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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.11.2007

Liebesleben. Der Film und das Buch
Sharon Adler

Das geniale Regiedebüt von Maria Schrader nach dem gleichnamigen, atemlosen Bestseller der israelischen Autorin Zeruya Shalev thematisiert die obsessive Liebesgeschichte zwischen der jungen Jara...



...mit dem deutlich älteren Arie.

Eigentlich geht es Jara (Netta Garti) ausgesprochen gut: Sie ist seit einigen Jahren glücklich verheiratet mit Joni (Ishai Golan), hat gute Aussichten auf eine glänzende Karriere an der Universität, lebt in einer schönen Wohnung und hat eine enge Bindung zu ihrer Familie, die sie täglich besucht. Doch als Jara zum 60. Geburtstag ihres Vaters Leon (Stephen Singer) liebevoll ein Picknick für die Eltern arrangiert und die beiden nicht erscheinen, fällt ein Schatten auf ihre heile Welt: Im Haus ihrer Eltern trifft sie auf einen Fremden, Arie (Rade Sherbedgia), ein Studienfreund ihres Vaters, der in Paris gelebt hat und nach fast 30 Jahren ins Land zurückgekommen ist.
Magnetisch wird sie von seiner charismatischen, erotischen und arroganten Art angezogen. Jara kann nicht anders und stürzt sich in eine sinnliche, leidenschaftliche und doch kalte Affäre mit dem Mann, der - so wird sie später erfahren - auch untrennbar mit dem Schicksal ihrer Eltern (Tovah Feldshuh und Stephen Singer) verbunden ist.

"Liebesleben" ist Maria Schraders Regiedebüt. Für die Verfilmung des Bestseller-Romans von Zeruya Shalev schrieb sie gemeinsam mit Laila Stieler das Drehbuch. Als Co-Regisseurin zeichnete sie bereits bei Dani Levys "Meschugge" verantwortlich und wurde für ihre schauspielerischen Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Nach dem Bayerischen Filmpreis (1995/1999) und dem Bundesfilmpreis (1995/1999) erhielt sie bei der Berlinale 1999 (gemeinsam mit Juliane Köhler) den Silbernen Bären als Beste Darstellerin in Max Färberböcks Drama "Aimée und Jaguar". Maria Schrader über "Liebesleben": "Was bewegt eine selbstbewusste, intelligente Frau wie Jara dazu, ihre Ehe, ihre Familie, ihren Beruf für einen Mann aufs Spiel zu setzen, der ihr kein Glück in Aussicht stellt, der sie schlecht behandelt, mit dem es keine Zukunft gibt? Ist es Masochismus? Oder eine merkwürdige Art von Märtyrertum? Sowohl für Männer wie Frauen, für alle, die von den Früchten der Emanzipation profitieren, ist Liebesleben immer wieder ein Schlag ins Gesicht. Aber Jara ist kein Opfer. Sie ist weder schwach noch blind vor Liebe. Sie benutzt Arie in dem selbem Maße wie sie sich von ihm benutzen lässt. Sie vollzieht eine Art Experiment an sich."

Jara wird von der in Tel Aviv geborenen Netta Garti dargestellt (Turn left at the End of the World, 2004, Regie: Avi Nesher), die in ihrer Heimat als Shooting-Star gefeiert wird. Netta Garti über ihre Rolle und die Dreharbeiten: "Jara könnte jeder sein, eine Frau, ein Mann. Für mich ist sie eine verlorene Seele, ein sehr einsames menschliches Wesen, das darum kämpft, sein eigenes Leben zu führen. Ihr ganzes Leben lang hat sie Mauern um sich herum gebaut, um sich zu schützen. Jetzt will sie sich selbst befreien und wagt, zu leben. Sie reißt jede einzelne Mauer ein, denn sie ist auf einer Mission: Sich aus der Falle zu befreien, die ihr Leben bisher war."

Zeruya Shalevs eigenes Leben kennt all diese Höhen und Tiefen. Die in Jerusalem lebende Schriftstellerin wurde 1959 im Kibbuz Kinneret geboren, studierte Bibelwissenschaft und arbeitet als Schriftstellerin und Verlagslektorin in Jerusalem. Nach der Veröffentlichung eines Lyrikbandes und eines Romans gelang ihr mit "Liebesleben", der 2000 im Berlin Verlag erschien, der internationale Durchbruch: "Liebesleben" wurde in 21 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In Deutschland verkaufte sich der Roman seit Erscheinen rund eine Million Mal. Auch "Mann und Frau" (2001) wurde ein weltweiter Erfolg und mehrfach ausgezeichnet. Mit "Späte Familie" (2005) vervollständigte die Schriftstellerin ihre Trilogie über Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Darüber hinaus veröffentlichte sie mit "Mamas liebster Junge" ihr erstes Kinderbuch.

Shalev stammt aus einer Literatenfamilie. Ihr Vater, Mordechai Shalev, zählt zu den renommiertesten Literaturkritikern Israels, ihr Cousin ist der bekannte Schriftsteller Meir Shalev, auch ihr Bruder und ihr Ehemann sind Autoren. Sie ist heute in dritter Ehe mit dem israelischen Autor Eyal Megged verheiratet. Aus zweiter Ehe hat sie eine Tochter, zusammen mit Megged einen gemeinsamen Sohn. Im Januar 2004 wurde sie unweit ihres Hauses durch ein Selbstmordattentat schwer verletzt, als ein Bus neben ihr explodierte und neun Menschen dabei ums Leben kamen. In ihren Arbeiten blendet sie dies bislang komplett aus: "Vielleicht werde ich es tun, aber zur Zeit verspüre ich nicht das geringste Bedürfnis, darüber zu schreiben. Es hieße, sich völlig weg zu bewegen von meiner Art zu schreiben. Ich versuche die kleinen Nuancen und versteckten Dramen unseres alltäglichen Lebens zu beschreiben. Ein Bombenattentat ist eine so extreme Tragödie für eine Vielzahl von Menschen. Ich könnte eine solche Tat niemals als literarisches Material benutzen. Vielleicht kann ich in einigen Jahren das Gefühl der Hilflosigkeit in jenem Moment, als es geschah, in einem anderen Kontext bearbeiten."

AVIVA-Tipp: Atemberaubend schöne Bilder, hochkarätige DarstellerInnen und eine verstörende Geschichte machen diesen Film zu einem besonderen Erlebnis. Die filmische Umsetzung der Vorlage ist mehr als gelungen – sie verdeutlicht die Sympathie der Regisseurin und Crew für das Land und seine Leute. "Liebesleben ist eine Geschichte über Liebe und Familie, Macht und Unterwerfung, die erschüttert, berührt und eine seltsame Unruhe bei den ZuschauerInnen hinterlässt.

Liebesleben. Der Film
Regie und Drehbuch: Maria Schrader
Drehbuch: Laila Stieler
nach einem Roman von Zeruya Shalev
DarstellerInnen: (Jara) Netta Garti, (Arie) Rade Sherbedgia, (Hannah) Tovah Feldshuh, (Leon) Stephen Singer, (Joni) Ishai Golan, (Nathan) Arie Moskona, (Josephine) Caroline Silhol, (Jaras Professor) Assi Dayan, (Shira) Clara Khoury.
Kinostart: 08. November 2007
Eine Produktion von X Filme Creative Pool in Co-Produktion mit Transfax Film Production/Tel Aviv, Bayerischer Rundfunk, Arte.
Gefördert von Filmstiftung NRW, FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg, BKM
und Israel Film Fund
Im Verleih von X Verleih AG
Deutschland/Israel 2007
Länge: 113 Minuten




Das Buch zum Film "Liebesleben" enthält das Drehbuch, das Maria Schrader gemeinsam mit Laila Stieler geschrieben hat, Hintergrundinformationen und Interviews von Zeruya Shalev und Maria Schrader und der gesamten Crew.
In "Momente des Glücks" äußert sich Maria Schrader über die Arbeit an Liebesleben. "Maria Schrader war die richtige Wahl für mich", meint Zeruya Shalev über die Verfilmung ihres Romans und im Beitrag von Stefan Arndt und Andro Steinborn "Wir sind in das israelische Gefühl von Normalität eingetaucht" erfährt die Leserin interessante Details über die Produktion. Co-Produzent Marek Rozenbaum berichtet über die Dreharbeiten in Israel "Wir haben an Originalschauplätzen im ganzen Land gedreht". Schließlich Netta Garti über ihre Rolle und die Dreharbeiten "Jara kämpft darum, ein eigenes Leben zu führen".
Neben dem kompletten Filmskript versammelt das Buch zahlreiche farbige Fotos aus dem Film und von den Dreharbeiten.

Liebesleben
Berliner Taschenbuch Verlag, erschienen 10. Oktober 2007
Broschiert, 136 Seiten, mit zahlreichen Fotos
14.90 Euro
Taschenbuch
ISBN-13: 9783833304514

Kultur Beitrag vom 05.11.2007 Sharon Adler 

   




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