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AVIVA-BERLIN.de 2/15/5778 - Beitrag vom 24.03.2011

Bombenattentat in Jerusalem - Chronologie und Reaktionen
Sharon Adler

Bei einem Anschlag auf zwei Jerusalemer Linienbusse kam am Mittwochnachmittag eine Frau ums Leben, mindestens dreißig weitere Menschen wurden verletzt. Es ist der vorläufige Höhepunkt der...



... erneuten Eskalation zwischen Israel und Palästina. Die israelische Luftwaffe antwortete mit Angriffen auf den Gazastreifen.

Die Lage in Israel spitzt sich weiterhin gefährlich zu. Nachdem in der letzten Woche der fünffache Mord an einer Familie in Itamar für Entsetzen sorgte und es um den Gaza-Streifen herum immer wieder zu gegenseitigem Beschüssen kommt, sorgte nun ein Bombenanschlag in Jerusalem für schockierend bekannte Gefühle und Reaktionen...

Bekannte Bilder...

Nicht nur in Israel sorgen die Nachrichtenbilder für Bestürzung: Die Aufnahmen von gestern erinnern wohl jede/n sofort an die zahlreichen Selbstmordattentate in den 1990er Jahren. Lautes Sirenengeheul in der ganzen Stadt, Krankenwagen und Feuerwehrautos rasen zum Unglücksort, Schaulustige, die es sich nicht nehmen lassen, die Rettungsarbeiten am Tatort zu behindern… und dann die Bilder der zersplitterten Fensterscheiben, Menschen unter Schock, die große Blutlache, eine Britin starb, mindestens 30 weitere Menschen wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks verletzt...

Nach Polizeiangaben explodierte die Bombe in einer Tasche, welche nicht weit entfernt von der zentralen Busstation im Jerusalemer Zentrum an einer Haltestelle abgelegt wurde. Zwei vorbeifahrende Busse wurden bei der Explosion beschädigt, die Detonation war noch in mehreren hundert Metern entfernten Gebäuden zu spüren. Der Minister für Innere Sicherheit, Izchak Aharonowitsch, sprach im israelischen Fernsehen von einem bis zu zwei Kilogramm schweren Sprengsatz und die staatliche Polizei von einem "Angriff von Terroristen".

Sieben Jahre sind seit dem letzten vergleichbaren Anschlag vergangen. Es herrschte beinahe eine Art von Normalität, ob in Bussen, oder an belebten Straßen und Plätzen…man bewegte sich frei in Israel. Ist diese Zeit nun zu Ende?

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte noch gestern vor Antritt seiner Russlandreise eine "robuste Antwort" auf den Anschlag an, doch solle dabei "verantwortungsvoll und vernünftig" vorgegangen werden. Er hatte am Abend mit ranghohen Vertretern der Sicherheitsbehörden über die aktuelle Situation beraten. Innenminister Eli Jischai forderte nach dem Anschlag "Aktionen gegen den Terror" und deutete damit an, dass man Palästinenser hinter der Tat vermutet. Gegenwärtig werden verschiedene Optionen erwogen, sagte Jischai. Details nannte er nicht. Offiziell hat sich noch niemand zu dem Anschlag bekannt. Im Westjordanland erklärte die palästinensische Extremistengruppe Islamischer Dschihad, zwei ihrer Anführer seien im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen worden.

Reaktionen

Den Anschlag als "Terrorakt" verurteilte der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad. "Es ist schändlich, wenn eine palästinensische Gruppe solche widerlichen Methoden anwendet, die unserem Volk und unserer Sache schon so viel geschadet haben."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, verurteilte in der Presseerklärung den Bombenanschlag in Jerusalem "als feigen Mordanschlag auf Unschuldige". Und weiter: "Unsere Anteilnahme, unsere Gebete und Gedanken sind mit den Angehörigen, gleichzeitig beten wir für die Verletzten und hoffen auf eine rasche und vollständige Genesung", so Graumann betroffen. "Schon der bestialische Messerangriff auf eine fünfköpfige Familie in Itamar Anfang des Monats, bei dem allein drei Kinder und ihre Eltern ermordet wurden und die Raketenangriffe mit mehr als 80 Granaten und Raketen auf Zivilisten im Grenzgebiet zu Gaza in den letzten Tagen, die besonders Beerscheva trafen, haben gezeigt, dass wir gerade eine neue Spirale des Terrors im Nahen Osten erleben", meint der Präsident des Zentralrats. "Nachdem der islamische palästinensische Dschihad die Verantwortung für die Raketenangriffe übernommen und den heutigen Bombenanschlag in Jerusalem begrüßt hat, müsste jedem, auch bei uns hier in Deutschland, klar sein, dass Terroristen niemals Partner für einen Frieden sein können", betont Graumann.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle äußerte sein Mitgefühl mit der israelischen Bevölkerung: "Diesen perfiden Anschlag verurteile ich auf das Schärfste. Für solche Taten gibt es keine Rechtfertigung. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind bei den Menschen in Jerusalem. Den zahlreichen Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Terror und Hass dürfen die Bemühungen um Frieden und Ausgleich in der Region nicht gefährden."

