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AVIVA-BERLIN.de 2/14/5778 - Beitrag vom 19.09.2006

Unerwünscht in der heiligen Stadt
Katharina Höftmann

10.11.2006. Die World Pride Parade in Jerusalem steht jedes Jahr neu auf der Kippe, ob Krieg oder Anschläge, es kommt immer etwas dazwischen. Doch das sind nicht die einzigen Widerstände...



...auf die die Lesben und Schwulen in Jerusalem stoßen...

Vor neun Jahren gründeten Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle in Jerusalem das Center Jerusalem Open house mit dem Ziel, ein toleranteres Jerusalem zu schaffen.
Während in Tel Aviv die Homo- Szene boomt, tun sich die BürgerInnen der Heiligen Stadt und alle, die sonst einen Anspruch darauf erheben, schwer mit der neuen Offenheit. Besonders die seit einigen Jahren stattfindende Parade World Pride sorgt dabei für graue Haare bei sämtlichen Beteiligten. Jedes Jahr aufs Neue versuchen religiöse Gruppen den Festumzug zu verhindern, um immer wieder von Gerichten abgeschmettert zu werden. Inzwischen erhält das Open house sogar eine Finanzierungshilfe der Jerusalemer Stadtverwaltung.

Doch die Gläubigen geben keine Ruhe. Christen, Moslems und Juden sind sich bei diesem Thema plötzlich einig: die Parade ist eine inakzeptable Provokation.
Die Ablehnung ging 2005 sogar so weit, dass sich die Religionsführer gegen das "Sünderfest" zu einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammen schlossen. Zwei israelische Oberrabbiner, ein Bischof sowie ein muslimischer Prediger saßen im Kampf gegen den Werteverfall überraschend friedlich zusammen, geeint in dem Wunsch, die "Beleidigung Jerusalems" zu verhindern. Man pochte auf die Bedeutung der Stadt für alle Gläubigen und die unbedingte Wahrung der Heiligkeit. Terroranschläge haben diese Männer nicht dazu bringen können, sich für die Heiligkeit Jerusalems gemeinsam einzusetzen. Aber was sind schon ein paar Explosionen gegen das Feuerwerk der freien Liebe.

Doch auch die Situation im Land führt immer wieder dazu, dass die Parade verschoben oder ganz abgesagt werden muss. Letztes Jahr war es der Abzug aus Gaza, diesen Sommer kamen die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Hisbollah dazwischen. Die grosse Parade wurde auf den 10. November 2006 verschoben. Dennoch fanden vom 6.- 12.August 2006 Workshops und Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Kunst, Gesundheit, Literatur, Religion und Film statt, auch die offizielle World- Pride Party wurde durchgeführt. Das ganze begleitet von einigen DemonstrantInnen der religiösen Antibewegung. In einem stillen Protest wurde außerdem die Solidarität mit palästinensischen Homosexuellen bekundet. Im Gazastreifen und der Westbank kommen Schwule und Lesben immer wieder auf mysteriöse Weise ums Leben, und da Homosexualität im Islam unter Strafe steht, ist Israel das einzige Land im Nahen Osten, in dem gleichgeschlechtliche Liebe akzeptiert wird.
Das Jerusalem Open house hilft deswegen vielen Verfolgten, vor allem schwulen Palästinensern aus den palästinensischen Gebieten, zu fliehen. Doch selbst Teile der palästinensischen Homo- Bewegung wollen die Parade nicht mehr sehen. Die palästinensische Lesben-Gruppe Aswat sagte ihre Teilnahme ab, da es für sie keinen Grund zum Feiern gibt, so lange die PalästinenserInnen noch unter "Rassismus und Besetzung" leiden. über die Verfolgung von Anders- Denkenden, -fühlenden, Schwulen und Lesben, durch die palästinensische Führung sagen sie nichts. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Protest im November äußert. Der Gedanke liegt nah, dass es sich hier um einen ziemlich absurden Streit handelt, wie er nur in Israel möglich ist.
Wenn alle Beteiligten die gleiche Energie auf die Schaffung des Friedens konzentrieren würden, wer weiß, was dann möglich wäre. So bleibt Homosexuellen in Jerusalem nur der weitere Kampf gegen die Heiligkeit...oder die Flucht nach Tel Aviv. Dort liegt der Schwulenstrand in Sichtweite direkt neben dem der Orthodoxen, bisher wurden keine Protestaktionen gemeldet.


Jüdisches Leben Beitrag vom 19.09.2006 Katharina Höftmann 

   




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