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AVIVA-BERLIN.de 2/14/5778 - Beitrag vom 15.06.2016

Bobe Mayses - Yiddish Knights and Other Impossibilities. Das Straßentheaterstück von Jenny Romaine am 7. August 2016 im Jüdischen Museum Berlin
AVIVA-Redaktion

Seine Premiere feiert es beim Yiddish Summer Weimar. Die New Yorker Theaterregisseurin, Figurentheaterspielerin und Archivistin beim YIVO Institute for Jewish Research bringt jiddisches Theater auf die Bühne und auf die Straße.



Seit mehr als 30 Jahren gestaltet Jenny Romaine jiddisches Theater und holt ihr Publikum dort ab, wo frau klassisches Theater kaum findet: auf der Straße, bei Versammlungen, bei Protesten, in Gemeinschaftszentren, Schulen und Gefängnissen. Schon früh wurde ihr Theaterdenken von Peter Schumann geprägt; seine Idee des "Bread and Puppet Theatres" führt Jenny weiter und verbindet sie mit ihrem wichtigsten Anliegen: Themen der sozialen Gerechtigkeit, des "beautiful struggle" und des Widerstands gegen überkommene Strukturen. Als Gründungsmitglied von Great Small Works, einem Kollektiv von Figurentheaterspieler_innen, das sich auf die Traditionen des Volkstheaters, der Avantgarde und des populären Theaters bezieht, kann Jenny das Theater im Herzen des sozialen Lebens verankern. Von ihrem Interesse für das jüdische Kulturerbe zeugt nicht zuletzt ihr Studium der Volkskunde bei Dr. Barbara Kirshenblatt-Gimblett sowie ihre Tätigkeit als Archivistin beim YIVO Institute for Jewish Research. Hatte das jiddische Theater viele Jahre nach der Shoah nostalgische und kitschige Tendenzen, nimmt Jenny Romaine den Faden des avantgardistischen jüdischen Vorkriegstheaters aus den osteuropäischen Metropolen auf und verbindet diese Tradition mit Ansätzen, die als "seltsam, radikal und super queer" (Ezra Berkley Nepon) beschrieben werden.



Beim Yiddish Summer Weimar entwickelt sie nun eine Mischung aus Straßen- und Puppentheater, Performance und Tanzstück rund um eine jiddische Ritterlegende, dem Bovo Bukh: Elia Levitas Werk aus dem Jahr 1507 ist eine jiddische Version der Tafelrittergeschichte und das erste Werk säkularer jiddischer Literatur. Die Abenteuer des jiddischen Ritters Bovo – eigentlich eine Figur der Unmöglichkeit – begeistern Leser_innen seit Jahrhunderten. So sehr, dass diese Rittergeschichten, genau wie andere fantastische Geschichten, heute im Jiddischen nur noch Ammenmärchen (Bobe Mayses) genannt werden. Die Andersheit des jiddischen Ritters Bovo ist für Jenny Romaine ein fruchtbarer Ausgangspunkt, um Fragen nach Identitäten jenseits des vermeintlich Normalen in der heutigen Gesellschaft zu stellen und dabei gleichzeitig atemberaubende Kunst zu schaffen. "Bobe Mayses – Yiddish Knights and Other Impossibilities" feiert seine Premiere beim Yiddish Summer Weimar und kommt im Anschluss ins Jüdische Museum Berlin.



Über den Yiddish Summer: Seit 1999 hat sich der Yiddish Summer Weimar zu einem umfassenden Festival zur Erforschung, Weiterentwicklung und Vermittlung jiddischer Kultur entwickelt. Zahlreiche Stars der neuen jüdischen Musik wie Daniel Kahn, Sasha Lurje und Sveta Kundish haben ihre Ausbildung beim Yiddish Summer erhalten. Festivalleiter Dr. Alan Bern hat mit seinen Ensembles "Brave Old World", "The Other Europeans", "Diaspora Redux" und dem erst kürzlich hochgelobten "Semer Ensemble" entscheidend zur Entstehung von New Yiddish Music beigetragen.

Daten der Aufführung von "Bobe Mayses – Yiddish Knights and Other Impossibilities":

1. August 2016, 19 Uhr, Other Music Academy Weimar
2. August 2016, 17 Uhr, Other Music Academy Weimar
7. August 2016, 18 Uhr, Jüdisches Museum Berlin
8. August 2016, 19 Uhr, Alte Synagoge Erfurt

Die Künstlerin Jenny Romaine im Netz:

yiddishsummer.eu

www.greatsmallworks.org

www.yivo.org

Weitere Informationen im Netz unter:

www.yiddishsummer.eu

www.bobemayses.eu

www.jmberlin.de

www.facebook.com/yiddishsummer



Copyright Foto von Jenny Romaine: Bob Blacksberg

Jüdisches Leben Beitrag vom 15.06.2016 AVIVA-Redaktion 

   




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