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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 14.04.2008

Franziska Klotz – Beauty is no protection
AVIVA-Redaktion

Vom 19.04. bis 24.05.2008 zeigt die janinebeangallery neue Bilder von Franziska Klotz. Ihre Collage-ähnlichen Werke sollen irritieren und den BetrachterInnen Interpretationsansätze liefern.



Die Künstlerin wird seit Dezember 2007 exklusiv von der janinebeangallery vertreten und zeigt in einer Einzelausstellung Arbeiten aus der Serie "Beauty is no Protection". Mit den großformatigen Malereien geht es Franziska Klotz um Zwischentöne und Irritationsmomente, um das Flirren von Licht und Farbe. Um den Augenblick in Bewegung, den sie einzufangen sucht, ohne dessen Dynamik zum Erliegen zu bringen. Diese rätselhaften Innen– und Außenszenarien bilden die Wirklichkeit nicht ab, sondern halten sie höchstens kurzfristig an – gerade so lange, dass die BetrachterInnen einen Eindruck erfassen können, eine Art Nachbild der Wirklichkeit.

Dafür arbeitet sie mit selbst aufgenommenen fotografischen Vorlagen, zum Teil mit Bildern aus Zeitungen und Zeitschriften, die sie als skizzenhafte "Auslöser" für die Umsetzung der Bildideen auf der Leinwand verwendet. In einer Art Collageverfahren reichert die Malerin Ausschnitte von Einzelfotos aus verschieden Kontexten mit erfundenen Elementen an und setzt sie dann auf der Leinwand zu einer neuen hybriden Synthese zusammen. Ausgangspunkt ist aber stets eine "besondere Auswahl der gesehenen Dinge, ein Registrieren unbedeutender Tatsachen, wodurch sich die wirklichen Gegenstände nach und nach verwandeln: sie werden zum Hintergrund, auf dem sich plötzlich ein anderer Sinn abzeichnen kann." Nach einer stärkeren "narrativen" Phase legt Franziska Klotz nun ihre Bilder möglichst offen an, so dass die RezipientInnen ihre eigenen Interpretationen mit einbringen können.

Farbe ist für die Künstlerin ein zentraler Bedeutungsträger in den Arbeiten der Serie, gepaart mit einer technisch-stilistischen Pluralität, in der (Vor-) Zeichnung, gespachtelte, mit dem Pinsel aufgetragene und aufgesprühte Farbe gleichermaßen zum tragen kommen.

Dissonanzen und Irritationen kennzeichnen Franziska Klotz´ Ansichten einer Wirklichkeit, in der subjektives und kollektives Erleben miteinander verschränkt sind. In dieser Hinsicht ist das charakteristische, bildimmanente Flirren, das die BetrachterInnen hineinzieht, verwirrt und immer wieder in Atem hält, auch Ausdruck unserer von Bildern und Informationen durchfluteten Realität, dem großen "Flackern der Medienwelt" (Franziska Klotz) heute. Es geht der Künstlerin mit ihren Werken nicht um den Ausdruck eines Unbehagens dieser Kultur, sondern um das Thematisieren und Ansprechen "von Sehgewohnheiten, die man in der jetzigen Zeit hat". Dabei verwischt sie stets die Spuren der Realitätsrückbindung, setzt die Gewissheiten außer Kraft und lässt sie ins Irreale kippen. So hält sie im Spannungsraum ihrer Malerei, in der Momenthaftes und Dauerhaftes zusammen fallen, die Widersprüche wach und sorgt dafür, dass alle daran beteiligten Komponenten weitmöglichst mobil bleiben.

Franziska Klotz – Beauty is no protection
19. April bis 24. Mai 2008
Vernissage, 18. April, 19 Uhr
Janinebeangallery – Janine Bean
Torstraße 201
030-41767168
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag: 11-19 Uhr
Dienstag & Donnerstag: 11-16.30 Uhr
Samstag: 12-19 Uhr
Weitere Infos:
www.janinebeangallery.com
www.franziska-klotz.com

Zur Künstlerin: Franziska Klotz wurde am 8. Mai 1979 in Dresden geboren. Im Alter von 16 Jahren zog sie nach Kopenhagen, um dort ihre musikalische Ausbildung zu vertiefen. 1998 absolvierte sie die Königliche Musikschule in den Bereichen Klassicher Gesang und Klavier. Nach Beendigung der Oberschule zog sie nach Berlin um dort als Praktikantin am Berliner Ensemble, der Volksbühne und der Staatsoper Erfahrungen zu sammeln. Während dieser Zeit wurde sie ein Mitglied der internationalen Tanztheatergruppe "Grotest Maru". 1999 begann Franziska Klotz ein Studium für Bühnen- und Kostümbild an der Akademie der Künste in Dresden. Noch im selben Jahr wechselte sie an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee um dort von 2000 bis 2005 freie Kunst und Malerei in der Klasse von Prof. Werner Liebmann zu studieren. 2005 schloss sie ihr Studium als Meisterschülerin von Prof. Werner Liebmann erfolgreich ab und gewann außerdem den Max-Ernst-Preis der Stadt Brühl.
Seit Dezember 2007 wird Franziska Klotz exklusiv von der janinbeangallery
vertreten.

Kultur Beitrag vom 14.04.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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