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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.04.2008

Actrices... oder der Traum aus der Nacht davor
Clarissa Lempp

Die Schauspielerin Marcelline taumelt, ebenso zerbrechlich wie urkomisch, auf ihren 40. Geburtstag zu. Eine unvermutet herzergreifende Tragikomödie von und mit der großen Valeria Bruni Tedeschi



Die Schauspielerin Marcelline ist getrieben: Von ihrer Rolle als Turgenjews Heldin Natalia Petrovna aus "Ein Monat auf dem Lande", von ihrer biologischen Uhr, die kurz vor der 40 unüberhörbar tickt und von den zweifelhaften Liebestipps ihrer Mutter. Neurotisch lächelnd schiebt sie sich dem Ende der 30 entgegen. Nur das Schwimmen und Glenn Miller ermöglichen die Leichtigkeit, für einen Moment die Krise zur Seite zu drängen: fast nicht mehr 30 und immer noch Single und kinderlos zu sein. Verwundert begegnet sie den Menschen in ihrem Leben, aber so laut und wortreich sie sich auch inszeniert, die Menschen scheinen sie nicht zu verstehen. "Das Fräulein will den Mond – es will die pure Liebe!" spöttelt ihre Mutter über Marcellines Sehnsüchte, ihre Ideale, die sie wie Wolken umhüllen und sie gleichsam zart und querköpfig erscheinen lassen.

In ihren Träumen trifft Marcelline auf die Geister der Vergangenheit. Die erste Liebe. Oder auf den toten Vater, den sie vermisst und der auf einmal neben ihr auf dem Sofa sitzt, als wäre er nie weg gewesen. Und in der Gegenwart ringt sie mit den Gespenstern einer nahenden Wahrheit. Der Kuss mit dem jungen Schauspieler Eric, der Neid auf die Regieassistentin und einstige Schauspielschul-Freundin Nathalie, die eine eigene Familie hat, der psychopathische Regisseur, der sich ihr aufzwängt – je näher "das wahre Leben" rückt, umso trotziger stemmt sich Marcelline gegen die Welt...

Mit ihrem zweiten Spielfilm beweist Valeria Bruni Tedeschi, was sie als Filmemacherin und Schauspielerin kann und zeigt, woher sie es kann. Autobiographische Anlehnungen ziehen durch das Setting, die Figuren, die Dialoge und offenbaren sich in der Besetzung der Mutter, die von ihrer eigenen Mutter gespielt wird. Kamerafrau Jeanne Lapoire ("8 Frauen", "Die Zeit die bleibt") setzte "Actrices... oder der Traum aus der Nacht davor" anmutig in Bilder um. Der Film wurde auf dem Festival in Cannes mit dem Prix Spécial du Jury in der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet.

Weitersehen: Ein perfektes Paar

AVIVA-Tipp: Valeria Bruni Tedeschi verleiht ihrer Marcelline eine Betroffenheit, die in ihrer tolpatschigen Weltfremdheit urkomisch und in ihrer Zerrissenheit tief ergreifend ist. Die Dialoge drängen nicht das Gewicht einer omnipräsenten Doppeldeutigkeit auf und vermögen es doch, eine zweite Ebene zu schaffen, die Marcellines Träume und Ängste widerspiegelt. So verweben sich die existenziellen Fragen in kleinen undramatischen Gesten zu einer kurzweiligen Komödie. Eine leichtfüßige Meditation über Wunsch und Wirklichkeit, von und mit einer großartigen Valeria Bruni Tedeschi.


"Actrices... oder der Traum aus der Nacht davor"
Frankreich 2007
Regie: Valeria Bruni Tedeschi
Buch und Dialoge: Valeria Bruni Tedeschi, Noémi Lvovsky
DarstellerInnen: Valeria Bruni Tedeschi (Marcelline), Noémie Lvovsky (Nathalie), Mathieu Amalric (Denis), Louis Garrel (Éric), Valeria Golino (Natalia Petrowna), Marisa Borini (Mutter) u.a.
Kamera: Jeanne Lapoirie
Montage: Anne Weil
Im Verleih von Piffl Medien
Länge: 110 Min.
Kino-Start am 17. April 2008

Weitere Informationen finden Sie unter: www.actrices-der-film.de

Kultur Beitrag vom 15.04.2008 Clarissa Lempp 

   




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