Sonderausstellungen und Kulturprogramm des Jüdischen Museums Berlin im November und Dezember 2008 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de 4/8/5778 - Beitrag vom 04.11.2008

Sonderausstellungen und Kulturprogramm des Jüdischen Museums Berlin im November und Dezember 2008
AVIVA-Redaktion

Zum Jahresende sind abwechslungsreiche Veranstaltungen geplant. Ein Thema ist "Raub und Restitution", ergänzt durch ein vielfältiges Filmprogramm. Auch für festliche Chanukka-Stimmung wird...



...gesorgt. Einige Ausstellungen erinnern an das Novemberpogrom von 1938 und an die Schrecken des Nationalsozialismus, oder zeigen Arbeiten jüdischer KünstlerInnen, wie die der Fotografin Ruth Jacobi. Im Rahmen des Chanukka-Festes werden Aufführungen für groß und klein dargeboten. Musikalische Beiträge und Lesungen runden das Programm ab.


Mit einem Veranstaltungstag unter dem Titel "...oder ist´s gar der Weltuntergang?" gedenkt das Jüdische Museum Berlin am 9. November dem70. Jahrestag der "Reichskristallnacht": Das Archiv des Museums präsentiert Teile seiner Sammlung und stellt anhand von ausgewählten Biografien die Folgen für die jüdische Bevölkerung dar. Der Künstler Arnold Dreyblatt eröffnet seine Installation "Unausgesprochen" in der Dauerausstellung. Die Führungen durch die Dauerausstellung zu den "Reaktionen deutscher Juden auf den Nationalsozialismus" sind an diesem Tag kostenlos.

Sonderausstellungen

"Raub und Restitution"
Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute

Auch sechzig Jahre nach Kriegsende sind Raub und Restitution von Kulturgut aus jüdischem Besitz brisante Themen. Die Zahl der offenen Fragen und ungeklärten Fälle ist groß, die Meinungen kontrovers. Die Ausstellung "Raub und Restitution" zeichnet die historischen Abläufe, Zusammenhänge und Folgen dieses europaweiten Raubzuges der Nationalsozialisten nach. Im Mittelpunkt stehen der Weg einzelner Kulturgüter, die während der NS-Zeit ihren jüdischen BesitzerInnen entzogen wurden – von Gemälden und Bibliotheken über Porzellane bis hin zu Silberarbeiten und Privatfotografien – und die Schicksale ihrer Eigentümer. Neben bekannten Namen wie der Familie Rothschild oder dem Kunsthändler Jacques Goudstikker werden auch in Vergessenheit geratene Sammlungen wie die Judaica-Sammlung von Siegmund Nauheim oder die Sammlung historischer Musikinstrumente der Pianistin Wanda Landowska vorgestellt. Die Ausstellung richtet ihren Blick aber auch auf die Akteure und Profiteure des Raubes. Sie beleuchtet NS-Organisationen wie den "Sonderauftrag Linz" oder den "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg" und thematisiert die unrühmliche Rolle von Museen, Bibliotheken und Kunsthändlern. Nicht zuletzt fragt die Ausstellung nach den Versäumnissen und Unzulänglichkeiten der Restitutionspolitik in den 1950er Jahren und den damals nicht befriedigten Ansprüchen, die heute die aktuelle Debatte prägen.
Wann: 19. September 2008 bis 25. Januar 2009
Wo:
Altbau 1. OG
Eintritt: 4 Euro, erm. 2 Euro
Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Frankfurt.
Weitere Informationen unter www.jmberlin.de
Öffentliche Führungen finden montags um 18 Uhr und samstags um 15 Uhr statt; Führungen für Gruppen nach Terminabsprache unter Tel. 030 - 25993 305 oder fuehrungen@jmberlin.de.

