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AVIVA-BERLIN.de 2/13/5778 - Beitrag vom 02.12.2008

Chanukkah 5775
Sarah Ross

Am 24. Kislev 5775 (16. Dezember 2014) beginnt das j├╝dische Lichterfest. Acht Tage lang erinnert das Fest an den Sieg der Makkab├Ąer und die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem.



Das j├╝dische Lichterfest Chanukkah (hebr├Ąisch "Einweihung") hat seinen Ursprung in einer Revolution gegen die Assimilierung und Unterdr├╝ckung der j├╝dischen Religion ÔÇô dem gro├čen Aufstand der Makkab├Ąer gegen die seleukidische Fremdherrschaft unter K├Ânig Antiochos IV. Epiphanes. Neben dem Gedenken an den Kulturkampf gegen den Hellenismus erinnert Chanukkah aber vor allem auch an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem.

Auch wenn der historische Hintergrund des Chanukkah-Festes teilweise kritisch zu betrachten ist, so ist folgende Geschichte ├╝berliefert:
Mit der Ausbreitung des Herrschaftsbereiches Alexander des Gro├čen bis nach Syrien, ├ägypten und Pal├Ąstina wurde auch die Kultur Hellas┬┤ nach Asien gebracht. Zwar gew├Ąhrte der makedonische K├Ânig den Menschen dort, weiterhin ihre Religion auszu├╝ben und bis zu einem gewissen Grad autonom zu bleiben, jedoch konnte der Assimilationsprozess auf l├Ąngere Sicht nicht aufgehalten werden: So ├╝bernahmen viele Juden die hellenistische Kultur, adoptierten die Sprache, Gebr├Ąuche und Kleidung der Griechen. Nach Alexanders Tod im Jahr 323 v. Z. und der Aufl├Âsung seines Reiches wurde Israel zun├Ąchst von den Ptolem├Ąern aus ├ägypten regiert, die dann rund 100 Jahre sp├Ąter von den syrischen Seleukiden abgel├Âst wurden.

Unter dem seleukidischen K├Ânig Antiochos IV. Epiphanes spitzte sich der Kampf der Kulturen immer mehr zu: Als im Jahr 168 v.Z. durch sein Religionsedikt der Jerusalemer Tempel Zeus geweiht und den Juden die Anbetung des griechischen Gottes aufgezwungen wurde, wurde Israel bis ins innerste Wesen ersch├╝ttert. Unter der F├╝hrung von Mattatias, vom Priesterstamm der Hasmon├Ąer, formierte sich die konservative Partei der Chassidim (die Frommen) bald zu einer tausendk├Âpfigen Armee, die sich dem Kampf gegen den Hellenismus und der Verteidigung des alten Judentums der Gesetze und der ├ťberlieferung verpflichtet hatte. Dies war der Beginn des Makkab├Ąer-Aufstandes. Nach Mattatias┬┤ Tod (167 v. Z.) f├╝hrte sein Sohn Juda ha-Makkabi den Kampf fort.

Am 25. Kislev 164 v. Z. eroberte Juda ha-Makkabi mit seiner Armee Jerusalem. Er vertrieb die Syrer, reinigte den entweihten Tempel, entfernte den heidnischen Altar und brachte auf einem neuen Altar wieder Brandopfer dar. An diesem Tag waren genau vier Jahre vergangen, seit Antiochos das Heiligtum besetzt und es in einen Schrein f├╝r den heidnischen Zeus verwandelt hatte.

