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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 01.03.2008

Jellyfish – ein Film von Etgar Keret und Shira Geffen
Anna Tremper

Der tragikomische Episodenfilm der israelischen Kreativköpfe Etgar Keret und Shira Geffen wurde 2007 in Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.



"Jellyfish" war eine Premiere für das israelische Regiepaar. Zunächst wollten sie das Projekt an eine/n etablierte/n RegisseurIn abgeben, doch so recht konnte sich keine/r in ihre Welt einfühlen. Sie übernahmen kurzerhand selbst den Regiestuhl und scheinen sich dabei mit ihrem unterschiedlichen künstlerischen Hintergrund bestens ergänzt zu haben. Herausgekommen ist ein Film um Leben und Tod mit surrealistischem Unterton.

Tel Aviv – ein Ort, drei Geschichten. Doch keine dreht sich um die dortige Konfliktsituation, die Stadt selbst hat keine größere Bedeutung für diesen Film, es sind die Menschen, die im Mittelpunkt stehen. Es geht dabei um Menschen die aufgegeben haben gegen die Unwägbarkeiten des Lebens anzustrampeln und sich einfach treiben lassen - wie Quallen.

Der Film
"Jellyfish" begleitet Batya (Sarah Adler), Keren (Zharira Charifai) und Joy (Ma-nenita De Latorre) durch ihre "Quallenphase". Batya, eine junge Frau, ist frisch von ihrem Freund getrennt und verdingt sich wenig motiviert als Kellnerin bei Hochzeiten. Keren und Michael (Gera Sandler) haben gerade geheiratet. Doch auf der Feier bricht sich Keren ein Bein und so ist die Hochzeitsreise in die Karibik erst mal gestorben. Die frisch Vermählten suchen sich kurzerhand ein Hotelzimmer in Tel Aviv, doch so recht will keine Flitterwochenstimmung aufkommen. Die Philippinin Joy (name der darstellerin) arbeitet als Pflegerin. Sie muss Geld verdienen, damit sie ihren Sohn bald wiedersehen und ihm den Traum von einem Spielzeugboot erfüllen kann.

Die Protagonistinnen driften so durch ihr Leben, doch durch die Begegnung mit anderen Menschen werden die "Quallen" Stück für Stück aus ihrer Apathie gelöst. Etgar Keret beschreibt sie als "Vermittler", die es den ProtagonistInnen ermöglichen, sich zu entwickeln. "Letztere sind dann keine "Quallen" mehr, die sich nur dahintreiben lassen, sondern sie packen ihr Leben an und übernehmen die Verantwortung dafür. ", so Keret.

Vereinzelung - ein Mangel an unmittelbarer Kommunikation als Phänomen unserer Zeit findet auch Eingang in den Film. Die Verständigung über das Telefon und den Fernseher machen das Fehlen von direkter menschlicher Interaktion offenbar, die die Protagonistinnen zu Beginn des Films missen. Besonders an Joy wird die durch Kommunikationsmangel ausgelöste Tristesse deutlich. Sie spricht kaum Hebräisch und lebt so in einer sprachlichen Isolation. Eine Isolation, die auch andere Charaktere in diesem Film durchleben.

Die einzelnen Episoden sind über das Wasser bzw. über das Meer miteinander verwoben. Jede Figur verbindet etwas damit, sehnt sich danach oder sucht dort etwas. Für Etgar Keret ist das Meer auch in der Realität das einende Element. Am Strand in Israel verwischen für ihn die Unterschiede zwischen den Menschen: "Ohne Kleider sieht man keinen Unterschied zwischen israelischen und palästinensischen Soldaten!". Im Film sind auch alle gleich, gleich vor dem Leben und den Problemen, die es mit sich bringt.

Zur Regisseurin und Drehbuchautorin: Shira Geffen, geboren 1971 in Tel Aviv, ist im In- und Ausland vor allem für ihre Kinderbücher bekannt.
Für den Film "Three Towers", der 2006 in die Kinos kam, hat sie das Drehbuch verfasst. Als Schauspielerin war sie zuletzt 2000 in "Total Love" von Masheshu Totali zu sehen. 1998 spielte sie in der Fernsehserie "Twentysomething" mit.
Zum Regisseur: Etgar Keret, 1967 in Tel Aviv geboren, ist ein bekannter israelischer Comic-Autor und Schriftsteller. Zu seinen Werken zählen die Bücher "Der Busfahrer, der Gott sein wollte", "Gaza Blues", "Mond im Sonderangebot – 33 Short Stories" und "Missing Kissinger". In "Jellyfish" führte er, nach seinem Kurzfilm "Oberflächlich" (1996), zum zweiten Mal Regie. Zuvor hat er zahlreiche Drehbücher verfasst, unter anderem für "Three Towers" (2006) und "A Buck's Worth" (2005).
Weitere Infos zu Etgar Keret finden Sie unter: www.etgarkeret.com

AVIVA-Tipp: Das Gemeinschaftswerk "Jellyfish" von Etgar Keret und Shira Geffen ist ein unbedingtes Must für jede/n, der gerne Filme sieht die auch mal mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. "Jellyfish" glänzt mit tollen SchauspielerInnen und schönen Bildern, die an die prosaischen bzw. poetischen Wurzeln des Regieduos erinnern. Zudem ist dieser Film auch einfach richtig witzig und schneller vorbei als einem lieb sein kann.

Das israelische Künstlerehepaar Shira Geffen und Etgar Keret erhielt für ihren Film "Meduzot" die Goldene Kamera. Lesen Sie weiter auf AVIVA-Berlin: "Goldene Kamera für einen israelischen Film"

Jellyfish – vom Meer getragen
Israel / Frankreich 2007
Regie: Etgar Keret und Shira Geffen
Drehbuch Shira Geffen
DarstellerInnen: Sarah Adler, Naama Nissim, Manenita De Latorre, Zharira Charifai, Gera Sandler, Ilanit Ben Ya´akov, Nikol Feidman
Produktion: Lama Films
Verleih: Arsenal Filmverleih
78 Minuten, FSK ab 6 Jahren
www.arsenalfilm.de/jellyfish/index.htm
Kinostart: 13. März 2008

Kultur Beitrag vom 01.03.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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