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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2014:

Fallulah im Interview
Tatjana Zilg

AVIVA-Berlin traf die dänische Musikerin während des Showcase-Festivals zu einem Gespräch über die Popkomm, die Attraktivität von Berlin, ihre rumänischen Ursprünge, das Musikleben in …



... Kopenhagen und dem Gefühl, Anders zu sein.

AVIVA-Berlin: Wie ist es für Dich, Teilnehmerin bei der Popkomm zu sein, die dieses Jahr eine Kombination aus einer großen Musikmesse und einem weit gefächerten Live-Festival ist?
Fallulah: Ich habe vor einigen Jahren zum ersten Mal von der Popkomm gehört und war sehr neugierig darauf. Ich suchte nach einer Gelegenheit, meine Musik in anderen Ländern vorzustellen und freue mich, dass ich sie in einem Showcase im C-Club präsentieren kann. Ich denke, meine Musik ist hier noch nicht so bekannt, so dass ich mich davon überraschen lassen werde, wie viele Leute kommen werden. Ich bin schon aufgeregt und werde sehen, was die Nacht so bringen wird.

AVIVA-Berlin: Ist es das erste Mal, dass Du in Deutschland auftrittst?
Fallulah: Nein, ich habe in Berlin und in Hamburg im März als Support von der schwedischen Songwriterin Miss Li gespielt.

AVIVA-Berlin: Wie groß ist Dein Publikum in Dänemark? Hast Du dort schon viele Fans?
Fallulah: Ja, das wächst gerade schnell an. Es dauert natürlich immer etwas Zeit, sich ein Publikum aufzubauen, aber ich habe jetzt vor kurzem vor 8.000 Menschen bei einem Festival in Dänemark gespielt. Es entwickelt sich wirklich gut für mich im Moment.

AVIVA-Berlin: Du bist gerade von Sony gesignt worden. Wie bist Du zu dem Major-Label gekommen? Wie hat Sony Dich entdeckt?
Fallulah: Ich habe zuvor schon ziemlich lange Musik gemacht und wie viele andere Musikerinnen auch Songs und Demos auf Myspace veröffentlicht.
Da ich etwas Geld gespart habe, entschied ich mich, mir Unterstützung zu suchen, um aus meinen Demos richtiges Songmaterial zu machen. Ich habe den Produzenten Fridolin angefragt, ob er mit mir arbeiten möchte. Ihm gefielen meine Demos und so gingen wir zusammen ins Studio, wo wir zwei Songs fertiggestellt haben. Einer davon war "I lay my head", welcher auch meine aktuelle Single ist. Mit diesen Songs habe ich mich bei verschiedenen Labels vorgestellt und bin auf viel Interesse gestoßen. Denn ich konnte auch andere Dinge vorweisen: Ich habe schon seit längerem alleine Musik gemacht, eine Band zusammengestellt und in Dänemark des öfteren live gespielt.
Ich war gerade dabei, mit einem anderen Label einen Vertrag zu schließen, als mich mein Produzent anrief und sagte, ich solle unbedingt noch warten, da ein Sony-Mitarbeiter mit mir sprechen wolle. Und dann hat es mit Sony geklappt, was für mich perfekt ist, da sie nicht von mir wollen, dass ich mich nach ihren Vorgaben verändere. Sie wollen, dass ich bleibe, wer ich bin, und die Art, wie ich Musik mache, fortführe.


AVIVA-Berlin: Du hast Deinen rumänischen Ursprung als sehr wichtig für Dich beschrieben. Wie kam es dazu, dass Deine Familie nach Dänemark migriert ist? Reist Du noch oft nach Rumänien?
Fallulah: Ich selbst bin in Dänemark geboren und aufgewachsen. Mein Vater ist rumänisch und war ein Tanz-Choreographer. Er leitete Balkan-Tanzgruppen in Dänemark an und traf so meine Mutter, die Tänzerin ist und an einer seiner Klassen teilnahm. Seine Gruppe tourte später in Bulgarien, Rumänien und anderen Ländern und beteiligte sich an vielen Tanzfestivals. So war ich während meiner Kindheit oft bei den Tanzfestivals in Rumänien und anderen Ländern dabei und mein Interesse an Balkan-Musik war früh geweckt. Heute höre ich keine Balkan-Musik mehr, aber sie ist als Erinnerung weiter lebendig in mir.
Mein Vater ist gestorben, als ich neun Jahre alt war. Danach bin ich nicht mehr so oft nach Rumänien gereist.

