Miriam – Maria - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD Stiftung Zurückgeben Juedische Allgemeine - Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben
Aviva-Berlin > Jüdisches Leben
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Veranstaltungen in Berlin
   Koscher + Vegetarisch
   Writing Girls
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de 2/14/5778 - Beitrag vom 12.09.2007

Miriam – Maria
Elisa Klapheck

Die Wochenabschnitte der Tora in der Vor-Pessachzeit drehen sich alle um den Auszug der Kinder Israel aus Ägypten und die Offenbarung am Berg Sinai. Ein Beitrag von Rabbinerin Elisa Klapheck



Dieses Vorgefühl für Pessach bringt die biblischen Protagonisten verschärft zu Bewusstsein: Moses, Aron und Miriam.

Im letzten Jahr ist es vor allem Miriam und ihre Weltbedeutung, die mich beschäftigte. Miriam die Prophetin, die man neben Moses und Aaron oftmals zu erwähnen vergisst. Miriam, die der rabbinischen Auslegung zufolge große Weissagungen machte – die die versklavten Israeliten beruhigte und ihnen ankündigte, dass demnächst ein Erlöser, ein Befreier, geboren werde, der sie aus der Knechtschaft in die Freiheit führen wird. Miriam, die das Projekt Befreiung überhaupt auf den Weg brachte, indem sie ihren Bruder Moses in einer Kiste auf dem Nil aussetzte, den weiteren Vorgang beobachtete und sah, wie die Kiste von der Pharaonentochter gefunden wurde. Miriam, die in diesem Moment wusste, dass ihre Prophezeiung in Erfüllung ging, dass ihr Bruder Moses nun am Pharaonenhof aufwachsen und später das Volk Israel aus der Sklaverei herausführen wird. Jene Miriam, die später mit den israelitischen Frauen ekstatisch in der Wüste tanzte, weil der Pharao mit seinen Soldaten im Schilfmeer untergegangen war.

Über diese Miriam sprach ich kürzlich vor Studentinnen der Kunstgeschichte – allerdings im Zusammenhang mit Maria - der Mutter Maria; der Geliebten Maria Magdalena; und der Schwester Maria, die Frau des Klopas, des Schwagers der Mutter Maria. Anhand der Görlitzer Dreimarienkirche zeigte ich auf, dass der in den Evangelien fast inflationär vorkommende Name Maria möglicherweise kein persönlicher Name, sondern eine Chiffre, ein Code, ein Programm bedeutet – ein Programm von Frauen, die aus einem aktiven Geist heraus – einem heiligen Geist - Erlösung hervorbringen. Denn der Name Jesus ist auch eine Chiffre: In Hebräisch heißt er Jeshua, was Erlösung oder Befreiung bedeutet.

Zu meinem Erstaunen waren meine Zuhörerinnen biblisch gänzlich ungebildet – kannten die Geschichte der alttestamentarischen Miriam ebenso wenig wie die neutestamentarische Szene der drei Marien an Jesu Grab. Symbolische Details auf Mariendarstellungen können sie somit nicht sofort erkennen und einordnen. Trotzdem entwickelte sich mein Vortrag zu einem intensiven Gespräch, an dem Miriam – alias Maria - durchaus ihre Freude gehabt, ja sich vielleicht sogar wieder erkannt hätte. Im Mittelpunkt stand die Frau, die – ähnlich wie Zeus die Athene - aus dem Geist Erlösung gebärt.

Zum aller ersten Male spürte ich in dieser Situation das große Bedürfnis, ja geradezu den Hunger, die biblischen Mythen und Symbole neu kennen zu lernen und zu verstehen, wie sie unsere heutigen Denk- und Gefühlsstrukturen prägen. Aber nicht in Form von erbaulichen Predigten und systemkonformen Auslegungen. Nicht einmal im Rahmen von Glaubensgemeinschaften, Synagogen oder Kirchen, sondern da, wo keinerlei Voraussetzungen zu erwarten sind und sich dann plötzlich doch neue Horizonte auftun.


Mehr zu Rabbinerin Elisa Klapheck im Interview mit AVIVA-Berlin von 2004.

Lesen Sie auch unsere Rezension zu Elisa Klaphecks Buch So bin ich Rabbinerin geworden.


Jüdisches Leben Beitrag vom 12.09.2007 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken