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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.12.2007

The Darjeeling Limited von Wes Anderson
Anna Tremper

Owen Wilson, Jason Schwartzman, Adrien Brody und Natalie Portman sind die begabten HauptakteurInnen im neuen Geniestreich des Kultregisseurs. Ein Selbstfindungstrip durch das farbenprächtige Indien



Drei Brüder, verschreibungspflichtige Arzneimittel und Papas Kofferset gehen auf Reisen. So ließe sich der Inhalt des Films kurz zusammenfassen. Und wer Wes Anderson kennt, der weiß, dass es nicht mehr Zutaten braucht, um eine ganz eigene, skurrile Welt entstehen zu lassen.

Die drei Brüder, namentlich Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody) und Jack Whitman (Jason Schwartzman), befinden sich auf einer Zugreise durch Indien. Eine Reise, die sie wieder näher zusammen bringen soll und nebenbei die Erleuchtung zum Ziel hat. Wie sich jedoch herausstellt, hat Francis seine Brüder nicht nur zu dieser Reise eingeladen, um spirituelle Orientierung zu finden, sondern auch ihre verschollen geglaubte Mutter. Ein Unterfangen, das im Geschwisterkreis nicht nur wohlwollend aufgenommen wird. Überhaupt scheinen alle Beteiligten zu Beginn der Reise das Verlangen zu haben, am nächsten Bahnhof wieder auszusteigen.
Um den gemeinsamen Aufenthalt in ihrem, klaustrophobische Anfälle heraufbeschwörenden, Zugabteil durchzustehen, vernebeln sie ihre Sinne mit Alkohol und Medikamenten, die in Amerika wohl verschreibungspflichtig wären.

Francis nervt seine Brüder mit seinem Hang zum Bemuttern, Peter bemitleidet sich selbst, weil er bald Vater wird und Jack beginnt sofort eine Affäre mit der Zugbegleiterin. Doch so ganz langsam wird die Stimmung zwischen den drei Lästerschwestern besser. Ein tragischer Zwischenfall, der sich nach ihrem Rausschmiss aus dem Zug ereignet, bringt sie schließlich wieder näher zueinander und vor allem zu sich selbst.

Wes Anderson greift in seinem sechsten Regiestück auf SchauspielerInnen zurück, die sich schon in seinen anderen Produktionen bewährt haben. Owen Wilson, Bill Murray, Jason Schwartzman und Angelica Houston gehören mittlerweile zu seinem festen Ensemble. Ein weiteres Mal sind sie Teil des schrägen Andersonkosmos´. Ergänzt werden die üblichen Verdächtigen durch den Oscarpreisträger Adrien Brody und Natalie Portman. Mit Amanda Karan, die die Zugbegleiterin mimt, ist Anderson auch eine talentierte Neuentdeckung gelungen.

Natalie Portman hat ihren großen Auftritt im Kurzfilm "The Hotel Chevalier", der vor dem Hauptfilm gezeigt wird. In diesem cineastischen Werk spielt sie Jacks Exfreundin, die sich mit ihm im Hotel in Paris trifft. Natalie Portman erinnert mit ihrem Kurzhaarschnitt an Jean Seberg, die wir ebenfalls aus einem berühmten Pariser Hotelzimmer kennen. Die Exfreundin ist zwar nur kurz in "The Darjeeling Limited" zu sehen, doch sie ist im Film auch so präsent. Jack macht selbst in den entlegendsten Gegenden immer wieder ein Telefon ausfindig, um ihren Anrufbeantworter abzuhören.

Es sind solche und viele andere Kleinigkeiten, an denen man sich bei diesem Film erfreuen kann. Die eigentliche Handlung des Films ist dabei oft zweitrangig.
Für Erheiterung sorgen auch die absurden Dialoge in Kombination mit den, in ihrer optischen Erscheinung ohnehin skurril wirkenden, DarstellerInnen. Francis mit seinem bandagierten Kopf, Peter mit seiner albernen Sonnenbrille und Jack mit seinem Siebzigerjahre-Porno-Schnäuzer.
Diese Mischung macht den Film so spannend. Die Mischung aus sagenhaft schönen, farbenprächtigen Aufnahmen Indiens, dem ungewöhnlichen und in seiner Absurdität sehr unterhaltsamen Brüdertrio und den ernsten Zwischenspielen. Das alles verbindet sich hier zu einem stimmigen und schlichtweg schönen Gesamtkunstwerk. Wie in "The Royal Tenenbaums" schafft es Anderson erneut, das Tragische mit dem Komischen zu verbinden und dabei glaubhaft zu bleiben.

Stark ist auch die Kamera. Sie wandert gerne autonom durch die Gegend oder macht mit Reißschwenks von einer Person zu anderen auf sich aufmerksam. Sie ähnelt in ihrem absonderlichen Verhalten den Protagonisten des Films. Immer wieder schön sind auch die Zeitlupensequenzen in "The Darjeeling Limited". Begleitet von Musik von The Kinks oder den Rolling Stones entstehen so entweder urkomische oder außergewöhnlich schöne Filmmomente. Überhaupt ist der Soundtrack des Films eine gelungene Mischung aus Sechzigerjahre Hits, indischer Filmmusik und einem Hauch Klassik. Gesehenes und Gehörtes harmonieren perfekt.

Zum Regisseur: Der 1969 in Houston (Texas) geborene Regisseur macht seit 1994 Filme. Er studierte Philosophie an der University of Texas. Bislang hat er bei sechs Filmen Regie geführt (Rushmore, The Royal Tenenbaums, The Life Arquatic with Steve Zissou). Für das Drehbuch zu "The Royal Tenenbaums" erhielt er eine Oscarnominierung.

AVIVA-Tipp: Ein Film der Lust macht auf mehr, mehr Wes Anderson, mehr Indien, mehr Schauspieler wie diese drei charismatischen Jungs. Ein würdiger Nachfolger von "The Royal Tenenbaums" und "The Life Aquatic". In seinem Ideenreichtum und Witz diesen vielleicht sogar überlegen. Unbedingt sehen!

Zum Kinostart verlost Twentieth Century Fox of Germany in Kooperation mit Bahnurlaub.de eine Luxusreise im Orient-Express.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.20thcenturyfox.de

The Darjeeling Limited
Regie: Wes Anderson
Drehbuch: Wes Anderson, Roman Coppola, Jason Schwartzman
DarstellerInnen: Owen Wilson, Jasons Schwartzman, Adrien Brody, Amara Karan, Angelica Huston, Natalie Portman, Bill Murray
Verleih: Twentieth Century Fox
105 Minuten, FSK ab 6 Jahren
Kinostart: 03. Januar 2008
www.darjeelinglimited-derfilm.de

Kultur Beitrag vom 27.12.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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