AVIVA-Berlin: Wie würdest Du die Unterschiede beschreiben zwischen Leben in Rumänien und in Dänemark?
Fallulah: In Rumänien ist es manchmal so, als wäre die Zeit hundert Jahre zurückgedreht. Es gibt dort zum Beispiel noch viele Pferdekutschen. Viele Menschen sind dort ihrer Kultur sehr verbunden und halten die Traditionen lebendig. In Dänemark wird viel mehr auf neue Dinge geachtet, die Traditionen sind nicht mehr so wichtig. In Rumänien werden sie noch von Generation zu Generation weitergeben und dabei steht oft die Musik und der Tanz im Mittelpunkt. Die Leute in Rumänien haben nicht so viele materielle Dinge angehäuft wie wir in Dänemark, wobei auch Armut eine große Rolle spielt. Es gibt etwas wirtschaftlichen Aufschwung, aber das geht sehr langsam voran.

AVIVA-Berlin: Was inspiriert Dich beim Songwriting?
Fallulah: Das ist schwer zu bestimmen. Ich versuche immer, nicht wie etwas zu klingen, was ich schon einmal gehört habe. Um authentisch zu bleiben, isoliere ich mich oft, wenn ich Songs schreibe und komponiere. Ich schließe mich in meinem Schlafzimmer ein und möchte dann niemand mehr sehen, keine Musik hören und kein Fernsehen schauen. Ich gehe dann in meine inneren Gefühle und das ist es hauptsächlich, wie ich Musik mache. Ich fange an, Lyrics zu schreiben und finde dann zu den Melodien. Diese feile ich dann an meinem Computer aus und baue die Songs aus.

AVIVA-Berlin: Und Deine Lyrics? Sind diese biographisch inspiriert oder woher kommen Deine Themen?
Fallulah: Meine Lyrics sind biographisch und Geschichten aus meinem Leben. Oft handeln sie über die Liebe, meine Kindheit, mein Erwachsenwerden, das Gefühl und die Erfahrung, anders zu sein als alle anderen. Ich hatte einige Phasen, wo ich mich sehr einsam gefühlt habe, als ich mit meinen Eltern umgezogen bin und ich an dem neuen Ort nicht so richtig hineinpasste. Während einiger Jahre zog ich mich in mich zurück und lebte sehr in meiner eigenen Traumwelt.

AVIVA-Berlin: Heute lebst Du in Kopenhagen?
Fallulah: Ja.

AVIVA-Berlin: Wie würdest Du die Musikszene dort beschreiben?
Fallulah: Nun, sie wird stetig größer. Ständig bilden sich neue Bands und treten an die Öffentlichkeit. Vom Aspekt der Konkurrenz ist das natürlich nicht so gut, aber die Qualität ist insgesamt hoch und das ist gut. Die Leute haben in letzter Zeit mehr an Selbstvertrauen gewonnen. Davor wurde oft versucht, Bestehendes zu kopieren. Eine neue Rockgruppe setzte alles daran, so zu klingen wie eine große, altbewährte Rockgruppe. Jetzt haben die Leute angefangen, mehr sie selbst zu sein und das gefällt mir gut.

AVIVA-Berlin: Du trittst heute Abend im Rahmen der skandinavischen Showcase-Nacht im C-Club aus. Kennst Du die anderen Bands?
Fallulah: Im Line-Up sind insgesamt drei dänische Bands vertreten. Nach mir spielen Vinnie Who, welche ich sehr mag. Sie machen eine Art Disco-Sound, der einfach sehr viel Spaß macht. Und die schwedische Band Familjen kenne ich auch und werde sie auch sehen.

AVIVA-Berlin: Tauschst Du Dich viel mit anderen MusikerInnen aus? Machst Du bewusst Networking?
Fallulah: Ich denke eigentlich nicht über Networking nach. Das würde nicht meiner Natur entsprechen. Ich spreche mit den Leuten, mit denen ich Lust habe zu sprechen. Ich arbeite sehr eigenständig und suche eher Kontakt zu Leuten, von denen ich schon weiß, wer sie sind.

AVIVA-Berlin: Und Internet-Netzwerke wie Myspace?
Fallulah: Meine Myspace-Seite hat für mich vor allem den Zweck, den Leuten die Möglichkeit zu geben, meine Musik kennen zu lernen. Das war vor allem am Anfang wichtig, als ich meine ersten Demos hochstellte.
Ich mache schon sehr lange Musik. Meine ersten Songs habe ich geschrieben, als ich fünf Jahre alt war. Damals war es aber mein Geheimnis, in das ich niemand einweihte. So war es ein Schritt in die Öffentlichkeit, meine Musik über Myspace bekannt zu machen. Dieser erste Schritt wird durch Myspace wesentlich erleichtert, denn ohne Myspace oder ähnliche Plattformen wäre es schwieriger, die Leute auf die eigene Musik aufmerksam zu machen.

