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AVIVA-BERLIN.de 2/15/5778 - Beitrag vom 22.08.2014

Gedenktafel zu Ehren Eva Kemleins wird am 25. August 2014 eingeweiht
Sarah Ross, Laura Fricke

Gewidmet wird sie der 2004 verstorbenen Fotojournalistin als Anerkennung für ihre Werke: 300.000 Negative umfasst das Vermächtnis der Charlottenburgerin. Sie dokumentieren den Wiederaufbau und das..



... Kulturleben von Ost- und Westberlin nach dem Zweiten Weltkrieg sowie ihre Arbeit als Theaterfotografin.

Als Tochter jüdischer Eltern wurde Eva Kemlein 1909 in Berlin-Charlottenburg geboren. Dort wuchs sie auf, heiratete und starb im Alter von 95 Jahren. Ihre tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt trotz oder wegen deren wechselvollen Geschichte sollte stets ihre künstlerischen und journalistischen Fotoarbeiten bestimmen. Den Weg dorthin fand Kemlein über das Fach der wissenschaftlich-medizinischen Fotografie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin am Lette-Verein in Schöneberg.

Ihr Ehemann Herbert Kemlein inspirierte sie dazu, sich auf die Suche nach etwas Neuem zu machen. So veröffentlichten sie während der gemeinsamen Jahre in Griechenland von 1933-1937 Reportagen über Land und Leute. Im Zuge der "Nürnberger Rassengesetze" wurden beide 1937 des Landes verwiesen. Um den Problemen, die mit der Mischehe einhergingen, zu entkommen, ließen Eva und Herbert sich scheiden. Eva kehrte nach Berlin zurück, wo sie den Schauspieler Werner Stein kennen lernte, der später ihr Lebensgefährte wurde. Gemeinsam lebten sie ab 1942 im Untergrund und arbeiteten aktiv im Widerstand gegen die Nazidiktatur.

Ab 1945 dokumentierte Kemlein fotografisch den Wiederaufbau und das Kulturleben in Ost und West. Immer auf der Suche nach guten Reportagethemen durchstreifte sie die Stadt, pendelte zwischen West- und Ostberlin, und machte zahlreiche Fotoreportagen über die Berliner Nachkriegsgeschichte. Berühmt aus der Zeit wurde unter anderem ein Foto, das den Schauspieler Ernst Busch mit seiner Exfrau Eva Busch in inniger Umarmung zeigt. Im Mai 1945 wurde ihr erstes Foto in der Berliner Zeitung gedruckt, an deren Renaissance sie beteiligt war. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie bereits mit Werner Stein in der Künstlerkolonie Wilmersdorf.

Nachdem Eva Kemlein 1950 ihre Festanstellung beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst aufgab, legte sie den Fokus ihrer freiberuflichen Tätigkeit auf die Theaterfotografie. In den kommenden 40 Jahren bestimmten KünstlerInnenportraits und schauspielerische Inszenierungen ihre Arbeit.

Ihr fotografischer Nachlass von 300.000 Negativen wird in der Stiftung Stadtmuseum verwahrt. Neben Theaterszenen, Portraits Berliner Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, gehören auch Berliner Stadtansichten und Reportagen über alltägliche und politische Ereignisse zu Kemleins Vermächtnis.

Die Gedenktafel zu Ehren der Fotografin Eva Kemlein wird am 25. August 2014 um 16 Uhr im Haus Steinrückweg 7, in 14197 Berlin (in der Nähe des U-Bahnhofes Breitenbachplatz) durch Staatssekretärin Hella Dunger-Löper enthüllt.

VeranstalterInnen sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.. Es sprechen die Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck, deren Großvater, Fritz Erpenbeck, Eva Kemlein einst fotografierte. Die Laudatio hält die Regisseurin und Drehbuchautorin Dagmar Wittmers.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Berliner Gedenktafel für Eva Kemlein

Künstlerkolonie Wilmersdorf

Eva Kemlein, Theaterfotografin - Interview

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Eva Kemlein (1909-2004) - Ein Leben mit der Kamera, eine Ausstellung der fotografischen Arbeiten Eva Kemleins im Jahr 2005 in der Stiftung Stadtmuseum Berlin

Magdalena Kemper - Als Kind wünschte ich mir goldene Locken. Gespräche mit Überlebenden der Shoah

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Jüdisches Leben Beitrag vom 22.08.2014 AVIVA-Redaktion 

   




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