwickelt sich stark weiter und stößt immer wieder an Grenzen, muss neue Wege finden. Obwohl das Endresultat jetzt eine reine Show ist, steckt sehr viel Persönliches von mir darin. Das will ich aber nicht benennen, denn dieses soll sich schließlich selbst auf der Bühne erzählen.

AVIVA-Berlin: Wie schon erwähnt, scheuen Sie nicht zurück, während Ihrer Show viel Haut zu zeigen, sexy zu tanzen und sogar einen Mann im Publikum zu küssen. Haben Sie nicht Angst, dass Ihre musikalische Fähigkeit missachtet wird und Sie nur als "Sexbombe" angesehen werden?
Cora Wüthrich: Nein, für mich ist mein Körpereinsatz zwar etwas Selbstverständliches, aber mein Hauptfokus liegt bei der Präsentation, im Ausdruck der Musik und in dem, was ich mit jedem einzelnen Song erzählen will.

AVIVA-Berlin: Sehen Sie sich selbst in "SCORCHY-The Swinger" wieder oder ist es eine bloße Rolle, die Sie auf der Bühne präsentieren?
Cora Wüthrich: Wie schon gesagt besteht Scorchy aus Facetten von mir, die ich allerdings als Cora Wüthrich niemals so extrem ausleben würde. Kucken Sie einmal Beyoncé oder all die anderen Popstars an, glauben Sie, dass die zu Hause in der Küche "haareschwingend" am Boden rum kriechen?

AVIVA-Berlin: Zu Beginn Ihrer Performance tragen Sie lange rote Haare und plötzlich reißen Sie sich die Perücke wie auch die Kleider vom Leibe. Es erscheint ein Kurzhaarschnitt und eine sehr sportliche Figur. Welche Gefühle Ihres Publikums wollen Sie mit dieser Verwandlung ansprechen und auslösen?
Cora Wüthrich: Überraschung, Irritation, Spaß, Verwunderung...? Keine Ahnung, es soll sich jeder etwas für sich aussuchen. Natürlich werden die Reaktionen sehr unterschiedlich sein. Man müsste mal eine Umfrage beim Publikum starten.

AVIVA-Berlin: Wer sind Sie, wenn Sie nicht auf der Bühne sind? Wie können wir uns Cora Wüthrich in Ihren eigenen vier Wänden vorstellen?
Cora Wüthrich: Ich glaube ich bin eine recht anständige, fleißige, ehrgeizige, genießerische, nachdenkliche, fehlerhafte, träumerische, neugierige, lustige, schüchterne, liebende, wütende, kämpfende Person, die viele Widersprüche in sich vereint. Zudem liebe ich Filme gucken, kochen, Freunde und Familie treffen, lesen, schlafen, spazieren, U-Bahn fahren, Musik hören und joggen. Das ändert sich auch ab und zu. Also alles ganz normal.

AVIVA-Berlin: In den USA haben Sie sich bereits einen Namen gemacht. Was bringt Sie zurück nach Europa? Mischen sich da vielleicht auch Heimatgefühle ein?
Cora Wüthrich: Haha, das ist ja lustig, dass Sie das geglaubt haben. Ich habe in den USA Teile der Ausbildung gemacht, aber das mit der Karriere als Nachtclubstar ist leider erstunken und erlogen. Das habe ich behauptet, damit ich als Scorchy noch mehr darf. So richtig auf die Kacke hauen eben. Aber vielleicht werde ich ja einmal in die Staaten gehen, um da zu arbeiten...
Würde ich gerne mal.

AVIVA-Berlin: Haben Sie bereits ein neues Projekt ins Auge gefasst? Was wird die Zukunft bringen?
Cora Wüthrich: Als nächstes reise ich drei Wochen nach Indien, da war ich noch nie, dann in die Schweiz, wo ich bei "Bibi Balu", einem Schweizermusical mitspiele und Dance Captain bin (Stadttheater St.Gallen) und gleichzeitig nach einem geeigneten Management für Scorchy suche...
Alles Weitere werden wir ja sehen.

AVIVA-Berlin: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für Ihre Zukunft!
Cora Wüthrich: Danke auch!

Weitere Infos zu Cora Wüthrich alias Scorchy finden Sie unter: www.scorchy.biz und www.myspace.com

Interviews Beitrag vom 20.01.2010 Claudia Amsler 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken