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AVIVA-BERLIN.de 4/9/5778 - Beitrag vom 16.05.2008

Rechte und Schutz von Frauen in Israel
AVIVA-Redaktion

Das gemeinnützige internationale The Israel Project informiert über das ´Recht auf Hilfe bei sexuellem Missbrauch und in Fragen der Fortpflanzung´ für Frauen in Israel. Eine vorbildliche Rechtslage!



Alle Frauen in Israel, unabhängig ihrer ethnischer Abstammung oder Religion, genießen weitgehende Freiheiten, Rechte und Schutz sowie gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung. Die Unabhängigkeitserklärung Israels "verbürgt all seinen Bürgern (und Bürgerinnen. Anm. der Red.) ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung." (1)

Um allen israelischen Frauen die vollen, ihnen laut Gesetz zustehenden Rechte zu garantieren, hat die israelische Regierung - gemeinsam mit einer energischen Gruppe von Nicht-Regierungs-Organisationen für die Verteidigung von Frauenrechten - intensive Bemühungen unternommen, um Israel weltweit an vorderster Front fortschrittlicher Frauenpolitik zu platzieren. Diese Bemühungen haben zu umfangreichen Initiativen geführt, mit dem Ziel, Opfern sexueller Gewalt zu helfen, allen israelischen Frauen kostenlose und umfassende Fruchtbarkeitsbehandlung anzubieten, sowie israelischen Frauen den Zugang zu sicheren und fachkundig ausgeführten Abtreibungen zu garantieren.

Kampf gegen sexuelle Gewalt und Schutz der Opfer

Laut Weltgesundheitsorganisation ist sexuelle Gewalt "ein verbreitetes globales Problem mit bedeutenden gesundheitlichen Konsequenzen für die Opfer, doch an vielen Orten der Welt erfüllen die verfügbaren Dienstleistungen nicht den Bedarf der Opfer." (2) Israel hat weiterreichende Schritte unternommen, um Frauen vor sexueller Gewalt zu schützen. Die israelische Gesetzgebung sieht eine Mindeststrafe für sexuelle Straftäter und bei häuslicher Gewalt vor. Seit 1991 ermöglicht das Gesetz gegen häusliche Gewalt den Familiengerichten, Verfügungen gegen gewalttätige Ehepartner zu erlassen. (3) Darüber hinaus stellt ein umfassendes Netzwerk von Sozialhilfeorganisationen Opfern sexueller Gewalt Beratung und Hilfe zur Verfügung. Der Staat Israel, etwa so groß wie das Bundesland Hessen oder wie Slowenien, (4) verfügt über 14 Frauenhäuser, einschließlich zwei, die ausschließlich für arabische Frauen reserviert sind. (5) Es gibt auch ein Hostel für die Rehabilitation sexueller Gewalttäter. (6)

Die am längsten bestehende Organisation zur Unterstützung von Opfern sexuellen Missbrauchs ist ´The Association of Rape Crisis Centers´ (Vereinigung von Krisenzentren bei Vergewaltigung - ARCC), die in Israel acht Niederlassungen hat. Sie bietet besondere Unterstützung für religiöse Frauen, (7) für sexuell missbrauchte Männer und Jungen, sowie für sexuell missbrauchte religiöse Männer und Jungen. (8) Ihre freiwilligen MitarbeiterInnen sprechen Hebräisch, Russisch, Arabisch, Englisch, Amharisch, (9) Französisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch, Ungarisch, Rumänisch, Italienisch, Persisch und Jiddisch. (10) Das Krisenzentrum der ARCC für religiöse Frauen bietet auch Hotlines für äthiopische und russische Frauen. (11) Das Büro der ARCC in Be´er Sheba steht der Bevölkerung in der südlichen Region (Negev), einschließlich der Beduinen (arabische Nomaden), zur Verfügung. (12)

