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AVIVA-BERLIN.de 4/11/5778 - Beitrag vom 03.06.2006

Shavuot - das Wochenfest
Sarah Ross

Vom 2. bis zum 3. Juni 2006 (6. bis 7. Sivan 5766) wird das letzte der drei Wallfahrtsfeste im Judentum gefeiert, das das Ende der Gersten- und den Beginn der Weizenernte markiert.



Genau f├╝nfzig Tage nach dem Pessach-Fest, in diesem Jahr am 6. und 7. Sivan 5766 (2. und 3. Juni 2006), wird Shavuot gefeiert, das Fest der Erstlingsfr├╝chte und der Offenbarung. Neben Rosh HaShanah und Pessach ist Shavuot eines der drei Wallfahrtsfeste im Judentum, an dem man in der Antike zum Jerusalemer Tempel pilgerte. Das Fest markiert das Ende der Gersten- und den Beginn der Weizenernte - den Tag, an dem neues Getreide und neue Fr├╝chte an die Priester im Jerusalemer Tempel ├╝bergeben wurden. Aufgrund der Wochenz├Ąhlung ("Omer"-Zeit) zwischen Pessach und Shavuot wird es in der Torah (Lev. 23,22) auch als Wochenfest (hebr. Shavuot) beschrieben.

An Shavuot erinnern sich die Juden aber auch an die Gabe der Torah auf dem Berge Sinai - die so genannte Offenbarung der 10 Gebote. Diese wurden Moses und dem Volk Israel w├Ąhrend der Wanderung durch die W├╝ste von Gott ├╝bergeben. Somit ist das Shavuot-Fest eine Art "Erntedankfest" in doppeltem Sinne: Denn man dankt nicht nur f├╝r die ersten Fr├╝chte des Feldes, sondern erneuert in jedem Jahr auch die Annahme der Gabe der Torah. W├Ąhrend das Fest hierzulande an zwei Tagen gefeiert wird, feiert man es in Israel nur einen Tag lang.

In der "Omer"-Zeit bereitete sich das j├╝dische Volk auf die Gabe der Torah vor, indem es sich von den Spuren der Sklaverei in ├ägypten reinigte, um durch die Gabe der Torah einen ewigen Bund mit Gott zu schlie├čen. Shavuot bedeutet demnach auch "Eid". Mit der Offenbarung traten das j├╝dische Volk und Gott in einen immerw├Ąhrenden Bund ein, der sie verpflichtet, einander niemals zu verlassen.
Besonders von der orthodoxen Bev├Âlkerung wird das Fest am Vorabend mit vielen Stunden des kontinuierlichen, religi├Âsen Lernens (tikkun-lel-shavuot) begangen. W├Ąhrend man in der Diaspora am n├Ąchsten Morgen einen Synagogengottesdienst besucht, findet in Jerusalem eine festliche Gebetsversammlung an der Klagemauer statt. In vielen Gemeinden wird am zweiten Tag das Buch Ruth gelesen.

Es ist Brauch, an Shavuot Milchprodukte zu verzehren, um daran zu erinnern, dass der Empfang der Torah den Juden untersagte, in ihren T├Âpfen Fleisch zu kochen, da diese noch nicht koscher waren. In den Kibbuzim bezeichnet Shavuot den H├Âhepunkt der Ernte des neuen Getreides und die erste Reife von Fr├╝chten, darunter die sieben in der Bibel erw├Ąhnten Fr├╝chte des Heiligen Landes (Weizen, Gerste, Trauben, Feigen, Granat├Ąpfel, Oliven und Datteln). Alles in allem ist Shavuot ein sehr fr├Âhliches Fest, an dem unter anderem auch die Kinder mit Blumengirlanden durch die Stra├čen ziehen und H├Ąuser und Synagogen mit Blumen und Pflanzen geschm├╝ckt werden.


Weitere Informationen finden Sie unter: www.israel.de und www.hagalil.de.


Jüdisches Leben Beitrag vom 03.06.2006 Sarah Ross 

   




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