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AVIVA-BERLIN.de 2/17/5778 - Beitrag vom 03.11.2008

Ruth Jacobi. Fotografien
AVIVA-Redaktion

Im Rahmen des "3. Europäischen Monats der Fotografie Berlin 2008" zeigt das Jüdische Museum Berlin vom 07.11.2008 bis 08.02.2009 Arbeiten von Ruth Jacobi. Die Schwester von Lotte Jacobi, ...



... der bekannten Fotografin, ist, wie die Ausstellung zeigt, nicht weniger talentiert. Das Museum stellt 70 Aufnahmen der Künstlerin aus.


Jacobi und Fotografie: Wann immer diese beiden Worte fallen, gehört der erste Gedanke Lotte Jacobi, der berühmten jüdischen Fotografin. Kaum bekannt hingegen sind die Arbeiten ihrer jüngeren Schwester Ruth. Deren Porträts, Stillleben, Reportage- und Reisefotografien sowie Pflanzen- und Experimentalaufnahmen aus den zwanziger und dreißiger Jahren zeigt das Jüdische Museum Berlin ab 7. November 2008 nun erstmals in der Sonderausstellung "Ruth Jacobi. Fotografien". Die Ausstellung ist ein Beitrag des Jüdischen Museums Berlin zum 3. Europäischen Monat der Fotografie Berlin, der in diesem Jahr unter dem Motto "Noch nie gesehen" steht.

Ruth Jacobi, um 1922. © Jüdisches Museum Berlin



Zur Ausstellung "Ruth Jacobi. Fotografien"
Die 1899 in Posen geborene Fotografin Ruth Jacobi hat ein so vielseitiges wie bislang unbeachtetes Werk hinterlassen. Seit 2005 befinden sich 400 Abzüge und eine größere Zahl von Negativen aus ihrem Nachlass im Archiv des Jüdischen Museums Berlin. Obwohl dies nur ein kleiner Teil ihrer Arbeiten ist, dokumentiert er doch die ganze Bandbreite ihres Schaffens. Eine Auswahl von rund 70 Fotografien ist nun in der Sonderausstellung "Ruth Jacobi. Fotografien" zu sehen.

Auch wenn Ruth Jacobi keine exponierte Vertreterin der Moderne in der Fotografie war, spiegelt sich in ihren Aufnahmen das "Neue Sehen" wider: So zeigen viele ihrer Porträts Gesichter aus nächster Nähe und im engen Bildausschnitt. Nahaufnahmen wie die eines Kaktus´ lassen das ursprüngliche Objekt in den Hintergrund treten – es entsteht eine ganz eigene Struktur, ein Muster, das selbst zum Fotomotiv wird. Charakteristisch sind auch ungewöhnliche Perspektiven, beispielsweise Ruth Jacobis Aufnahme eines Fensterputzers an einer Hochhausfassade.

Spaziergängerin mit Gans, New York ca. 1928. © Jüdisches Museum Berlin


In einer jüdischen, seit drei Generationen tätigen Fotografenfamilie aufgewachsen, erhielt Ruth Jacobi ihre Ausbildung in den Jahren 1920 bis 1922 an der Photographischen Lehranstalt des Lette-Vereins, die 1890 in Berlin gegründet worden war. Nach fünfjähriger Tätigkeit im Berliner Familienatelier arbeitete sie ab 1928 in New York. Eine beeindruckende Fotoserie aus dieser Zeit dokumentiert die Straßen und Märkte der Lower East Side, auf denen die armen jüdischen Straßenhändler ihre Waren anboten. Ende 1930 kehrte Ruth Jacobi nach Berlin zurück und führte zusammen mit ihrer Schwester Lotte das Atelier Jacobi in der Joachimsthaler Straße, ab 1933 am Kurfürstendamm. Während sich ihre Schwester Lotte auf Porträts spezialisierte, scheint Ruth Jacobi vornehmlich für Mode- und Sachfotografie verantwortlich gewesen zu sein. Aber auch der Reisefotografie gehörte Ruths Leidenschaft: Auf einer Reise zum ungarischen Geburtsort ihres Mannes im Jahr 1934 entstand eine Serie, die dem traditionellen Leben des Ortes gewidmet ist.

Am Tag des Aprilboykotts 1933 wurde das Atelier Jacobi von der SA gestürmt und die Veröffentlichung von Fotografien in der Presse fortan untersagt. Das Archiv des Ateliers, das rund 40.000 Aufnahmen umfasste, ging während des Zweiten Weltkrieges verloren. Im Mai 1935 emigrierte Ruth Jacobi in die USA und unterhielt ein Jahr lang mit ihrer Schwester Lotte ein fotografisches Studio in New York. Anschließend richtete sie ihr eigenes Atelier ein. Ab 1940 zog sie sich jedoch weitgehend aus der professionellen Fotografie zurück. Erst nach dem Tod ihres Mannes 1972 wandte sich die Begabte und doch zeitlebens Unerkannte wieder der Fotografie zu. Heute, dreizehn Jahre nach ihrem Tod, ist ihr Werk eine späte, aber umso erstaunlichere Entdeckung.

Ruth Jacobi. Fotografien

Wann: 7. November 2008 bis 8. Februar 2009
Wo: Eric F. Ross Gallery, Libeskindbau EG
Eintritt: mit dem Museumsticket (5 Euro, erm. 2,50 Euro)

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erhältlich, das neben den Fotografien auch die Lebenserinnerungen Ruth Jacobis enthält:
"Ruth Jacobi. Fotografien"
Herausgegeben von Aubrey Pomerance
Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Erstauflage November 2008
Gebunden, 132 Seiten, 90 Abbildungen
ISBN 10: 3-89479-509-3
ISBN 13: 978-3-89479-509-2
Preis: 24,95 Euro, (Pressepreis: 7 Euro)


Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9 – 14
10969 Berlin

Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de



Jüdisches Leben Beitrag vom 03.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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