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AVIVA-BERLIN.de 4/8/5778 - Beitrag vom 09.08.2006

Reuters veröffentlichte gefälschte Fotos
Katharina Höftmann

Starker Rauch über Beirut, dieses Foto ging dank Reuters um die Welt - doch es war manipuliert!



Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wird vor allem auch in den Medien ausgefochten. Immer wieder werden in den letzten Tagen Meldungen propagiert und revidiert. So sind aus den anfänglichen 60 Toten bei dem Angriff Israels auf das libanesische Dorf Kana plötzlich 28 geworden und die Arbeit der Presseagenturen scheint immer fragwürdiger.

Nun erschüttert ein neuer Skandal die Glaubwürdigkeit der Medien: Die Agentur Reuters veröffentlichte vor einigen Tagen ein Foto, welches die Hauptstadt des Libanons in starkem Rauch zeigt. Alles gefakt, wie nun herauskam. Das Foto zeigt die Stadt nach einem Angriff der israelischen Luftstreitkräfte, über den Häusern hängt ein dunkler, dichter Rauchschwaden. Doch der Fotograf Adnan Hajj hatte mittels Bearbeitung mit dem Grafikprogramm Photoshop etwas nachgeholfen.

Die Fälschung wurde im Im US-amerikanischen Weblog "LittleGreenFootballs.com" aufgedeckt, demnach hatte Hajj einfach den Rauch kopiert und neu eingefügt, so dass das ganze Bild bedrohlicher und der Schaden stärker erscheint. Derselbe Fotograf arbeitet seit Jahren für Reuters und stellte unter anderem auch die Bilder von Kana zur Verfügung, die die Nachrichtenagentur veröffentlicht hat. Nach Bekannt werden der Manipulation zog Reuters das Bild sofort zurück, entschuldigte sich und suspendierte den Pressefotografen. Seit einigen Tagen kann nun das korrekte Foto bei Reuters online bestaunt werden, allerdings erst wenn man es auf der Homepage gefunden hat, natürlich ist es nicht auf Seite 1.

Es bleiben einige Fragen: Wenn selbst AmateurfotografenInnen erkennen, dass dieses Bild bearbeitet wurde, wie kann es sein, dass die weltweit größte internationale Nachrichtenagentur es veröffentlicht? Und warum werden nicht alle anderen Bilder des Fotofälschers zurückgezogen? Mindestens ein weiteres wurde bereits als ebenfalls gefakt entlarvt, seine Bilder von Kana stehen allerdings weiterhin im Netz. Welcher Schaden wirklich durch die Manipulation entstanden ist, ist schwer abschätzbar. Im Jahrzehnt des world wide webs können Bilder so schnell verbreitet werden, wie früher nur Krankheiten. Tausende, die dieses Bild gesehen und als Grundlage für ihre Urteilsbildung genommen haben, wissen wahrscheinlich nicht einmal, dass es sich um eine Fälschung handelt. Auf der Homepage von Reuters behauptet die Agentur, dass weit über eine Million Menschen Nachrichten von ihnen sehen und hören - unwahrscheinlich, dass alle den Rückzug des Bildes bemerkt haben, schließlich ist das Bild auch in unzähligen Medien erschienen.
Unbekannt ist auch, wie oft Reuters bereits zuvor getünchte Bilder herausgab, die Agentur stand schließlich schon des Öfteren in der Kritik, nicht objektiv zu sein und ungenügend zu recherchieren. Nun ist nicht mehr klar, welche Informationen glaubwürdig sind und welche nach Wohlwollen zurechtgerückt.
Denn Reuters ist ebenfalls im Krieg, im Pressekrieg um die schockierendsten Bilder zusammen mit den exklusivsten Nachrichten, das führt zu einem immensen Druck, der schon mal dazu verleiten kann, dass auch fragwürdige Informationen publiziert werden. Auch wenn Reuters sich öffentlich reuig zeigt und den Vorfall außerordentlich bedauert, ihr Image ist mehr als angekratzt.

Jüdisches Leben Beitrag vom 09.08.2006 Katharina Höftmann 

   




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