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AVIVA-BERLIN.de 2/11/5778 - Beitrag vom 16.09.2010

CINEMAVIV 2010
AVIVA-Redaktion

Vom 10. bis 12. Oktober 2010 findet das deutschlandweit erste Israelische Filmfestival "CINEMAVIV" statt. Zum zweiten Mal wird im Kino "Die Kurbel" ein abwechslungsreiches Programm präsentiert.



In den letzten Jahren hat die israelische Filmszene international immer mehr Anerkennung gefunden. Auszeichnungen und Nominierungen mit den bedeutendsten Filmpreisen, wie den Oscars oder den Goldenen Löwen, zeugen davon. Der Auftakt zum bisher ersten Israelischen Filmfestival "CINEMAVIV" fand bereits im letzten Jahr in Berlin unter dem Motto "100 Jahre Tel Aviv" statt. Anlässlich des 100. Geburtstags wurden ausschließlich Filme über die am schnellsten wachsende Stadt Israels vorgestellt.

Bella Zchwiraschwilli, eine der drei OrganisatorInnen des Festivals zog Bilanz:
"Mit 1.000 Besuchern in nur zwei Tagen für ein sehr kleines Filmfestival haben wir einen Überraschungserfolg gefeiert. Für uns war das Interesse, speziell für den israelischen Film, eine starke Motivation, das Festival auch in diesem Jahr fortzuführen".

Neben dem "Jewish Film Festival Berlin", das sich seit 1995 als Forum für den jüdischen Film weltweit versteht und die interessantesten Beiträge jüdischer internationaler FilmemacherInnen in den deutschsprachigen Raum holt, möchte das "CINEMAVIV" sich als erstes israelisches Filmfestival etablieren. Oft werden die Begriffe jüdisch und israelisch miteinander verwechselt oder aber unvorsichtig über einen Kamm geschoren. Die InitiatorInnen von "CINEMAVIV" wollen dieser einseitigen Betrachtung entgegen wirken und präsentieren erstmalig ein Festival ausschließlich mit israelischen Filmen. Es ist ihnen ein großes Anliegen, nicht als politisch motiviertes Filmfestival wahrgenommen zu werden. Vielmehr sollen die gezeigten Filme das normale Leben, jenseits des israelischen Politikums, veranschaulichen.

Dieses Jahr präsentieren die KuratorInnen eine Auswahl von vier Spielfilmen und zwei Dokumentarfilmen:

"Fast alle Filme sind mit internationalen Preisen bedacht und werden erstmals auf einem Festival in Deutschland gezeigt [...]. Frei von politischen Positionen leben diese Filme von ihren Hauptfiguren und deren persönlichen Geschichten", sagt Bella Zchwiraschwilli.

Der Spielfilm "Lost Islands", ein vielfach ausgezeichnetes Werk von Filmemacher Reshef Levi, ist der diesjährige Eröffnungsfilm. Er erzählt die Geschichte einer Familie, die glücklich zusammen lebt bis sie von einem Geheimnis aus der Bahn geworfen wird. Der Film "Vasermil" portraitiert das trostlose Leben dreier Teenager, die von einem Fußballcoach für das lokale Fußballturnier rekrutiert werden und dadurch eine Perspektive für ein besseres Leben sehen. In dem Film "Goyband" trauert der ehemalige Boyband Star Bobby vergangenen Tagen hinterher. Arbeitslos und verzweifelt, bekommt er den Job zur Eröffnung des weltweit ersten orthodox-koscheren Hotels. Aber was hat ein ehemaliger Popstar gemeinsam mit der jüdisch-orthodoxen Welt? Erst einmal nichts. Der Dokumentarfilm "Pickles" begleitet acht israelisch-arabische Witwen bei der Gründung ihres Unternehmens, einem Gurkenanbau und -Handel. Der Schlusspunkt des Filmfestivals ist der Dokumentarfilm "Diplomat". Im Mittelpunkt des Films steht ein Hotel, das einst die schönste 5 Sterne Herberge Jerusalems war und heute Zufluchtsort für über 600 ImmigrantInnen aus der ehemaligen Sowjetunion ist.

CINEMAVIV-Programm:

Eröffnungsfilm: "Lost Islands", Sonnstag, 10.10.2010, 18:00 Uhr, Spielfilm (Deutschlandpremiere)
Buch und Regie: Reshef Levi, Israel 2008, 103 Min., OmeU
Israel in den 1980er Jahren: Die Levys sind eine glückliche und bunt-gemischte Familie. Der Vater ist besessen von seinem Garten, in dem er Kakteen züchtet. Unermüdlich predigt er seinen Kindern, wie wichtig es ist, sich eigene Träume zu erfüllen. Die Mutter, experimentierfreudige Köchin, lehrt ihren Kindern bedingungslosen Familienzusammenhalt. Erste Risse bekommt das idyllische Familienleben, als beide Zwillingsbrüder, Erez und Ofer, sich in das neue Mädchen in der Stadt verlieben. Dazu kommt, dass Erez ein Geheimnis entdeckt und damit das Familiengefüge endgültig aus der Bahn wirft.
Auszeichnung der Israelischen Film Academy in den Kategorien:
Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Kostüm, Beste Musik.

