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AVIVA-BERLIN.de 2/13/5778 - Beitrag vom 19.03.2008

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Israel
Sharon Adler

Der dreitägige Besuch bringt die Unterzeichnung eines Bilateralen Abkommens. Standing Ovations für die Rede Angela Merkels in der Knesset. Die vollständigen Reden und Interviews finden Sie hier



Reise in Vergangenheit und Zukunft

Am ersten Tag ihres Besuches legte Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Kranz am Grab David Ben-Gurions nieder und besuchte gemeinsam mit Israels Staatspräsident Shimon Peres den Kibbutz Sde Boker.
Am zweiten Tag ihres Besuches, legte sie einen Kranz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem nieder: "Das Bewusstsein und die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Erinnerung an den Holocaust sind beiden Regierungen, der deutschen und der israelischen, gemeinsam", so die Kanzlerin, die versicherte, dass Deutschland sich dem auch weiterhin verpflichtet fühle.
Anschließend fanden die ersten Regierungskonsultationen statt, die dieses Jahr anlässlich des 60. Jahrestages der Staatsgründung Israels aufgenommen werden. Hierbei äußerte Ministerpräsident Ehud Olmert: "Deutschland ist in vielen gemeinsamen Kämpfen, die für die gesamte Welt von größter Bedeutung sind, unser Verbündeter."

Neben den diplomatischen Treffen und politischen Reden besuchte die Kanzlerin auf Initiative von Israels Staatspräsident Shimon Peres und dem Vorsitzenden des Ramat-Negev-Regionalrates, Shmuel Rifman, zuerst das Grab von Israels erstem Premierminister David Ben-Gurion und dessen Frau Paula.
Merkel stand am Grab und lauschte den Worten des Präsidenten, der von der Bedeutung Ben-Gurions für ihn persönlich und für den Staat Israel sprach und über die Wichtigkeit, die Wüste fruchtbar zu machen und darüber, wie dies zur Friedensvision Ben-Gurions passte.
Nachdem Merkel den Kranz am Grab niedergelegt hatte, besichtigten sie und Peres Ben-Gurions bescheidenes Heim. Sie wurde daran erinnert, dass der ehemalige deutsche Kanzler Konrad Adenauer Ben-Gurion 1952 im Kibbutz Sde Boker besuchte und dass dieses Treffen zur Erneuerung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern nach der Schoah führte. "Hier begannen die Gespräche mit Deutschland, mit einem anderen Deutschland", erläuterte Peres gegenüber Merkel und sprach vom Besuch des früheren deutschen Kanzlers Konrad Adenauer in Ben-Gurions Haus. Merkel war beeindruckt von der Bescheidenheit des Heims. Als sie die kleine Küche betrat, fragte sie, ob Ben-Gurion im Gemeinschaftsspeisesaal des Kibbutz gegessen habe. Ihr wurde mitgeteilt, dass Ben-Gurions Ehefrau Paula darauf bestanden hatte, eine kleine Küche zu bekommen, weil sie die einzige gewesen sei, die wusste, was Ben-Gurion gerne aß.

Auf dem Rasen vor dem Gemeinschaftsspeisesaal wurde Merkel von Kibbutzkindern begrüßt. Sie sprach mit Kibbutzmitgliedern über Purim, das in Kürze stattfindet, wobei ein Mitglied erklärte, dass das Fest an die Errettung der Juden von den Vernichtungsplänen des Persers Haman erinnere und hinzufügte, man wünsche sich von Deutschland, Israel vom modernen Haman, Mahmoud Ahmadinejad, zu erretten.
Bundeskanzlerin Merkel hielt hier eine Rede, in der sie sich für den Frieden und für Deutschlands Partnerschaft bei der Urbarmachung der Wüste aussprach.

Bei den ersten gemeinsamen Regierungskonsultationen wurde ein Bilaterales Abkommen unterzeichnet, welches die klare Absicht beinhaltet, die strategischen Beziehungen Deutschlands und Israels in allen Bereichen wie Außenbeziehungen, militärische Kooperation, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Jugend, Umwelt, Wassermanagement, Innere Sicherheit, Justiz, Soziale Kontakte und Parlamentsbeziehungen, auszubauen:
Weitere Infos unter:
www.mfa.gov.il (englische Version)

Standing Ovations für die Rede Angela Merkels in der Knesset

Zum Abschluss der dreitägigen Israelreise von Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18.03.2008 in der Knesset sprachen Knessetpräsidentin Daliah Itzhik, Ministerpräsident Ehud Olmert und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie betonten gleichermaßen die große Bedeutung der der nun jährlich stattfindenden bilateralen Regierungskonsultationen, die ein neues Kapitel in den deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen aufschlagen.
Zur besonderen Verantwortung gegenüber Israel erklärte Merkel:

" (...) Wir sagen oft: Deutschland und Israel verbinden besondere, einzigartige Beziehungen. Was aber ist damit genau gemeint - einzigartige Beziehungen? Ist sich gerade mein Land dieser Worte bewusst - und zwar nicht nur in Reden und Festveranstaltungen, sondern dann, wenn es darauf ankommt?
Wie gehen wir zum Beispiel ganz konkret damit um, wenn die Gräueltaten des Nationalsozialismus relativiert werden? Hierauf kann es nur eine Antwort geben: Jedem Versuch dazu muss im Ansatz entgegengetreten werden. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen in Deutschland und in Europa nie wieder Fuß fassen, und zwar weil alles andere uns insgesamt - die deutsche Gesellschaft, das europäische Gemeinwesen, die demokratische Grundordnung unserer Länder - gefährden würde.
Oder wie gehen wir damit um, wenn in Umfragen eine deutliche Mehrheit der Befragten in Europa sagt, die größere Bedrohung für die Welt gehe von Israel aus und nicht etwa vom Iran? Schrecken wir Politiker in Europa dann aus Furcht vor dieser öffentlichen Meinung davor zurück, den Iran mit weiteren und schärferen Sanktionen zum Stopp seines Nuklearprogramms zu bewegen? Nein, wie unbequem es auch sein mag, genau das dürfen wir nicht, denn täten wir das, dann hätten wir weder unsere historische Verantwortung verstanden noch ein Bewusstsein für die Herausforderungen unserer Zeit entwickelt. Beides wäre fatal.
Genauso wäre es fatal, wenn wir die Frage ausblenden würden, wie wir die Erinnerung an die Shoah wach halten können, wenn eines Tages keine Zeitzeugen der Shoah mehr am Leben sein werden. Ja, es ist wahr: Orte des Gedenkens sind wichtig, Orte wie das Holocaust-Mahnmal in Berlin oder Yad Vashem. Sie halten die Erinnerung wach. Aber wahr ist auch: Orte allein reichen noch nicht aus, wenn Erinnerung Geschichte wird. Erinnerung muss sich immer wieder neu bewähren. Aus Gedanken müssen Worte werden und aus Worten Taten. (...)

Meine Damen und Herren, besonderen Anlass zur Sorge geben ohne Zweifel die Drohungen, die der iranische Präsident gegen Israel und das jüdische Volk richtet. Seine wiederholten Schmähungen und das iranische Nuklearprogramm sind eine Gefahr für Frieden und Sicherheit. Wenn der Iran in den Besitz der Atombombe käme, dann hätte das verheerende Folgen - zuerst und vor allem für die Sicherheit und Existenz Israels, dann für die gesamte Region und schließlich - weit darüber hinaus - für alle in Europa und der Welt, für alle, denen die Werte Freiheit, Demokratie und Menschenwürde etwas bedeuten. Das muss verhindert werden.
Dabei muss eines klar sein - ich habe es bereits vor den Vereinten Nationen im vergangenen September gesagt und ich wiederhole es heute -: Nicht die Welt muss Iran beweisen, dass der Iran die Atombombe baut. Iran muss die Welt überzeugen, dass er die Atombombe nicht will. (...) "


Die vollständigen Reden von Knessetpräsidentin Daliah Itzik, Ministerpräsident Ehud Olmert und Bundeskanzlerin Angela Merkel finden sich unter:
www.mfa.gov.il

"Merkels Besuch hat große symbolische Bedeutung"

Interviews mit Diplomaten der Botschaft des Staates Israel zum Israelbesuch von Angela Merkel

Alexander Krahe hat vor dem Hintergrund der Israelreise von Kanzlerin Merkel am 17.03.08 ein Interview mit dem israelischen Gesandten Ilan Mor auf Inforadio mit Fragen zur Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen geführt:
"Wir müssen gemeinsame Projekte finden, um die Beziehungen zu erweitern und zu vertiefen. Die Tatsache, dass wir darüber sprechen, ist an sich ein Schritt in die gemeinsame (...) Zukunft der Beziehungen. (...) Die deutsche Regierung spielt eine wichtige Rolle auch innerhalb der Europäischen Union, und die Europäische Union hat für sich die Verantwortung übernommen, um den Palästinensern zu helfen. Israel begrüßt diese Bemühungen, und wird mitmachen", so der Gesandte Ilan Mor.

Das vollständige Interview finden Sie hier:
www.inforadio.de

Auch die B.Z. am Sonntag vom 16.03.2008 hat das Sonntags-Interview von Autor Friedemann Weckbach-Mara der Reise Angela Merkels nach Israel gewidmet und ein Gespräch mit Israels Botschafter Yoram Ben-Zeev geführt, in dem es um die Symbolik, Inhalte und Zukunft der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen ging:
"Schon heute besteht in Kenntnis der Vergangenheit bereits eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Ländern. Diese Freundschaft ist das Markenzeichen der Kanzlerin. Sie hat das bevorstehende Treffen mit den regelmäßigen Konsultationen angeregt. Sie ist eine wunderbare Frau. Wir setzen ihre Idee jetzt nur um", so Botschafter Yoram Ben-Zeev.

Das vollständige Gespräch finden Sie hier:
http://berlin.mfa.gov.il

Nicht umsonst wurde Bundeskanzlerin Merkel in 2007 mit dem Leo-Baeck-Preis geehrt – erneut hat sie während ihrer Israel-Reise bewiesen, dass sie diese Auszeichnung mehr als verdient hat.
Nächstes Jahr in Jerusalem!


(Quellen: Yedioth Ahronoth, Haaretz, 16.03.2008 und 17.03.2008)

Jüdisches Leben Beitrag vom 19.03.2008 Sharon Adler 

   




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