Montagskino zur Sonderausstellung "Raub und Restitution"

"The Jew with a Fur Cap/ Le Juif au bonnet de fourrure"
Der Film dokumentiert die weltweite Suche nach dem Rembrandt-Gemälde "Jude in Pelzmütze" aus der Sammlung von Adolphe Schloss. Die Gemälde der Sammlung Schloss wurden von den Nationalsozialisten in Frankreich beschlagnahmt. Nach Kriegsende wurde die Kunstsammlung in Deutschland geplündert und die Gemälde verschwanden. Vereinzelt tauchten Bilder wieder auf, deren Fund wieder zu neuen Hinweisen führte.
Dokumentarfilm, F/ B 2000
Regie: Marc van Dessel.
In englischer und französischer Sprache mit englischen Untertiteln
Dauer: 55 Min.
Wann: Montag, 10. November um 19.30 Uhr

"Making a Killing"
Der Film von Anne Weber, Vorsitzende der "Commission for Looted Art in Europe" dokumentiert die Nachforschungen der Familie Gutmann, die seit 50 Jahren nach ihrer verschwundenen Kunstsammlung sucht. Die Geschichte findet ihren Höhepunkt in der Entdeckung eines gestohlenen Gemäldes von Edgar Degas und einem kontroversen Rechtstreit über dessen Rückgabe.
Dokumentarfilm, UK 1998
Regie: Anne Weber.
In englischer Sprache
Dauer: 52 Min.
Wann: Montag, 10. November im Anschluss an den ersten Film um ca. 20.30 Uhr

"Monsieur Klein"
1942 im besetzten Frankreich hat sich der Pariser Antiquitätenhändler Robert Klein weitgehend mit dem Nationalsozialismus arrangiert. Er bereichert sich an der Not anderer, indem er Juden, die das Land schnell verlassen wollen, wertvolle Kunstgegenstände zu Spottpreisen abkauft. Bis er jedoch von einem jüdischen Namensvetter erfährt und in die Maschinerie der Behörden gerät. Seine Suche nach dem anderen Robert Klein wird immer mehr zu einer Suche nach dem eigenen Ich und endet schließlich mit der Annahme der Identität seines Doppelgängers.
Spielfilm, F/ I 1976
Regie: Joseph Losey
DarstellerInnen: Alain Delon, Jeanne Moreau
In deutscher Sprache. Dauer: 120 Min.
Wann: Montag, 17. November um 19.30 Uhr

"Deutschland gegen Deutsch"
Der jüdische Anwalt Hans Deutsch vertrat in den 1950er Jahren zahlreiche Kunstsammler, die von NS-Organisationen beraubt worden waren. Er setzte sich für ihre Entschädigung und für die Rückgabe ihrer Sammlungen ein. Im November 1964 wurde er wegen Betruges verhaftet. Es folgte ein zehnjähriger Prozess, der mit dem Freispruch des Anwaltes endete. Sein Ruf war jedoch für immer zerstört. Nach dem Fall der Mauer wurde aufgedeckt, dass Deutsch einer groß angelegten Intrige ehemaliger NSDAP-Mitglieder zum Opfer gefallen war.
Dokumentarfilm, D 2005
Regie: Michael Juncker
In deutscher Sprache. Dauer: 88 Min.
Wann: Montag, 24. November um 19.30 Uhr

"In jenen Tagen"
Ein altes Autowrack in den Trümmern Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt die wechselvollen Geschichten seiner Eigentümer während des Nationalsozialismus. In sieben Episoden wird von Menschen erzählt, die durch rassistische und politische Verfolgung der Willkür des nationalsozialistischen Regimes ausgesetzt waren.
Spielfilm, D 1947
Regie: Helmut Käutner
DarstellerInnen: Erich Schellow, Gert Schaefer, Winnie Markus
In deutscher Sprache. Dauer: 111 Min.
Wann: Montag, 8. Dezember um 19.30 Uhr

Veranstaltungsort für alle Filmvorstellungen: Bildungsraum Altbau 1. OG
Eintritt frei
Einlass nur mit Platzkarte (an der Kasse erhältlich).
Reservierungen unter Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

Weitere Sonderausstellungen

Total Manoli? – Kein Problem!
Jüdische Unternehmer in der deutschen Zigarettenindustrie

