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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.04.2008

Caramel. Und alle wollen sie nur das eine...die Liebe
Kristina Tencic

Dass ein Film, der in einem Schönheitssalon spielt, alles andere als oberflächlich sein muss, beweist die Regisseurin Nadine Labaki mit der libanesischen Tragikomödie "Caramel"



Layale, die Besitzerin des Schönheitssalons, ist 30 Jahre alt und lebt bei ihren Eltern, da sie unverheiratet ist. Was die Familie nicht weiß, ist, dass Layale einen verheirateten Geliebten hat, von dem sie abhängig ist, und ständig enttäuscht wird. Ihre Mitarbeiterin Rima, eine burschikose eigensinnige junge Frau, findet in einer geheimnisvollen Kundin erstmals die Liebe, die sie auf eine sehr unschuldige Art, nämlich beim Haarewaschen, ausleben wird. Die Muslimin Nisrine hat zwar einen Mann, den sie bald heiraten wird, dafür aber ganz andere Probleme – sie ist keine Jungfrau mehr. Die Schneiderin Rose schließlich erfährt zum ersten Mal in ihrem bereits fortgeschrittenen Leben, was es heißt, einen Verehrer zu haben. Doch obgleich sie die Liebe erwidert, bereitet ihr ihre geisteskranke Schwester ganz andere Sorgen. Die Hausfrau Jamale ist eine Frau, die sich dank der modernen Chirurgie jenseits des Alterungsprozesses befindet und eine Schauspielerinnen-Karriere anstrebt. Doch ihr Körper hört einfach nicht auf die Gesetze der Künstlichkeit...

Die Welt der fünf libanesischen Frauen ist ein einziger Widerspruch. Sie befinden sich zwischen Tradition und Moderne, Christentum und Islam und zuletzt zwischen ihrer eigenen und der aufgezwungenen Identität. Der einzige Ort, an dem sich alle Widersprüchlichkeiten auflösen, ist der Ort, an dem sie einfach sie selbst sein können: der Schönheitssalon. In der Parallelwelt der Maniküren und Haarverlängerungen geht es zwar vordergründig um die Schönheit, doch unter der Gurkenmaske verborgen liegt die Sehnsucht nach Schutz, Geborgenheit und Liebe.

Unter den von außen auferlegten Konventionen und Verpflichtungen versuchen die Frauen sich gegenseitig Halt zu geben, um im Schutze ihres Mikrokosmoses dennoch einen gewissen Grad an Selbstverwirklichung zu erlangen. Die Heuchelei des orientalischen Systems in Beirut drängt sie in Rollenbilder, deren Schein zu wahren sie gegenüber ihrer Familie und der (religiösen) Gesellschaft verpflichtet sind – aber keine/r ahnt, was sich während einer Zuckerwachsbehandlung mit Karamell noch alles abspielen kann.

Die Geschichte der fünf Frauen zwischen Trockenhaube und Identitätskrise beeindruckt durch das gekonnte Spiel mit genannten Widersprüchlichkeiten und ist, entgegengesetzt zu dem Salon, keinesfalls naiv oder oberflächlich. Schönes Licht und sinnliche Bilder erzeugen eine warme Atmosphäre. Nicht zuletzt hat der Film deshalb einen sehr authentischen Charakter, da die Regisseurin und Darstellerin Nadine Labaki Laienschauspielerinnen engagiert hat, die sie in einer Fabrik, auf der Straße oder in ihrem Bekanntenkreis fand. Ihre Intention war es auch, die Dialoge so wenig aufgesetzt wie möglich erscheinen zu lassen, was ihr durch ihre eigensinnigen Darstellerinnen gelungen ist.

AVIVA-Tipp: Die anrührend sinnliche Tragikomödie Caramel zeigt die vorgeschobene Maske der Schönheit und legt den Blick auf die dahinterliegenden Missstände offen, ohne die atmosphärische Leichtigkeit zu verlieren. Es ist die Suche nach der Schönheit im Leben, welche die fünf Frauen verbindet, da sie die Ernüchterung erfahren haben, wie schnell sich alles ins Gegenteilige wandeln kann.

Zur Regisseurin und Hauptdarstellerin: Nadine Labaki wurde 1974 im Libanon geboren und studierte Medienwissenschaften an der St. Joseph-Universität in Beirut. Sie drehte Kurz-, Werbefilme und Musikvideos und erhielt für ihre Arbeiten bereits mehrere Auszeichnungen. "Caramel" ist ihr erster Langfilm und gleichzeitig ihr größter Erfolg. Nachdem er in ihrer Heimat sehr erfolgreich in den Kinos gezeigt wurde, hat er bei den Filmfestspielen in Cannes 2007 den Publikumspreis gewonnen und bekam eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "bester nicht englischsprachiger Film". Weitere Infos unter: www.nadinelabaki.com

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Caramel
Libanon 2007
Regie: Nadine Labaki
Drehbuch: Rodney Al Haddad
Darstellerinnen: Nadine Labaki, Yasmine Al Masri, Joanna Moukarzel, Gisele Aouad, Siham Haddad, u.a.
Spielzeit: 95 Minuten
FSK: ohne Angabe
Kinostart: 03.04.2008
Infos und Trailer unter: www.caramel-derfilm.de

Kultur Beitrag vom 03.04.2008 Kristina Tencic 

   




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