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AVIVA-BERLIN.de 2/14/5778 - Beitrag vom 26.10.2004

Jubiläumsfeier aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Stiftung Zurückgeben
Aviva - Redaktion

Am 27.10.2004, 19 Uhr im Berliner Rathaus wird die Arbeit der Stiftung gewürdigt. Förderentscheidungen der Jury für das Jahr 2005 werden bekannt gegeben



Seit 10 Jahren fördert die Stiftung ZURÜCKGEBEN Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen jüdischer Herkunft oder jüdischen Glaubens, die in Deutschland leben, im Wissen um die Entrechtung und Enteignung der jüdischen BürgerInnen in Europa während des Nationalsozialismus.

Der Chef der Senatskanzlei, Staatssekretär André Schmitz, der gemeinsam mit der Stiftung zur Feier des 10-jährigen Bestehen einlädt, erklärt:

"Die Stiftung erinnert an einen weißen Fleck in der Geschichte vieler deutscher Familien: an die Herkunft von Vermögenswerten, die ohne "Arisierung" und Ausplünderung von Juden in der Nazizeit heute anderen Familien gehören würden. Wiedergutmachen kann man das geschehene Unrecht nicht. Aber man kann daran erinnern. Man kann dazu beitragen, dass die Folgen des Unrechts für nachfolgende Generationen gemildert werden. Das tut die Stiftung und dafür möchte ich den Frauen, die sich mit viel Zeit, Ideen und auch finanziellen Beiträgen in und für die Stiftung einsetzen, danken."

Karin Wieckhorst, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung, erklärt:

Von der Entrechtung, Enteignung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bürger in Europa durch den NS-Staat profitierten viele Deutsche direkt oder indirekt. Die Beraubung wirkt weiter zum Vorteil der nächsten und übernächsten Generation. Gerade die damals weit verbreitete und unspektakuläre Vorteilsnahme ist juristisch nicht zu fassen. Häufig sind die Geschädigten nicht bekannt. Die Stiftung bietet die Möglichkeit, unabhängig von Gesetzen und Fristen aus freien Stücken und symbolisch zurückzugeben.

"Unter den Stiftungen, die sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus stellen, ist sie die einzige, die speziell Frauen fördert, und der "Arisierung" bis in die Wohnzimmer nachgeht. Und die Frauen der Stiftung sind die einzigen, die dazu auffordern, sich von den Erbstücken zu trennen, die durch Enteignung von Juden in Familienbesitz gekommen sind," so Adrienne Goehler, Senatorin a. D., in ihrer Hommage an die Stiftung.

Dreißig Künstlerlinnen und Wissenschaftlerinnen hat die Stiftung ZURÜCKGEBEN bisher durch Projektzuschüsse oder Arbeitsstipendien gefördert. Deren Forschungen, Kunstwerke, Filme, Romane, Kompositionen und vieles mehr tragen zur Vielgestaltigkeit einer neuen jüdischen Gegenwart in Deutschland bei.

Noch ist die Stiftung ZURÜCKGEBEN eine kleine Stiftung, die auf Spenden angewiesen ist. "Wir möchten ausdrücklich betonen, dass man kein "jüdisches Sofa" besitzen oder eine jüdische Arztpraxis geerbt haben muss, um sich an der Stiftung zu beteiligen. Es geht um Verantwortung und Anteilnahme." So Prof. Dr. Monika Richarz, Beiratsvorsitzende, in ihrer Vorstellung der Stiftung.

Auf der Feier spricht außerdem Dr. Hilde Schramm aus der Sicht einer der Gründerinnen zu den Ambivalenzen der Stiftung. Viola Roggenkamp liest aus ihrem Roman "Familienleben". Elzbieta Sternlicht spielt Klavierstücke von Josef Koffler und Fanny Hensel. Beide Frauen hatten Arbeitsstipendien von der Stiftung erhalten. Abschließend werden die Förderentscheidungen der Jury für das Jahr 2005 bekannt gegeben.


ZURÜCKGEBEN
Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
D-10405 Berlin
Tel.: +49 30 - 42 02 26 45
Fax: +49 30 - 42 02 33 30
e-mail: info@stiftung-zurueckgeben.de
Internet: www.stiftung-zurueckgeben.de

Jüdisches Leben Beitrag vom 26.10.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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