Die Kabinettausstellung thematisiert am Beispiel deutsch-jüdischer Unternehmer den rasanten Aufstieg der Zigarette im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Rolle von Berlin und Dresden als wichtigste Zentren der deutschen Zigarettenindustrie wird ebenso beleuchtet wie Familien- und Unternehmensgeschichte. Die Ausstellung gewährt Einblick in die innovativen Werbestrategien der Branche – die Firmen "Manoli", "Problem" und "Massary" beschäftigten Reklamekünstler wie Lucian Bernhard, Ernst Deutsch oder Leonhard Fries. Die Ausstellung veranschaulicht den Wandel der Vermarktungsstrategien im Ersten Weltkrieg, den wirtschaftlichen Konzentrationsprozess in den 1920er Jahren und die "Arisierung" der wenigen noch verbliebenen Firmen im Nationalsozialismus.
Wann: 3. Juli 2008 bis 18. Januar 2009
Wo:
Rafael Roth Learning Center, Libeskind-Bau UG
Eintritt: mit dem Ticket der Dauerausstellung (5 Euro, erm. 2,50 Euro)

Kulturprogramm

"... oder ist´s gar der Weltuntergang?"
70 Jahre "Reichskristallnacht"

Zum Gedenken an den 70. Jahrestag der "Reichskristallnacht" widmet sich das Museum einen Tag lang der Erinnerung an das Novemberpogrom.
Wann: Sonntag, 9. November 2008 von 11 bis 16 Uhr

Eröffnung der Installation "Unausgesprochen"

Auszüge aus Briefen, Tagebüchern und Berichten, die vor der Deportation und in den Ghettos und Lagern entstanden, aber auch Mitteilungen der Behörden, die den Massenmord organisierten, erscheinen und verschwinden in der Installation "Unausgesprochen" des Künstlers Arnold Dreyblatt, die künftig in der Dauerausstellung zu sehen sein wird. Einführung in das Kunstwerk durch Arnold Dreyblatt.
Wann: um 11 Uhr

Präsentation des historischen Gedächtnisses des Museums
Das Archiv stellt ausgewählte Biografien am Beispiel von persönlichen Dokumenten, Fotografien und Alltagsgegenständen vor, in denen sich die Folgen des Novemberpogroms für die jüdische Bevölkerung eindrucksvoll spiegeln.
Wann: von 12 bis 15 Uhr (stündliche Vorträge)

Kostenlose Führungen
Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus bietet das Jüdische Museum Berlin die Themenführung "Reaktionen deutscher Juden auf den Nationalsozialismus" an.
Wann: 12 und 16 Uhr
Eintritt: mit dem Museumsticket (5 Euro, erm. 2,50 Euro)
Anmeldung unter Tel. 030 - 25993 442 oder j.grossmann@jmberlin.de

Ruth Klüger: unterwegs verloren
Erinnerungen

Ruth Klügers autobiographisches Überlebensbuch "weiter leben" war ein Meilenstein der Erinnerungsliteratur, nüchtern, frei von Pathos, ein beklemmendes Augenzeugnis der Lagerhöllen von Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Christianstadt. In "unterwegs verloren" (Zsolnay Verlag) erzählt Ruth Klüger von ihrer neuen Heimat in den USA, von ihren Söhnen und ihrer unglücklichen Ehe. Wir begegnen einer Frau, die sich ihre Muttersprache ebenso zurückerobert wie ihre Geburtsstadt Wien, eine Frau, die sich den Schatten und Visionen der Vergangenheit, aber auch denen der Gegenwart auf beeindruckende Weise stellt.
Wann: Montag, 17. November um 19.30 Uhr
Wo:
Altbau, Konzertsaal 2. OG
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro
In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung.
Kartenreservierung unter: Tel. 030 - 88 24 250

Isaac B. Singer: Späte Liebe
Buchpräsentation mit Jan Schütte und Otto Tausig

Seine Geschichten über die untergegangene ostjüdische Welt begründeten seinen Ruhm. Wie kaum einem anderen Erzähler gelang es dem Literaturnobelpreisträger Isaac B. Singer die talmudisch-kabbalistische Tradition mit der Nüchternheit der Moderne zu verbinden.
Der Filmemacher Jan Schütte, Grimme-Preisträger und Deutscher Filmpreisträger, hat drei Geschichten von Isaac B. Singer zur Grundlage seines neuen Films "Love Comes Lately" gemacht und stellt diese mit seinem Hauptdarsteller Otto Tausig anhand von Filmausschnitten vor.
Wann: Donnerstag, 27. November um 19.30 Uhr
Wo:
Altbau, Auditorium EG
Eintritt: 7 Euro, erm. 5 Euro
In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung.
Kartenreservierung unter: Tel. 030 – 88 24 250