AVIVA-Berlin: Auf Deiner Myspace-Seite zeigst Du einige Videos, die teils wie eine kleine Jam-Seesion wirken und sehr lebendig und frisch herüberkommen. Wie ist es zum Dreh dieser Videos gekommen?
Fallulah: Das erste Video, ist das zu "Use it for good", welches auf einem Häuserdach gedreht wurde. Das war noch bevor ich einen Plattenvertrag hatte. Es ist ein Regisseur an mich herangetreten, der eine Live Session mit mir filmen wollte. Es war meine Idee, es auf einem Häuserdach in Kopenhagen zu drehen was nicht ganz legal war. Wir mussten befürchten, erwischt zu werden und mittendrin abbrechen zu müssen.
Es war eine tolle Erfahrung, da das Wetter auch passte und es war ein wunderbares Licht kurz vor Sonnenuntergang.
Ich würde gerne mehr Videos auf diese Art machen. Dazu braucht man kein teures Setting, nur eine gute Idee und einen guten Sound.

AVIVA-Berlin: In der Vorabinfo hieß es, Du hattest großes Lampenfieber vor Deinen ersten Konzerten. Wie ist es Dir gelungen, die Angst zu überwinden und so eine starke Bühnenpräsenz zu entwickeln?
Fallulah: Ja, am Anfang war das so und ich habe manchmal vor den Konzerten immer noch Lampenfieber. Aber ich wusste, um das zu überwinden, muss ich einfach spielen und es ausprobieren. Denn das Lampenfieber wird nicht einfach verschwinden, wenn man sich keine Gelegenheit gibt, sich ans Livespielen zu gewöhnen. Das erste Mal war ich wirklich sehr ängstlich. Ich zitterte und dachte, ich überlebe das nicht. Aber dann habe ich es einfach gemacht. Und ich konnte dadurch die Erfahrung machen, dass alles gut geklappt hat. Ich denke, dass ich Angst davor hatte, bewertet zu werden. Dass die Leute meine Musik nicht mögen. Meine Musik ist mir sehr nah und wenn die Leute etwas Negatives darüber sagen, habe ich das Gefühl, als würden sie etwas Negatives über mich selbst sagen. Später habe ich viel an Selbstvertrauen gewonnen. Heute fühlt es sich für mich richtig gut an, live aufzutreten. Es ist für mich jetzt am wichtigsten, dass ich selbst meine Musik mag.

AVIVA-Berlin: Woher nimmst Du die Energie beim Musikmachen? Deine Live-Auftritte und Deine Musik strahlen viel positives Temperament aus.
Fallulah: Nach den Konzerten bin ich schon sehr erschöpft und müde. Denn auf der Bühne gebe ich hundert Prozent. Ich möchte nichts zurückhalten und meine ganze Energie einsetzen.

AVIVA-Berlin: Wie verbreitet ist Fremdenfeindlichkeit in Dänemark? Hast Du selbst Erfahrungen damit machen müssen?
Fallulah: Ja, sicher ist das auch in Dänemark ein Problem. Es gibt dort Rassismus, nicht so viel in Kopenhagen, mehr in den ländlichen Gegenden. Als ich selbst dort lebte, erfuhr ich das durchaus, obwohl ich dänisch bin. Manche Leute haben mich behandelt, als ob ich aufgrund meiner Herkunft anders und merkwürdig wäre.

AVIVA-Berlin: Warst Du schon mal in Berlin? Was gefällt Dir besonders gut an der Stadt?
Fallulah: Ja, ich war schon ein paar Mal in Berlin. Ich wollte mir sogar eine Wohnung hier kaufen und hatte eigentlich schon eine gefunden. Dann ging im letzten Moment etwas schief und ich habe sie nicht bekommen. Das war vor zwei Jahren. Genau dann hatte ich erste Erfolge mit meiner Musik in Kopenhagen und ich wollte nicht mehr wegziehen, damit ich weiter darauf aufbauen kann. Das ist etwas schade, denn ich empfinde Berlin als sehr offen und groß. Ich fühle mich hier nicht so beengt. Und die Underground-Kultur in Berlin mag ich auch sehr. Wenn man zum ersten Mal hier ist, bekommt man das manches Mal gar nicht somit, da man aufgrund der Größe nicht so genau weiß, wo man hingehen sollte.

AVIVA-Berlin: Welche Pläne hast Du für die Zukunft?
Fallulah: Nach dem Konzert hier werde ich ein paar Tage Urlaub in Berlin machen. Meine CD erschien hier gerade erst im August. Das habe ich erst heute erfahren, ich wusste das vorher gar nicht. Ich werde im Herbst eine längere Tour in Dänemark machen, danach komme ich wieder nach Deutschland und werde hier viele Konzerte geben.

Fallulah im Netz:

www.fallulah.com
www.myspace.com/mymusicbank

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Unsere Rezension zu "The Black Cat Neighbourhood" von Fallulah.



Interviews erstellt: 16.09.2010

   




 
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