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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 09.01.2008

Jetzt auf DVD. The Cemetery Club - Mo´adon Beit Ha´kvarot
Katharina Höftmann

Auf dem Nationalfriedhof in Jerusalem trifft sich regelmäßig die "Mount Herzl Academy". Eine Gruppe Holocaustüberlebender, die sich die Zeit mit intellektuellen Diskussionen vertreibt. Ergreifend!



Zwei ältere Damen wandern jeden Samstagmorgen mit Klappstühlen bewaffnet über den Herzl Friedhof in Jerusalem – auf dem Weg zum Treffen des Cemetery Clubs.
Unter einer Pinie kommen Minya Rubin und Lena Bar, zwei gebürtige Polinnen, die den Holocaust überlebt haben, mit anderen Überlebenden auf dem Mount Herzl Friedhof in Jerusalem zusammen.
In dieser Mount Herzl Akademie, wie Lena es nennt, diskutieren sie über Kant, lesen Gedichte oder sitzen einfach beisammen. Dass das nicht immer so friedlich abläuft, liegt vor allem an den "Schrulligkeiten" jeder und jedes Einzelnen. Allen voran die dominante Lena, die Großtante der Regisseurin Tali Shemesh.
Diese hat fünf Jahre die Gruppe um die 80jährige Lena und ihre fünf Jahre ältere Großmutter Minya begleitet und dabei ein faszinierendes, tiefgründiges Portrait der Generation "Holocaust-Überlebende" gezeichnet. Dabei lässt sie viel Platz zum Weinen aber auch zum Lachen, ohne sich jemals über die Eigenarten der Alten lustig zu machen. Die Zuschauerin fühlt sich beinahe wie ein Teil der Gruppe, wenn sie einander Geschichten erzählen oder wilde Diskussionen über die Kantsche Theorien führen.

Im Mittelpunkt steht dabei das außergewöhnliche Verhältnis von Minya und Lena. Während Minya, die mit 18 Jahren aus dem Warschauer Ghetto fliehen konnte, sich in jungen Jahren vor allem auf ihre Rolle als Mutter und Ehefrau konzentriert hatte, machte Lena als Juristin Karriere und nahm dafür auch in Kauf, dass ihre Kinder in Internaten groß wurden. Lena überlebte Auschwitz und Bergen-Belsen.
In einer eindringlichen Szene beschreibt sie den Hunger, der sie all die Jahre begleitet hat und ihre Ankunft in Auschwitz, wo sie Mädchen mit geschorenen Köpfen sah, die verzweifelt "Brot" schrieen. "Wir dachten, sie wären verrückt", erklärt Lena bevor sie die Szene abbricht – sie hat plötzlich so einen Hunger bekommen, dass sie eine komplette Packung Cracker verschlingt.

Nach dem Krieg traf sie ihre Kindheitsfreundin Minya sowie deren Bruder Yisrael bei einer Versammlung der jüdisch kommunistischen Jugend Polens wieder. Diese Begegnung schildert Lena sehr bewegend als eine Art Familienwiedervereinigung. Ihre eigene Familie hatte Lena bereits im Ghetto und später durch die Konzentrationslager verloren.
So heiratete sie 1949 Minyas Bruder Yisrael. Das Wieder finden beschreibt sie als: "die wunderbarste Sache, die mir in meinem Leben geschehen war. Plötzlich fand ich eine Familie. Ich heiratete Yisrael, weil ich wusste, dass ich eine Beziehung einging, in der ich der Person sicher war."

Minya und Lena, inzwischen beide verwitwet, sind weiterhin eng miteinander verbunden. Obwohl die dominante, intellektuelle Lena ihrer Schwägerin oft über den Mund fährt und ihr Ungebildetheit vorwirft, spürt man, dass diese Frauen einander sehr nah sind und sich brauchen. Der Film lebt von den kraftvollen Streitigkeiten zwischen ihnen und zeigt so auch in gewisser Weise die Stärke des Alters.
Denn, obwohl einige TeilnehmerInnen des Clubs während der Dreharbeiten verstorben sind, zeigt der Film nicht primär alte oder schwache Menschen. Vielmehr präsentiert er erfahrene, geistig aktive Leute, deren Lust zum Leben und Hunger nach Wissen sie immer noch antreibt.

Zu der Regisseurin:
Tali Shemesh
besuchte vier Jahre die Sam Spiegel Jerusalem Film and Television School. Sie drehte verschiedene Dokumentarfilme wie Miss Fat& Beautiful oder White Gold Black Labor, bevor sie The Cemetery Club veröffentlichte. Die Idee zu dem Film hatte sie schon während des Studiums, da er aber vor allem von ihren Familienmitgliedern handelt, war der Film ein sehr schwieriges Projekt, das nun nach fünf Jahren Arbeit vollendet ist.

AVIVA-Tipp: Dieser Film nimmt Sie in seinen Bann. Voller Humor und Nachdenklichkeit zeigt er die Menschen, die in unserer "Jugendwahn-Gesellschaft" oft vernachlässigt werden. The Cemetery Club ist ein Film über die Überlebenden des Holocaust, der durch seine Nähe zu den Figuren einzigartig ist. Voller Gefühl und untermalt mit wunderschöner Musik findet er sicher einen Platz in den Herzen seiner ZuschauerInnen und wird zu einem Lieblingsfilm avancieren.


The Cemetery Club – Mo´adon Beit Ha´kvarot
Regie und Drehbuch: Tali Shemesh
Kamera: Shark (Sharon) De-Mayo
Ton: Motti Hefetz
Schnitt: Aliza Esquira
Musik: Rona Kenan und Eldad Gwetta
Produzenten: Assaf Amir und Guy Lavie
Produktion: Norma Productions LTD, Tel Aviv
Coproduzenten: Noga Communications Channel 8
DVD-Verkaufsstart: 18. Januar 2008

Ventura-Goodmovies
Weitere Informationen zum Film finden Sie hier:

http://ventura-film.de/shop
Preis: 17,99 Euro
FSK: Ab 6 Jahren
Sprachen: Hebräische/Polnische OV mit deutschen Untertiteln

Wo und wann im Kino? Die Liste der Kinos finden Sie unter: www.ventura-film.de


Kultur Beitrag vom 09.01.2008 Katharina Höftmann 

   




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