ARCC bietet eine breite Palette kritischer Dienstleistungen, einschließlich:
Unterstützt Opfer sexueller Gewalt und deren Familien,
Fördert das Bewusstsein der Gemeinschaft für sexuelle Gewalt und Traumata und schützt die Rechte der Opfer,
Betreibt rund um die Uhr eine Kriseninterventions-Hotline für Opfer von Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs, Inzest und sexueller Belästigung,
Bietet Opfern fortlaufende Unterstützung, wie beispielsweise persönliche Beratung und Selbsthilfegruppen,
Begleitet Opfer zur Polizei, ins Krankenhaus und vor Gericht,
Hilft bei den gerichtlichen Verfahren,
Bietet in Schulen Workshops zur Prävention von Vergewaltigungen und bildet SpezialistInnen fort (ErziehungsberaterInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen und polizeiliche ErmittlerInnen), damit Opfern von Vergewaltigungen geholfen werden kann. (13)

Andere Organisationen, die Opfern helfen, sind die ´Israel Association for Child Protection´ (Israelischer Kinderschutzbund), (14) ´L.O. - Combat Violence Against Women´ (Gewalt gegen Frauen bekämpfen) (15) sowie die ´Israel Trauma Coalition´. (16)

Kostenlose, modernste Fruchtbarkeitsbehandlung für alle Frauen in Israel

Die israelische Nationale Krankenkasse finanziert Fruchtbarkeitsbehandlung für alle Frauen in Israel, (17) Jüdinnen, Christinnen, Musliminnen, Drusinnen und Baha´i. (18) Unabhängig von ihrer Religion, ob säkular oder religiös, verheiratet oder unverheiratet, alle haben kostenlosen Zugang zu Israels hochmodernen Fruchtbarkeitstechnologien. (19) Die Behandlung ist allerdings Frauen unter 45 Jahren vorbehalten und auf die ersten zwei Kinder beschränkt. (20)

Israel verfügt über eine höhere Anzahl an Fruchtbarkeitskliniken pro Kopf (21) die mehr als 30 große Fruchtbarkeitszentren betreiben (22) - als jedes andere Land der Welt, sowie über die weltweit höchste Rate an In-Vitro-Fertilisation. (23) Israel verfügt außerdem über die höchste Rate an krankenhausinternen Zentren für In-Vitro-Fertilisation: einer Bevölkerung von weniger als 7 Millionen Menschen stehen über zwei Dutzend solcher Zentren zur Verfügung, die zudem eine Höchstzahl an Fruchtbarkeitsbehandlungszyklen je Patientin ausführen. (24)

Es ist bemerkenswert, dass unfruchtbare Amerikanerinnen regelmäßig nach Israel reisen, um hier fortschrittlichste und erschwingliche Behandlungen zu erhalten. Während die Behandlung für israelische Bürgerinnen kostenlos ist, zahlen andere etwa 6.500 Dollar je In-Vitro-Befruchtungszyklus, (25) wobei die durchschnittlichen Kosten eines solchen Zyklus´ in den Vereinigten Staaten bei 12.400 Dollar liegen. (26) Zudem ist die begleitende Behandlung im Schnitt erheblich günstiger als in den Vereinigten Staaten. (27)

Israelisches Gesetz bietet allen Frauen sichere und legale Abtreibungen

Unter massivem Druck seitens Frauenorganisationen legalisierte die Knesset (israelisches Parlament) 1977 die Abtreibung (28), die seitdem von israelischen Frauen in Fällen ausgeführt werden können, wo eine Aufrechterhaltung der Schwangerschaft ein direktes körperliches oder geistiges Gesundheitsrisiko für die Schwangere darstellen könnte, in Fällen von Vergewaltigung oder Inzest, sowie in manchen Fällen fötaler Fehlentwicklung. (29) Abtreibung ist in Israel nicht auf einen bestimmten Zeitraum der Schwangerschaft begrenzt. (30)