"Year Zero", Sonntag, 10.10. 2010, 20:30 Uhr, Spielfilm (Deutschlandpremiere)
Buch und Regie: Joseph Pitchhadze, Israel 2004, 135 Min., OmeU
Die allein erziehende Mutter Anna hat ihren Job verloren. In ihrer Not prostituiert sie sich. Dabei lernt sie Matti kennen, in den sie sich verliebt. Wohnungsmakler Ruven, der Anna herzlos vor die Tür gesetzt hat, fühlt sich mit über 40 zu alt, um noch einmal Vater zu werden. Vor Aufregung über seine missliche Lage, überfährt er einen Blindenhund. In einer Zwickmühle steckt auch Radiotechniker Kagan – der neue Chef will eine Sendung über Kagans verstorbenen Vater, den Gründer der israelischen Punkmusikszene, absetzen lassen. Das sind einzelne Geschichten aus dem Episodenfilm "Year Zero". Ein Film der von Menschen erzählt, deren Leben eine harte Wendung nimmt. Einzeln lose miteinander verbunden, entwickeln sie ein komplexes Beziehungsgeflecht.

"Diplomat", Montag, 11. Oktober 2010, 18:30 Uhr, Dokumentarfilm
Regie: Dana Goren, Israel 2009, 80 Min., OmeU
Das Hotel Diplomat war einst eines der schönsten 5 Sterne Hotels in Jerusalem. Seit 20 Jahren ist es nun Zuflucht für 600 ImmigrantInnen der ehemaligen Sowjetunion. Nie richtig in die israelische Gesellschaft integriert, haben sie sich im Hotel ihre eigene kleine Insel geschaffen. Viele von ihnen bewegen sich ausschließlich in ihrem Zufluchtsort. Grundversorgung oder kulturelle Aktivitäten, das alles wird im Haus und in russischer Sprache angeboten. "Diplomat" bleibt so eine Welt in einer Welt, eine russische Enklave. Ausgezeichnet vom Internationalen Filmfestival Jerusalem, in der Kategorie: Bester Dokumentarfilm.

"Vasermil", Montag, 11.10.2010, 20:30 Uhr, Spielfilm (Deutschlandpremiere)
Buch und Regie: Mushon Salmona, Israel 2007, 90 Min., OmeU
Fußball ist ihre Hoffnung auf ein besseres Leben. Shlomi, Pizzabote, lebt bei seiner Mutter und seinem Stiefvater. Adiel, der aus Äthiopien stammt, muss sich um seinen kleinen Bruder und seine kranke Mutter kümmern. Und der aus Russland eingewanderte Dima wird beherrscht von seiner Verachtung für den arbeitslosen Vater. Sie führen trostlose Leben, bis der Coach der lokalen Mannschaft die Teenager für das Beersheba-Fussballturnier rekrutiert. Der Film ist nach dem örtlichen Fußballstadium der Stadt Beersheba in Süd-Israel benannt. "Vasermil" portraitiert drei Teenager, die in einer trostlosen Vorstadt ohne Perspektiven aufwachsen.
Ausgezeichnet vom Internationalen Filmfestival Jerusalem in der Kategorie:
Jury-Preis. Ausgezeichnet vom Internationalen Filmfestival San Francisco in der Kategorie: Beste Nachwuchsregie.

"Pickles", Dienstag, 12.Oktober 2010, 18:30 Uhr, Dokumentarfilm, (Deutschlandpremiere)
Regie: Dalid Kimor, Israel 2005, 59 Min., OmeU
Acht israelisch-arabische Witwen entscheiden sich, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen und gründen ein Unternehmen für Gurkenanbau- und Handel. Fatma, die Witwe mit elf Kindern, ist die einzige die Auto fahren kann – so wird sie mit dem Vertrieb beauftragt. Samira, die hebräisch spricht, wird Geschäftsführerin des Unternehmens. Die Frauen, die vorher einander nicht kannten, kämpfen sich nun gemeinsam durch den Businessdschungel. In der Gruppe finden sie Rückhalt und Freundschaft, im Unternehmen finden sie ihr zweites Zuhause.

"Goyband", Dienstag, 12.10. 2010, 20:30 Uhr, Spielfilm, (Deutschlandpremiere)
Buch und Regie: Christopher Grimm, USA 2008, 90 Min., in Englischer Sprache
Ehemaliges Boy-Band Mitglied Bobby Star trauert vergangenen Tagen hinterher. Arbeitslos und verzweifelt, bettelt er seinen Agenten Murray an, ihm einen anständigen Auftritt zu verschaffen. Der findet einen Job: zur Eröffnungswoche des weltweit ersten orthodox-koscheren Hotels, das "Mazel Hotel". Aber was hat ein ehemaliger Pop Star gemeinsam mit der jüdisch-orthodoxen Welt? Erstmal nichts. Zumindest die Tatsache, dass die Tochter des Hotelbesitzers Rebecca, seit ihrer Kindheit den Frauenschwarm Bobby verehrt. Nur ist sie gerade dabei den Sohn eines mächtigen Kabbalah Rabbis zu heiraten.

Die Filme werden mit Englischer Untertitelung in der Originalsprache Hebräisch gezeigt.

Veranstaltungsort von CINEMAVIV - Das erste israelische Filmfest in Berlin:
Kino "Die Kurbel"
Giesebrechtstr. 4
10629 Berlin
www.die-kurbel.com
Reservierungshotline: 030 - 88 91 59 98

Weitere Infos zum Programm von CINEMAVIV finden Sie unter:
www.cinemaviv.de


Weitere Infos zum Jewish Film Festival Berlin unter der Leitung von Nicola Galliner finden Sie unter:
www.jffb.de

Jüdisches Leben Beitrag vom 16.09.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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