In Verbindung mit der Wiedereinweihung des Jerusalem Tempels berichtet der Talmud folgendes Wunder: Sobald der Tempel gereinigt war, kam der Augenblick, das ewige Licht (Menorah) anzuz├╝nden. Von allen noch vorhandenen Kr├╝gen mit Weih├Âl war aber nur noch eines ├╝brig, das rituell rein war. Obwohl dieses ├ľl eigentlich nur mehr noch f├╝r einen Tag ausreichend war, brannte es - wie durch ein Wunder - f├╝r insgesamt acht Tage. So blieb gen├╝gend Zeit, um neues geweihtes ├ľl f├╝r die Menorah zuzubereiten. Zur Erinnerung wurde Chanukkah - das achtt├Ągige Weihefest - f├╝r immer eingef├╝hrt.
Da das Chanukkah-Fest, das v. a. an das Wunder und nicht an den milit├Ąrischen Sieg der Makkab├Ąer erinnert, in keiner j├╝dischen Schrift erw├Ąhnt wird, ist es nur von untergeordneter religi├Âser Bedeutung. Seine Geschichte geht auf die B├╝cher der Makkab├Ąer zur├╝ck, die nicht zur heiligen Schrift gez├Ąhlt werden.

Chanukkah ist heute ein beliebtes Familienfest. Die einzige Mitzwa besteht darin, jeden Tag - unmittelbar nach Anbruch der Dunkelheit - ein weiteres Licht des achtarmigen Chanukkah-Leuchters anzuz├╝nden. Auch Frauen sind zum Anz├╝nden der Lichter verpflichtet, nachdem jeweils eine Beracha (Segen, siehe www.jewfaq.org/prayer/chanukah.htm) f├╝r die Lichter und f├╝r das Wunder gesprochen wurde. Im Gegensatz zur Menorah, dem siebenarmigen Leuchter, hat die Chanukkiah tats├Ąchlich jedoch neun Arme oder Lichthalter. Der mittlere Arm wird als Schamasch (hebr. Diener) bezeichnet. Nur mit diesem d├╝rfen die anderen Kerzen angez├╝ndet werden.

Man feiert das j├╝dische Lichterfest im Kreise der Familie und mit FreundInnen. Auch Gemeindefeiern sind ├╝blich. Chanukkah ist ein freudiges und ausgelassenes Fest, an dem die Kinder Geschenke und S├╝├čigkeiten bekommen, man in ├ľl gebackene Speisen wie Sufganiyyot (Krapfen) oder Latkes (Kartoffelpuffer) isst, die Chanukkahgeschichte erz├Ąhlt, spezielle Lieder singt und das bekannte Dreidelspiel spielt.

Das typische Spiel der j├╝dischen Kinder zu Chanukka wird Trendel, oder auch Dreidel genannt. Trendel, hebr├Ąisch Swiwon, bedeutet soviel wie Kreisel. Der Trendel jedoch ist kein gew├Âhnlicher Kreisel, denn seine vier Seiten tragen die hebr├Ąischen Buchstaben Nun, Gimel, He und Schin - die Anfangsbuchstaben des Satzes "Nes gadol haja scham" ("Ein gro├čes Wunder hat sich da unten ereignet"). Nach der Gr├╝ndung Israels wurde das Schin oft durch ein Pe (f├╝r "po" = hier) ersetzt, sodass die moderne Version des Satzes lautet: "Hier (in Israel) hat sich ein gro├čes Wunder ereignet".

Aufgrund seiner zeitlichen N├Ąhe zum christlichen Weihnachtsfest ist es ├╝ber die Jahrhunderte hinweg zur ├ťbernahme einiger Festbr├Ąuche gekommen. So wundert es nicht, wenn man dieser Tage mit auch einem freudigen "Happy Weihnukkah" gegr├╝├čt wird.
Das AVIVA-Berlin-Team w├╝nscht allen LeserInnen sch├Âne Feiertage, Chag Urim!


Aktuelle Veranstaltungshinweise finden Sie in unserem AVIVA-Veranstaltungskalender J├╝disches Leben.

Chanukkah in Berlin
Kinderfeste, Lichterz├╝nden, Weihnukkamarkt, und vieles mehr.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen unter: www.jg-berlin.org

Weitere Informationen und Br├Ąuche finden Sie auch im Internet:
Chanukkah auf Hagalil.com
Chanukkah kurz und b├╝ndig auf Hagalil.com
Kindergeschichten auf Hagalil.com
Chanukkah E-Cards
Gedanken, Infos, Spiele, Geschichten auf Chabad.org




Jüdisches Leben Beitrag vom 02.12.2008 Sarah Ross 

   




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