Abtreibungen müssen von ÄrztInnen in anerkannten medizinischen Einrichtungen ausgeführt werden und erfordern die schriftliche Zustimmung der schwangeren Frau. Die Abtreibung muss von einem Komitee aus zwei ÄrztInnen und einer/m SozialarbeiterIn genehmigt werden. (31) Obwohl diese Komitees ein formaler Bestandteil des Abtreibungsverfahrens in Israel sind, werden Abtreibungen in überwältigender Mehrzahl genehmigt. So wurden im Jahr 1991 95,6 % aller Anträge genehmigt. (32)

Israelische Frauen genießen für die Abtreibung die Garantie einer sicheren und fachkundigen Behandlung in einem Krankenhaus ihrer Wahl. Minderjährige benötigen keine Zustimmung ihrer Eltern, um eine Abtreibung auszuführen. (33) In Fällen, in denen die Geburt ein Risiko für die Mutter darstellen würde, bei Frauen unter 17 oder über 40 Jahren, bei anormaler Entwicklung des Fötus sowie in Fällen von Vergewaltigung oder Inzest wird die Behandlung vom Staat bezahlt. (34) Ansonsten kostet eine Abtreibung in der Regel zwischen 350 – 600 Dollar. (35)
Trotz dieser Möglichkeit zur Abtreibung liegt die offizielle israelische Abtreibungsrate um 50 % niedriger als jene in den Vereinigten Staaten. (36)

The Israel Project ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Presse und die Öffentlichkeit über den Staat Israel zu informieren und Sicherheit, Freiheit und Frieden zu fördern. Die Organisation bietet JournalistInnen, Führungskräften und EntscheidungsträgerInnen zuverlässige Informationen über den Staat Israel. The Israel Project ist mit keiner Regierung oder Regierungsbehörde verknüpft.

Weitere Infos unter: www.theisraelproject.org

Fußnoten
(1) "A Free People in Our Land: Israel´s Declaration of Independence," Israel Ministry of Foreign Affairs Web site, 1. April 2005
(2) "Gender, Women and Health," World Health Organization Website, Zugriff vom 17.3.2008
(3) und (6) "The Advancement of the Status of Women - Israel 2001," Israel Ministry of Foreign Affairs Web site, Zugriff vom 18.2.2008
(4) "Israel: Country Overview," The Encyclopedia of Nations Web site, Zugriff vom 5.2.2008
(5) und (15) "Three Decades of Work in Israeli Shelters", "L.O. - Combat Violence Against Women" Web site, Zugriff vom 7.2.2008
(7) - (13) "The Association of Rape Crisis Centers of Israel - Crisis Center for Religious Women," The Association of Rape Crisis Centers of Israel Web site, Zugriff vom 2.4.2008
(14) "ELI - An Overview," Israel Association for Child Protection Web site, Zugriff vom 7.2.2008
(16) "Israel Trauma Coalition," UJA Federation of New York Web site, Zugriff vom 7.2.2008
(17) und (19) und (21) und (23) und (34) Kahn, Susan Martha, Reproducing Jews: A Cultural Account of Assisted Conception in Israel, Duke University Press, 2000
(18) "International Religious Freedoms Report 2007," United States Department of State Web site, Zugriff vom 8.4.2008
(20) und (24) Seigel, Itzkovich, Judy, "Israel restricts fertility treatment," British Medical Journal, März 1999
(22) und (25) und (27) Lee, Felicia R., "Driven by Costs, Fertility Clients Head Overseas," The New York Times, 25. Jan. 2005
(26) "Frequently Asked Questions about Infertility," American Society of Reproductive Medicine Web site, Zugriff vom 8.4.2008
(28) (32) und (33) und (35) Portugese, Jacqueline, Fertility Policy in Israel, Greenwood Publishing Group, 1998
(29) und (31) "Abortion Policies: A Global Review,” United Nations Web site, Zugriff vom 8.4.2008
(30) "Abortion Laws Around the World", The Pew Forum on Religion and Public Life Web site, Zugriff vom 8.4.2008
(36) Osborne, Aaron S., "Israel: Bill Sparks Abortion Contraversy in Israel,” Christianity Today, 7. April 1997

Jüdisches Leben Beitrag vom 16.05.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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