Chanukka-Markt
Am letzten Sonntag im November eröffnet der Chanukka-Markt im Glashof des Jüdischen Museums Berlin. Bis zum 31. Dezember feiert das Jüdische Museum das Lichterfest mit Live-Konzerten, Puppenspielen für Kinder, einer kleinen Ausstellung zu Chanukka und nicht zuletzt einer großen Auswahl von Chanukka-Produkten und jüdischen Spezialitäten aus aller Welt. Das achttägige jüdische Lichterfest Chanukka erinnert an die Reinigung und Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem vor über 2000 Jahren. Das Jüdische Museum Berlin feiert Chanukka einen ganzen Monat lang: mit einem Chanukka-Markt im Glashof des Museums, mit Chanukka-Produkten aus der ganzen Welt, jüdischen Spezialitäten, einem Begleitprogramm mit Puppenspiel, Live-Konzerten und Führungen zu den jüdischen Feiertagen. Der Chanukka-Markt ist Marktplatz und Ausstellung zugleich. Ob Traditionelles oder Ausgefallenes, Kitsch oder Kunst aus Holz und Keramik, hier finden sich originelle Geschenkideen aus Deutschland, den USA und Israel. Ein Café lädt zum Verweilen ein und eine kleine Ausstellung erzählt von den historischen Hintergründen und Festtagsritualen zu Chanukka.
Wann: 30. November bis 31. Dezember 2008, täglich von 12 bis 18 Uhr
(Der Markt ist am 24. Dezember geschlossen)
Wo: Glashof EG
Eintritt frei

Feierliche Eröffnung
Das Jüdische Museum Berlin lädt mit einem Familientag zur festlichen Eröffnung des diesjährigen Chanukka-Marktes ein.
Wann: Sonntag, 30. November von 12 bis 18 Uhr
Wo: Glashof EG
Eintritt frei

Chanukka-Programm: Musikalische Sonntage

Sukke
Sukke vereinigt drei führende Vertreter der europäischen Klezmerszene, die Ausgesuchtes und selten Gehörtes aus dem traditionellen Repertoire der ostjüdischen Klezmorim auf die Bühne bringen. Sie verbinden dies mit Originalkompositionen nach Texten des jiddischen Dichters Michael Wex.
Wann: Sonntag, 7. Dezember von 15 bis 17 Uhr

Bassa
Ein Hauch von Zirkusromantik liegt in der Luft, wenn Tango mit Jazz sowie orientalisch-jüdische Einflüsse mit animierenden Rhythmen zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis verschmelzen. Die fünf MusikerInnen von Bassa präsentieren eigene Kompositionen und neu arrangierte Klassiker.
Wann: Sonntag, 14. Dezember von 15 bis 17 Uhr

Aufwind
Jiddische Lieder und Klezmermusik: Aufwind überzeugen sowohl mit gefühlvoll instrumentierten Balladen als auch mit schwungvollen Klezmer-Stücken. Die fünf MusikerInnen konzertieren seit über 20 Jahren auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals.
Wann: Sonntag, 21. Dezember von 15 bis 17 Uhr

Klezmers Techter
Klezmers Techter spielen die Musik der Klezmorim, jüdischer Musiker und Wandermusikanten, die schon vor Jahrhunderten in Osteuropa aufspielten. Für die drei Musikerinnen ist Klezmer neben ethnischer Tradition auch eine Form zeitgenössischer Folklore mit starkem expressiven Gehalt.
Wann: Sonntag, 28. Dezember von 15 bis 17 Uhr

Für alle "Musikalischen Sonntage" gilt:
Wo: auf dem Chanukka-Markt im Glashof EG
Eintritt frei

Alle Veranstaltungen finden statt im: Jüdischen Museum Berlin
Lindenstraße 9 – 14
10969 Berlin
Kartenreservierung: Fon: 030 - 25 993 488 oder eMail: reservierung@jmberlin.de
Weitere Informationen finden Sie unter: www.jmberlin.de

Jüdisches Leben Beitrag vom 04.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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