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AVIVA-BERLIN.de 4/10/5778 - Beitrag vom 15.01.2005

Stimmen aus dem Wald. Out of the forest
AVIVA-Redaktion

Der Film der israelischen Regisseurin Limor Pinhasov ist eine bewegende Dokumentation über die Menschen aus Ponar, wo während des Zweiten Weltkrieges hunderttausend Juden ermordet wurden



"Freitag, 11. Juli 1941. Das Wetter ist schön. Es weht ein warmer Wind. Der Himmel ist nur leicht bewölkt. Vom Wald her hört man Schüsse." Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch von Kazimierz Sakowicz, einem Polen aus Ponar, einem kleinen Dorf zehn Kilometer westlich von Vilnius, der Hauptstadt von Litauen.

Zwischen 1941 und 1944 wurden hier mehr als 100.000 Menschen umgebracht, zum größten Teil Juden. Über 94% der 220.000 Judensollen zwischen 1941-44 von den Nazis und ihren willigen lokalen HelferInnen in Litauen ermordet worden sein.

Ausgehend von diesem Tagebuch, dessen Verfasser 1944 selbst Opfer des Grauens wurde, berichtet die Dokumentation "Out of the Forest" der israelischen Regisseurin Limor Pinhasov von Menschen, die in unmittelbarer Nähe eines Massenhinrichtungsplatzes lebten. Der Film zeigt ein junges Mädchen, deren Kühe auf den Gräbern weideten, eine Frau, die sich weigerte, einen Gefangenen in ihr Haus zu lassen, der kurz zuvor der Exekution entkommen konnte, einen Mann, der mit den Kleidern der Toten Handel trieb.

"Out of the forest" ist auch eine Geschichte über Nachbarschaft in schlechten Zeiten. Eine Geschichte darüber, wie grundverschieden die jeweiligen Bevölkerungsgruppen (Polen, Litauer und Juden) die schrecklichen Vorkommnisse wahrgenommen haben, und wie heute, sechzig Jahre später, niemand die Verantwortung für das Geschehene übernehmen will, sondern jeder die Schuld bei den Anderen sucht.

Die bereits auf der Berlinale 2004 gezeigte Dokumentation ist wie eine Collage konstruiert und besteht aus sowohl aus Berichten der AnwohnerInnen, als auch der Opfer, die wie durch ein Wunder dem Tod in Ponar entkommen konnten, sowie Auszügen aus dem Tagebuch und Aufnahmen des heutigen Ponar. Der Film enthält weder Archivaufnahmen noch Bilder von Leichen oder Blut. Mit vorsichtigen Interviews und einer unaufdringlichen Kameraführung gelingt es dem Film, hinter die dünne Fassade des Dorfes zu schauen.

(Quelle: Kino News Online)

Kinostart: 20.01.2005
Genre: Dokumentation
Regie: Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef
OT: Out Of The Forest
Israel 2003
Laufzeit: 93 Min., OmU
Sprachen: Russisch, Polnisch, Litauisch, Hebräisch, Englisch
www.outoftheforest.net

Biofilmographie
Yaron Kaftori Ben Yosef
wurde am 24. Juni 1963 in Haifa geboren. Von 1987 bis 1990 studierte er Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität von Tel Aviv. 1994/95 absolvierte er ein Geschichtsstudium ebenfalls an der Universität von Tel Aviv. Seit 2001 arbeitet Yaron Kaftori Ben Yosef als Produzent. 2002 gründete er einen unabhängigen Filmverleih für israelische Spielfilme. Yaron Kaftori Ben Yosef schreibt außerdem Drehbücher. OUT OF THE FOREST ist sein Regiedebut.

Limor Pinhasov Ben Yosef wurde am 4. Oktober 1972 in Tel Aviv geboren. 1992/93 studierte sie Kunstgeschichte, Philosophie und Französisch an der Sorbonne in Paris. 1996 schloss sie ihr Regiestudium an der Sam Spiegel Filmschule in Jerusalem ab. Seit 1998 arbeitet Limor Pinhasov Ben Yosef als Cutterin. Ihr erster eigener Film, Sophie Calle in Jerusalem, entstand 1999. OUT OF THE FOREST ist ihr erster abendfüllender Film.

Filme
1999: Sophie Calle in Jerusalem. 2001: Holiday Flowers. 2003: OUT OF THE FOREST


Jüdisches Leben Beitrag vom 15.01.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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