In einer Pressemitteilung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 23. März 2011 erklärt Kerstin Müller, Sprecherin für Außenpolitik: "Keine neuen Terroranschläge! Wir verurteilen den Bombenanschlag scharf. Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern und wünschen den Verletzten eine baldige Genesung."

Auch der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Präsident Barack Obama verurteilten den Anschlag. Für Terrorismus gebe es "keinerlei Rechtfertigung", sagte Obama. Die jüngsten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verurteilte der Präsident ebenfalls "auf das Schärfste".

Die deutsche Presse jedoch zeigte sich mehr oder minder erneut ungerührt. Im Zusammenhang mit der Ermordung der Familie in der vergangenen Woche wurde in erster Linie auf den Siedlungsbau verwiesen. Damit wurde indirekt impliziert, dass die Menschen in Israel verantwortlich seien an ihrer Ermordung.

"Israel wird beschossen – und in Deutschland heißt es: selber schuld. Es ist Zeit, einen konstruktiven Beitrag für den israelisch-palästinensischen Konflikt zu leisten, statt die Wahrheit zu verzerren", so Melody Sucharewicz, die in München geboren wurde und mit 19 Jahren nach Israel zog. Lesen Sie ihren klugen Gastkommentar im Tagesspiegel vom 25.03.2011.

Sehr angespannte Lage

In den letzten Wochen waren die Spannungen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas eskaliert: Der fünffache Mord in Itamar, der Tod von neun PalästinenserInnen, immer heftiger werdender Raketen- und Mörsergranatenbeschuss von radikalen Palästinensern auf israelische Städte. In den vergangen zehn Jahren sind mehr als 4.700 Raketen und mehr als 4.300 Mörsergranaten aus Gaza auf den Süden Israels abgefeuert worden. Allein am letzten Wochenende wurden rund 50 Granaten gezählt. Einige schlugen in der Stadt Be´er Sheva ein, außerdem gab es einen Einschlag in der Nähe von Ashdod, und auch Ashkelon wurde beschossen (Quelle: Yedioth Ahronot, 23.03.11). Verletze gab es nicht. Zu den Angriffen bekannte sich die Organisation Islamischer Dschihad.
Nun das Attentat in Jerusalem, an einem Ort, der von unterschiedlichsten Menschen, Jung und Alt, immer gefüllt ist.
Vor dem Parlament in Jerusalem kündigte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine "aggressive und entschlossene" Antwort an. Israel werde reagieren, um die Bevölkerung vor dem Beschuss zu schützen.

Israel nimmt Gazastreifen unter Beschuss

Es kam bereits zu ersten Reaktionen. Israelische Kampfflugzeuge beschossen Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten sowie Ausbildungslager der Hamas, dies bestätigte sowohl die radikal-islamische Organisation sowie die israelische Armee. Auch wurde nach Angaben von Beobachtern ein Trafo getroffen, was zu Stromausfällen geführt habe. Verletzt wurde offenbar niemand.
Aktuelle Meldungen berichten von neuen Angriffen aus Gaza, die Explosion war bis 30 Kilometer vor Tel Aviv zu hören.

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter:

www.haaretz.com

Israel Ministry of Foreign Affairs

www.ard.de

www.hagalil.com

www.heute.de




(Quellen: Haaretz, Israel Ministry of Foreign Affairs, ARD, ZDF, dpa, Jüdische Gemeinde zu Berlin, Israelische Botschaft)

Jüdisches Leben Beitrag vom 24.03.2011 Sharon Adler 

   




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